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Börsenwelt Presseschau: Compugroup, HeidelbergCement, Deutsche Postbank, Deutsche Börse und andere unter der Lupe

Werner Sperber

Die Prior Börse gönnt Compugroup ein Stück vom Milliarden-Kuchen „elektronische Patientenkarte“. Der Frankfurter Börsenbrief rechnet mit dem Befreiungsschlag für HeidelbergCement. Platow Derivate sorgt sich um den Aktienkurs der Deutschen Postbank und will davon profitieren. Fuchs Kapitalanlagen geht von einem regen Börsenhandel aus, an dem die Deutsche Börse gut verdient. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.

Die Prior Börse gönnt Compugroup ein Stück vom Milliarden-Kuchen „elektronische Patientenkarte“. Der Frankfurter Börsenbrief rechnet mit dem Befreiungsschlag für HeidelbergCement. Platow Derivate sorgt sich um den Aktienkurs der Deutschen Postbank und will davon profitieren. Fuchs Kapitalanlagen geht von einem regen Börsenhandel aus, an dem die Deutsche Börse gut verdient. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.

Die Experten der Prior Börse gehen davon aus, dass es den Aktienkurs von Compugroup noch weiter beflügelt, wenn die elektronische Patientenverwaltung eingeführt wird. Das Unternehmen mit Sitz in Koblenz stellt die Software für Ärzte und Krankenhäuser her, wobei in Deutschland bereits jeder zweite Arzt mit den IT-Systemen von Compugroup arbeitet. Doch neben der elektronischen Krankenakte, die bereits für 100 Millionen Menschen in Europa geführt wird, gibt es noch weitere Anwendungen: Beispielsweise ist es möglich, dass künftig Rezepte online gleich an die Apotheke geschickt werden. In den USA will Präsident Barack Obama mehr als 20 Milliarden Dollar dafür ausgeben, dass bis zum Jahr 2014 von jedem US-Bürger eine elektronischen Krankenakte angelegt worden ist. Davon dürfte die Compugroup-Tochtergesellschaft im US-Staat Arizona profitieren. Zudem würden immer mehr Länder weltweit diesem Beispiel folgen. Die Experten empfehlen die Aktie von Compugroup mit einem Kursziel von zehn Euro zum Kauf.

Änderungen im Musterdepot der Prior Börse:

Egbert Prior hat 5.000 Aktien von Advanced Inflight Alliance zu 3,44 Euro eingebucht und dafür den Bestand an 1.400 Anteilscheinen von IDS Scheer zu 15 Euro, also mit einem Gewinn von 45 Prozent, ausgebucht. Nun will er noch 1.000 Aktien von Aixtron und 130 Anteilscheine von Bijou Brigitte aufnehmen und dafür den Bestand an 400 Titeln von Metro sowie die 1.100 Papiere von Nordex ausbuchen.

Frankfurter Börsenbrief: HeidelbergCement hat sogar Chancen in den DAX aufzusteigen

HeidelbergCement könnte mit den Kapitalmaßnahmen ein echter Befreiungsschlag gelingen, obwohl rund die Hälfte der geplanten Platzierung von 125 Millionen Aktien zu 40 Euro von Altaktionären stammt. Dazu zählt besonders Ludwig Merckle, der bisher 72,4 Prozent an HeidelbergCement hielt, aber hochverschuldet ist und Geld braucht. Merckles Anteil an HeidelbergCement dürfte auf weniger als 20 Prozent sinken. Weitere Aktien werden von Banken abgegeben. Damit reduziert sich aber auch das Risiko, dass Alteigner ihre Stücke über die Börse verkaufen. Dem Konzern fließen mit der Kapitalerhöhung, bei der die Anzahl der ausgegebenen Aktien um 50 Prozent steigt, erhebliche Finanzmittel zu, welche den Abbau der Schulden von derzeit zirka 11,3 Milliarden Euro erleichtern. Aufgrund der erhöhten Anzahl von Aktien und der wohl ebenfalls steigenden Marktkapitalisierung steigt die Chance, dass HeidelbergCement einmal in den DAX aufrückt. Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes empfehlen die Aktie mit einem Kursziel von 75 Euro und einem Stoppkurs bei 39,70 Euro zum Kauf.

