Werner Sperber
Die Platow Börse fährt weiter auf BMW ab. 4investors beschäftigt sich mit der Commerzbank sowie Klöckner & Co. Das Traders-Journal erkennte Short-Chancen bei Kontron. Focus Money ist von den Anlagechancen in Thailand begeistert. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Platow Börse erklären, es sei verwunderlich, dass die Volkswirte bezüglich der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und der Welt immer misstrauischer werden, die Aktienkurse der zyklischen deutschen Automobilkonzerne aber dennoch stark steigen. Charttechnisch macht die Stammaktie von BMW den besten Eindruck. Die Notierung löste eine sechsmonatige Korrektur nach oben auf und erreichte sogar ein Allzeithoch. Danach kamen die fundamental guten Nachrichten in Form angehobener Ziele für das laufende Jahr. Am Dienstag, 2. August, stellt BMW die Halbjahreszahlen vor. Dabei könnten Anleger Gewinne mitnehmen. Deshalb sollten Anleger versuchen, die mit einem KGV von 10 für das kommende Jahr günstig bewertete Aktie zu höchstens 70,50 Euro zu kaufen. Der Stoppkurs sollte bei 56 Euro gesetzt werden.
Änderung im Musterdepot der Platow Börse:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 1.600 Anteilscheine der Dürr AG zu 32 Euro aufgenommen und bei 24,50 Euro abgesichert.

4investors: Commerzbank ist richtungslos, Klöckner & Co im Abwärtstrend
Die schwachen Zahlen der Deutschen Bank haben den Aktienkurs der Commerzbank belastet. Deshalb unterschritt die Notierung die Unterstützungslinie bei 2,68 Euro. Die Unterstützungen bei 2,55 und 2,50 Euro wurden mit einem Schlusskurs von 2,66 Euro aber weit übertroffen. Die wesentlichen Chartmarken bleiben nach Angaben der Experten von 4investors unverändert diese 2,55/2,50 Euro, 2,35 Euro und 2,22 Euro. Der zentrale Widerstand liegt bei 2,90 bis 3,00 Euro. Erst danach sind Kurse von bis zu 3,33 Euro möglich.
Die Experten von 4investors verweisen darauf, dass der Aktienkurs von Klöckner & Co. die Unterstützung bei 19,17 Euro klar unterschritten hat. Daraus entstand ein Verkaufssignal. Kurzfristig könnte sich der Kurs allerdings stabilisieren. Aber erst unterhalb von 17,75 beziehungsweise 17,44 Euro verläuft eine deutlichere Unterstützungszone.
Das Traders-Journal: Short-Chancen bei Kontron
Der Aktienkurs von Kontron verläuft seit Oktober 2008 in einer Spanne zwischen 9,33 und 5,01 Euro. Im Januar prallte die Notierung am Widerstand bei 9,33 Euro ab. Seither befindet sich die Notierung in einer Abwärtsbewegung. Nun unterschritt der Kurs die Unterkante einer bearischen Flaggenformation bei 7,20 Euro, was ein erneutes Verkaufssignal erzeugte. Die Experten des Traders-Journal gehen davon aus, dass der Kurs in den nächsten Tagen bis auf 6,60 Euro weiter sinken dürfte. Mittelfristig sind sogar Notierungen von 5,28 oder sogar 5,01 Euro möglich. Erst wenn der Kurs bei mehr als 7,20 Euro schließt, wäre ein kurzfristiger Anstieg in Richtung 7,45 und 7,94 Euro möglich.
Focus Money: Thailand hat sie fast alle abgehängt
In den vergangenen Jahren hat der thailändische Aktienindex SET-50 sowohl den Index MSCI Emerging Markets als auch die allermeisten anderen Börsen übertroffen. In den vergangenen zwölf Monaten lief es nur an den Aktienmärkten von Indonesien, Sri Lanka, Peru und der Mongolei besser. Die Experten von Focus Money finden das vor allem vor dem Hintergrund der Korruption im Land, der mangelhaften Infrastruktur und den zwischenzeitlichen politischen Wirren für bemerkenswert. Die im Schnitt 32 Jahre alten Thailänder (Deutschland: 42 Jahre) müssen außerdem mit einer Inflation von mehr als vier Prozent zurechtkommen. Zudem ist die Kluft zwischen armen und reichen Thailändern sehr groß, was mehrfach zu Aufständen führte. Die neue Regierung der Partei Puea mit Yingluck Shinawatra als neuer Ministerpräsidentin möchte die sozialen Unterschiede etwas verringern und gleichzeitig die Industrie steuerlich entlasten. Die Inflation soll mit weiter steigenden Zinsen angegangen werden. Dadurch soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis zum Jahr 2020 von derzeit 235 Milliarden Euro um 140 Prozent auf 566 Milliarden Euro wachsen. Die Wirtschaft Thailands wuchs bereits in den vergangen Jahren in einem hohen Maß und die Staatsverschuldung beträgt nur 40 Prozent des BIP. Die Neuverschuldung liegt bei drei Prozent des BIPs und die Arbeitslosenquote bei weniger als einem Prozent. Die Industrie steigerte die Ausfuhren enorm. Vor allem Japan nahm jüngst wieder Teile für den Autobau ab. China hat Japan als größten Handelspartner aktuell allerdings knapp überholt. Thailand ist zwar der weltgrößte Hersteller von Kautschuk und einer der größten Reisproduzenten, doch landwirtschaftliche Güter und Rohstoffe spielen eine untergeordnete Rolle im Export. Die wichtigsten Handelsgüter sind Autozubehör, Maschinenteile, Kunststoffteile, Textilien, Baumaterial und Schmuck. Ein weiterer Vorteil eines Thailand-Engagements ist die relative Eigenständigkeit im Kursverlauf. Die Schuldenkrisen in Europa und den USA dürften also vergleichsweise wenig Einfluss auf die Aktienkurse in Thailand haben.
Aufgrund der Marktenge thailändischer Aktien in Deutschland sollten Anleger in Fonds investieren, wie den Fidelity Thailand Fund (WKN 973 268) oder in Zertifikate auf den SET-50, wie das endlos laufende Papier der Deutschen Bank mit der Wertpapierkennnummer DB5 SET. Neben den Schwergewichten Bangkok Bank, dem Öl- und Gaskonzern PTT und dem Kohleproduzenten Banpu sind die Krung Thai Bank und Siam Cement interessant. Die Geschäfte der mehrheitlich im Staatsbesitz befindlichen Krung Thai Bank laufen bereits jetzt sehr gut. Die Reformen der neuen Regierung dürften zusätzlich für Wachstum sorgen. Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra will auch die Infrastruktur vor allem im ländlichen Raum ausbauen lassen, wovon Thailands größter Zementhersteller Siam Cement profitiert.
Änderungen in den Musterdepots im Börsenspiel von Focus Money:
Gerhard Martin, verantwortlich für das Musterportfolio der DAB Bank im Börsenspiel von Focus Money, hat seine 1.260 Anteilscheine von TUI mit Verlust und seine 500 Aktien von Südzucker mit Gewinn ausgebucht. Dafür hat er 250 Anteile an dem börsennotierten Fonds (Exchange Traded Fund, ETF; WKN A0N 62F) auf Silber zu 26,90 Euro eingebucht. Manuel Hölzle, zuständig für das Musterdepot der GBC AG, möchte seine 900 Titel von KTG Agrar mit Plus zu mindestens 16 Euro ausbuchen und dafür 1.000 Papiere von Helma Eigenheimbau zu höchstens 11,50 Euro aufnehmen.
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