Werner Sperber
Die Platow Börse sieht eine bildschöne Zukunft für CeWe Color. Der Anlegerbrief performaxx spielt die Fußballkarte Borussia Dortmund. Der BetaFaktor beschäftigt sich mit der ALF Group. Die Euro am Sonntag findet Celesio attraktiv. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Platow Börse erinnern an die beiden Versuche der Aktie von CeWe Color in diesem Jahr, die Marke von 30 Euro zu überwinden, was jeweils zu starken Kursrücksetzern geführt hat. Seit der Korrektur bis auf 23,28 Euro geht es aber wieder stetig nach oben. Da es operativ bei dem SDAX-Konzern gut läuft und das Unternehmen auf der Messe "Photokina" verschiedene Produktneuheiten präsentiert hat, könnte der Widerstand nun genommen werden. Vorstandsvorsitzender Rolf Hollander prognostiziert für 2010 eine Verdoppelung des Gewinns je Aktie auf zwei Euro. Analysten schätzen das Ergebnis je Anteilschein für 2011 auf 2,68 Euro, was einem günstigen KGV von 10 entspräche. Deshalb lohnt sich auch weiterhin ein Einstieg mit einem Stoppkurs bei 22,50 Euro.

Der Anlegerbrief performaxx: Der BVB läuft
Die Aktie von Borussia Dortmund überzeugte nach Ansicht der Experten des Anlegerbriefes performaxx in den vergangenen Wochen mit der aufkommenden Kursdynamik. Nachdem sich zwischen 0,90 und 0,80 Euro ein Boden anfing zu bilden, setzte ein Aufwärtstrend ein, in dem es der Notierung gelang, den horizontalen Bodenwiderstand bei 1,20 Euro zu überwinden, den Abwärtstrend zu brechen und die Bodenbildung zu vollenden. Nach dem der Kurs am Widerstand bei 1,40 Euro abgeprallt ist, ergibt sich für mutige und fußballaffine Anleger eine erneute Einstiegsgelegenheit, solange die derzeitige Konsolidierung nicht zu Kursen von weniger als 1,15 Euro führt. Nach der Korrektur und spätestens wenn die Hürde bei 1,40 Euro überwunden worden ist, sollte die Notierung bis zur nächsten massiveren Widerstandszone bei 1,80 bis 2,60 Euro ansteigen. Der Stoppkurs sollte bei 1,10 Euro platziert werden.
Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:
Die Verantwortlichen für das kurzfristig ausgerichtete Musterportfolio haben ihre 1.600 Anteilscheine von Heliad Equity Partners mit einem Verlust von zehn Prozent zu 3,70 Euro ausgebucht.
BetaFaktor: Sehr mysteriös
Engelbert Hörmannsdorfer, Chefredakteur des BetaFaktor, verweist auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München gegen eine Reihe von Personen wegen mutmaßlichen Insiderhandels. Hauptsächlich geht es wohl um Kursmanipulationen bei den Aktien von Wirecard, Thielert, Nascacell und Conergy. Während es an sich sehr zu begrüßen sei, wenn die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gegen Manipulationen vorgeht, bleibe zu befürchten, dass die größten Betrügereien weiter gehen. Kein Wunder, wenn die empfehlenden Börsenbriefe von illustren Ländern aus gelenkt werden, die niedrigste Steuern mit fehlenden Rechtshilfeabkommen verbinden. Das aktuell beliebteste Betätigungsfeld für Marktmanipulatoren sind insolvente Gesellschaften. Als Beispiel führt Hörmannsdorfer die Kurssprünge von Tria IT Solutions an, die vor kurzem noch 0,10 bis 0,20 Euro gekostet haben, dann 22 Euro und schließlich wieder zwei Euro. Ähnliches passierte mit Azego, Sunburst, Arquana und anderen. Zu der Eigendynamik kommt hinzu, dass diejenigen Gesellschaften, die noch im regulierten Markt notieren, wegen einer Gesetzesänderung nicht über Nacht leer verkauft werden dürfen. Das heißt, wer etwa in Tria short ging, musste spätestens am Abend die Position wieder eindecken. In Internetforen werden dann noch ein paar schwachsinnige Gerüchte gestreut, dies und jenes wird in den Mantel eingebracht. Hörmannsdorfer habe schon öfter vorgeschlagen, Aktien von insolventen Unternehmen nach einer Weile einfach aus dem Handel zu nehmen. Wird das Unternehmen wiederbelebt, steht auch der Wiederaufnahme der Notiz nichts im Wege. Das ist der wirksamste Schutz vor Manipulation. Oder aber: "Sie halten sich einfach fern von diesen Werten."
