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Börsenwelt Presseschau: DAX, Commerzbank und Deutsche Bank, US-Blue-Chips sowie die m-u-t AG unter der Lupe

Werner Sperber

Der Zürcher Finanzbrief verjagt die Bullen und erwartet wieder die Bären im DAX. 4investors beschäftigt sich mit der Commerzbank und der Deutschen Bank. Zertifikate Kompakt glaubt an die US-Riesenkonzerne und stellt passende Derivate auf Microsoft, Coca-Cola, Procter & Gamble, ExxonMobil und IBM vor. Der Chart Trader m-u-t AG Messgeräte für Medizin- und Umwelttechnik. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Zürcher Finanzbriefes machen eine Kehrtwende, nachdem sie vor vier Wochen zum Einstieg in den DAX mit dem Indexzertifikat (WKN 586 831) geraten haben. Nun empfehlen sie den Verkauf dieses Long-Papiers und den Kauf des am 5. Juli 2017 fälligen Bear-Zertifikates (WKN LBB 11G) der Landesbank Berlin auf den deutschen Leitindex. Vor vier Wochen sollten der über-verkaufte DAX, der über-kaufte Markt für deutsche Staatsanleihen und die langsam einsetzende Stabilisierung des Marktes für steigende Aktienkurse sorgen. Doch dann kamen die Störfeuer: "Viel heiße Luft" aus Deutschland und Finnland wurden als Beleg dafür gewertet, dass die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsausfällen aus Griechenland steigt. Der Crash in den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China sowie den restlichen Schwellenländern kam dazu. Neben den Schuldenkrisen in den USA und Europa ist das deshalb problematisch, weil das Wachstum und die Stabilität der BRIC-Staaten der letzte wichtige Anker für die weltweiten Investoren war. Als die Aktienkurse in den BRIC-Staaten sanken, verloren diese Länder nicht nur den Status des Unterstützers, sondern wurden sogar zu einer neuen Belastung für das Rebound-Szenario an der Börse. Den deutschen Aktienmarkt wird es zudem besonders stark in Europa treffen. Mit einem Anteil von rund 70 Prozent dominiert der Export das deutsche Bruttoinlandsprodukt so stark, dass der wirtschaftliche Crash in den wichtigsten nicht-europäischen Absatzmärkten nahezu ungefiltert, wenngleich zeitverzögert, an die deutsche Wirtschaft durchgereicht wird.


4investors: Die Bullen schnuppern an den Banken  

Der Aktienkurs der Commerzbank ist von der Unterstützungszone bei 1,51 bis 1,46 Euro über die Hürden bei 1,65 Euro und 1,73 Euro bis zum Widerstand bei 1,76 Euro gestiegen. Wenn der Kurs nun wieder sinken würde, dürfte die Notierung erneut bis auf 1,46 Euro abrutschen. Stabilisiert sich der Kurs, kann sich die Erholung fortsetzen, wobei das die wahrscheinlichere Variante ist. Die nächsten Hürden befinden sich in der breiten Zone zwischen 1,84 Euro und 1,93 Euro und danach bei 2,12 Euro. Die Experten von 4investors erklären, erst ab Kursen von 2,12 Euro kann die seit langem erwartete deutliche Erholung an Fahrt gewinnen.

Die Experten von 4investors verweisen auf die deutlichen Kursgewinne der Deutschen Bank. Nun könnte die Notierung bis zum Widerstand bei 26,64 Euro steigen. Wenn diese Hürde überwunden würde, wäre das ein wichtiges prozyklisches Kaufsignal mit übergeordneter Bedeutung. Ein solches Kaufsignal würde den Abwärtstrend strukturell überwinden und wäre eine klar bullishe Veränderung des derzeit noch bearishen Chartbildes. Damit bestünde eine gute Chance auf eine Trendwende. Das nächste Kursziel befindet sich bei 28,53 Euro.


Zertifikate Kompakt: Mit Zertifikaten auf US-Blue-Chips lässt sich gut verdienen  

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat jüngst auf die weltweit schwächeren Konjunkturdaten reagiert und warnt im Weltwirtschaftsausblick vor einer "gefährlichen Phase". Das Risiko sei groß, dass alles noch schlimmer komme als erwartet. Deshalb senkte der IWF die Konjunkturprognosen für das nächste Jahr deutlich: Für Deutschland von 2,0 auf 1,3 Prozent Wachstum und für die USA von 2,7 auf 1,8 Prozent. In den Entwicklungs- und Schwellenländern dürfte der Einbruch weit weniger schlimm ausfallen. Insgesamt erwarten die IWF-Volkswirte statt eines weltweiten Wirtschaftswachstums von 4,5 Prozent nur mehr eine Steigerung um 4,0 Prozent. Bemerkenswert ist, dass die verschuldeten USA bei Investoren als "sicherer Hafen" gelten. Denn ein Auseinanderbrechen der Eurozone könnte das Ende der Gemeinschaftswährung bedeuten. Deshalb bewies der Dollar jüngst Stärke im Vergleich zum Euro. Neigt der Dollar zur Stärke, sind US-amerikanische Aktien für Euro-Anleger besonders attraktiv. Dank der Währungsgewinne können Investoren selbst in einem Seitwärtstrend noch auf eine ordentliche Wertentwicklung kommen. Allerdings sollten auch die Risiken beachtet werden. Vor allem Finanztitel und konjunkturempfindliche Papiere, die so genannten Zykliker, würden massiv verlieren, falls sich die Weltwirtschaft noch stärker abzukühlen droht, als vom IWF geschätzt. Die Börsenkurse sind bereits seit Anfang August aufgrund der Schuldenkrisen in den USA und Europa sowie von Konjunkturängsten stark gesunken. Einige Aktien scheinen sich von der Baisse abzukoppeln. Aufgrund der Euro-Schwäche und der damit verbundenen Spekulation auf zusätzliche Währungsgewinne sind für Euro-Anleger eben solide US-Titel besonders interessant.