Platow Derivate: Die Deutsche Postbank ist zu weit vorausgelaufen

Die Aktie der Deutschen Postbank hat sich auf Sicht eines halben Jahres um knapp 160 Prozent verteuert, während der DAX in der selben Zeit ein Plus von rund 40 Prozent vorweist. Dabei ist zwar zu berücksichtigen, dass die Aktie der Bank zuvor auch stärker abgestraft worden ist, als der Index. Seit Anfang vergangener Woche zeigt die Notierung der Postbank wieder eine relative Schwäche im Vergleich zum Gesamtmarkt. Während der Index um etwa vier Prozent stieg, ist der Aktienkurs um knapp fünf Prozent gesunken. Diese Schwäche mahnt zur Vorsicht. Noch besteht aber die Möglichkeit, dass es sich bei der momentanen Korrektur lediglich um eine Konsolidierung im Aufwärtstrend handelt, die nach der Vollendung in weiter steigenden Kursen mündet. Die Experten von Platow Derivate setzen demnach erst dann auf fallende Notierungen, wenn die Aktie ihre kurzfristige Unterstützung bei rund 23,60 Euro unterschritten hat. Deshalb sollten Anleger das endlos laufende Mini-Future-Short-Zertifikat (WKN TB7 GS7) von HSBC Trinkaus auf die Aktie der Deutschen Postbank ab Notierungen von 0,45 Euro kaufen. Der Schein ist mit einer Basis bei 27,90 Euro, einer Knock-Out-Schwelle bei 26,51 Euro und einem Hebel von derzeit 6,5 ausgestattet. Der Stoppkurs sollte bei Notierungen der Aktie von rund 25 Euro gesetzt werden.

Änderungen im Musterdepot von Platow Derivate:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 700 endlos laufende Mini-Future-Long-Zertifikate (WKN AA1 JW5) der Royal Bank of Scotland/ABN Amro auf den Maispreis zu 7,69 Euro eingebucht. Nun wollen sie noch 10.000 open-end Mini-Future-Short-Zertifikate (WKN TB7 GS7) von HSBC Trinkaus auf die Aktie der Deutschen Postbank ab Notierungen von 0,45 Euro aufnehmen.

Fuchs Kapitalanlagen: Die Deutsche Börse wächst 2010 wieder

Die Erträge von Börsen-Anbietern hängen maßgeblich von drei Faktoren ab: Der Kurshöhe, dem Handelsaufkommen und der Gewinnspanne, die je Transaktion erzielt werden kann. Nach Ansicht der Experten von Fuchs Kapitalanlagen befinden wir uns derzeit in einer Erholungsphase. Die Geschäfte laufen wieder besser; die Erträge der Börsenbetreiber sind aber noch von der trüben Situation des ersten Halbjahres geprägt. Hinzu kommt die günstige Bewertung der Börsenaktien sowie die neue Konkurrenz. Da preisgünstiger Handel nicht mehr in einem Saal stattfindet, sondern virtuell auf Computerbildschirmen erfolgt, kann nämlich praktisch jeder eine „Börse“ aufmachen. Die Aktie der Deutschen Börse AG ist dennoch mit einem Kursziel von 68 Euro mit einer Absicherung bei 47,50 Euro kaufenswert. Das Computerhandelssystem Xetra steuert nur noch gut ein Zehntel zu den Konzernumsätzen bei. Fast jeden dritten Euro verdient das Unternehmen mit dem Tochterunternehmen Clearstream. Dabei handelt es sich um eine Art Zentralbank für Wertpapiere. Clearstream agiert als Dienstleister für die Abwicklung von Wertpapiergeschäften und organisiert außerdem deren Verwahrung. Dieses Geschäft ist vergleichsweise schwankungsarm. 38 Prozent der Umsätze entstammen dem wichtigsten Standbein EUREX. Die europaweit größte Terminhandelsplattform gehört zu 85 Prozent der Deutschen Börse AG und zu 15 Prozent der Schweizer Börse SIX Group. Sowohl Clearstrem als auch die Eurex wachsen seit Jahren kontinuierlich. Lediglich für dieses Jahr wird ein Rückgang erwartet. Die Deutsche Börse dürfte im laufenden Jahr etwa zehn Prozent weniger umsetzen und 24 Prozent weniger verdienen. Die Experten schätzen aber, dass der Konzern im nächsten Jahr 4,50 Euro je Anteilschein verdienen wird und 2011 bereits fünf Euro.

Änderungen im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio wollen 100 Anteilscheine vom Watchlist-Wert Renk zu höchstens 47,90 Euro aufnehmen. Die Aktie der Deutschen Börse wird von den Experten ab jetzt genau beobachtet.

Änderungen im Millionendepot:

Gerd Weger, Verantwortlicher für Das Millionendepot, hat 5.446 Aktien von BKN Biostrom, die er am Mittwoch als Tradingposition gekauft hatte, wieder verkauft. Bei niedrigeren Kursen kann er sich einen Rückkauf vorstellen. Weger hat aus charttechnischen Gründen 10.500 Aktien von Süss Microtec zu 3,38 Euro gekauft. Dafür hat er 3.000 Freenet Turbo-Calls mit einem Gewinn von zehn Prozent wieder verkauft und besitzt derzeit noch 7.000 dieser Scheine.

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