Bei der ALF Group gibt es derzeit ein "merkwürdiges Übernahmeangebot". Die Firma meldete, ein gewisser Andrew Alexander Index Fund will angeblich 51 Prozent des Unternehmens erwerben und bietet 0,15 Euro pro Aktie. Ein doch satter Aufschlag auf die aktuell an der Börse gezahlten 0,05 Euro. Wie es bei freiwilligen Angeboten im Freiverkehr häufig ist, gibt es eine Reihe von Bedingungen, die erfüllt sein müssen. Das ist auch der Knackpunkt, denn diese Bedingungen werden nicht genannt. Das ALF-Management ist zudem zu weit gegangen, als es von den Aktionären forderte, derzeit nicht über ihre Aktien zu verfügen, da ALF bei Ablauf der Due-Diligence-Prüfung und vor dem Erfüllen der Bedingungen des Bieterangebots eine Stellungnahme abgeben wird. Nach einem Kursanstieg von 50 Prozent wurde die Aktie rasant abverkauft und sie gab alle Gewinne wieder ab. Das lässt die Alarmglocken schrillen, denn die Entwicklung wird dubios.
Euro am Sonntag: Celesio ist attraktiv
Die Aktie von Celesio ist nach Ansicht der Experten der Euro am Sonntag mit einem KGV von 10 für das Jahr 2011 attraktiv bewertet. Derzeit testet der Kurs die Unterstützung bei 16 Euro, doch Übernahmefantasie könnte die Notierung schnell auf 20 Euro anheben. Die Franz Haniel & Cie. GmbH hält 65,6 Prozent an dem Pharma-Großhandelskonzern und muss sich überlegen, wie sie mit der Beteiligung weiter verfährt. Es ist sowohl eine Komplettübernahme als auch ein Verkauf möglich. Risikobereite Anleger sollten die Aktie von Celesio mit einem Stoppkurs bei 14,90 Euro kaufen.
Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:
Jens Castner, Verantwortlicher für das defensiv ausgerichtete Musterportfolio, hat seine 400 Anteilscheine von C-Quadrat Investment mit einem Gewinn von 17 Prozent zu 16,90 Euro ausgebucht und dafür zehn FX-Wave-EUR/USD-Diversified-Portfolio-Zertifikate (WKN A1E 1RS) zu 1.010 Euro gezeichnet. Joachim Spiering, zuständig für das offensiv aufgestellte Musterdepot, hat 1.870 Aktien der PSI AG für Produkte und Systeme der Informationstechnologie zu 13,50 Euro aufgenommen und bei zwölf Euro abgesichert. Zudem hat er 11.700 Titel von Paion zu 2,12 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 1,85 Euro gesetzt. Nun sollen noch 2.425 Papiere von Wirecard ins Musterdepot kommen, wobei der Stopp-Loss bei 8,50 Euro platziert werden soll. Sven Parplies, Betreuer des Momentum-Musterportfolios, hat seine 504 Anteilscheine von Smartrac mit einem leichten Verlust zu 19,80 Euro ausgebucht. Dafür will er nun Vorzugsaktien von Hugo Boss und Aktien von BMW, ADVA Optical Networking sowie Baidu aufnehmen.
Änderungen im Musterdepot des Emerging Markets Investor:
Die 100.000 Anteilscheine von Charaoen Pokphand sind mit einem Gewinn von 66 Prozent zu 0,58 Euro ausgestoppt worden. Die 7.500 Aktien von Goldhorse International, die 300.000 Titel von Apollo Solar und die eine Million Papiere von China American Holdings sind mit Verlusten von sechs Prozent, vier Prozent beziehungsweise 13 Prozent zu Kursen von drei Euro, 0,055 Euro respektive 0,02 Euro unter das Stopp-Limit gefallen. Dafür haben die Verantwortlichen 75.000 Anteilscheine von GRIT International zu 0,45 Euro, 20.000 Aktien von Chariot Oil & Gas zu 1,63 Euro sowie 50.000 Titel von Innocent zu 0,60 Euro aufgenommen.
Änderungen im Musterdepot von Global Biotech Investing:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 6.280 Anteilscheine von Tianyin Pharma zu 2,19 Euro aufgenommen und bei 1,30 Euro abgesichert.
Änderungen im Musterdepot von Hot Stocks Europe:
Die 2.500 Anteilscheine von Solarhybrid sind mit einem Gewinn von 22 Prozent zu 9,90 Euro ausgestoppt worden.
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