Die Experten von Zertifikate Kompakt raten vorsichtigen Anleger dazu, große Konzerne aus defensiven Branchen zu bevorzugen, welche aufgrund einer starken Marktposition in den Schwellenländern weniger unter einer Rezession in den Industriestaaten leiden. Außerdem sollten diese Unternehmen ihre Krisenresistenz in früheren Rezessionen bereits unter Beweis gestellt haben. Deshalb empfehlen die Experten den Einstieg in das am 31. Dezember 2012 fällige, währungsgesicherte Discount-Zertifikat (WKN ML0 M6Q) der Bank of America, Merrill Lynch auf Microsoft, in das am 27. September 2012 fällige capped Bonus-Zertifikat (WKN BN9 050) der BNP Paribas auf Coca-Cola, in das am 3. Januar 2013 fällige, währungsgesicherte Discount-Zertifikat (WKN CK0 T1P) der Commerzbank auf Procter & Gamble, in das am 20. Juni 2012 fällige, währungsgesicherte capped Bonus-Zertifikat (WKN AA2 01W) der Royal Bank of Scotland auf ExxonMobil und in das am 28. September 2012 fällige Discount-Zertifikat (WKN VT1 J7R) der Bank Vontobel auf International Business Machines, IBM. Capped Bonus- und Discount-Zertifikate auf führende US-amerikanische Blue Chips bieten hervorragende Ertragschancen, selbst wenn die Basiswerte aus defensiven Branchen stammen. Das Risiko eines Zahlungsausfalls des jeweiligen Zertifikate-Emittenten ist zu beachten.

Für Microsoft sprechen die enormen Ausschüttungen an die Anteilseigner und die mögliche Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms von 40 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2013. Der Software-Konzern verfügt schließlich über flüssige Mittel von mehr als 50 Milliarden Dollar. Die für nächstes Jahr vorgesehene Markteinführung des Betriebssystems Windows 8 könnte positiv überraschen. Allerdings scheint der charttechnische Widerstand bei 30 Dollar hartnäckig zu sein, dafür ist das langfristige Wachstumspotenzial zu gering. Bei der Aktie von Coca-Cola könnte die Aufwärtsdynamik nachlassen. Procter & Gamble (P&G) ist mit einem KGV von 15 etwas günstiger bewertet als Coca-Cola mit einer Kurs-Gewinn-Vielfachen von 18 für das nächste Jahr. Allerdings belasten P&G die steigenden Rohstoffkosten, weshalb der Vorstand einen Gewinnrückgang in dem Ende September ablaufenden vierten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 für möglich hält. Der Ölkonzern ExxonMobil hat zuletzt mit einem Gewinn von 10,7 Milliarden Dollar im zweiten Quartal 2011 enttäuscht. Die hohe Dividende und massive Aktienrückkäufe sollten den Aktienkurs allerdings stützen. IBM feiert in diesem Jahr das hundertjährige Firmenjubiläum und zählt zu den defensivsten Technologiekonzernen an der Börse. Langfristige Wartungsverträge im Wert von 144 Milliarden Dollar garantieren IBM solide Erträge.


Der Chart Trader: Etwas Mut für ein Engagement bei m-u-t  

Die m-u-t AG entwickelt und vertreibt Produkte für die Spektroskopie, die Sensorik, die Laborautomation, die Medizintechnik, die Brandfrüherkennung und die Luftfahrt. Im ersten Halbjahr 2011 verdiente der Konzern 0,32 Euro je Aktie. Das sind 113 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Experten des Chart Trader gehen davon aus, dass m-u-t auch weiterhin wachsen wird, da die Auftragslage sehr gut ist und ein Zukauf in Aussicht gestellt wurde. Risikobereite Anleger sollten bis zu Notierungen von 5,40 Euro einsteigen und ihr Investment bei 4,54 absichern.

Änderungen im Musterdepot des Chart Trader:

Die 1.030 Anteile von Nokia sind mit einem Verlust von neun Prozent zu 3,92 Euro ausgestoppt worden und die 114 ETCs (WKN A1E K3B) auf Palladium mit einem Minus von 13 Prozent zu 53,30 Euro.

Änderung im Musterdepot des Zertifikate & Optionsscheine Trader:

Die 719 Call-Optionsscheine (WKN DE6 TQM) auf Nokia sind mit einem Verlust von 29 Prozent zu 0,99 Euro ausgestoppt worden.

Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:

Die Verantwortlichen für das langfristig orientierte Musterportfolio haben ihre 1.400 Anteile von Klöckner & Co mit einem Verlust von 14 Prozent zu 9,501 Euro ausgebucht.

Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.  

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