Börsenwelt Presseschau: Bertrandt, Balda, Wind-Energie und BWT unter der Lupe
Der Aktionärsbrief kürt Bertrandt zum "Bullen der Woche". TradeCentre spricht im Zusammenhang mit Balda von einem Schatz. Börse Online sucht wegen des drohenden Super-GAUs in Japan Chancen in der Windenergie und hat ein passendes Derivat parat. ÖkoInvest gießt Wasser auf die Mühlen der Anhänger von BWT. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Aktionärsbriefes erklären, die schwachen Kurse von Bertrandt laden zum Kauf des "Bullen der Woche" mit einem Kursziel von 65 Euro ein. Das Ingenieurdienstleistungs-Unternehmen erlöst 90 Prozent der Umsätze mit deutschen Automobilherstellern. Wie anhand der Zahlen von Volkswagen oder BMW abzulesen ist, läuft deren Geschäft hervorragend und die Aussichten sind glänzend. Zudem stocken die Automobilkonzerne ihre Ausgaben für die Forschung auf, um neue Antriebstechnologien zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund lässt eine Änderung in der Aktionärsstruktur aufhorchen: Bereits im November 2010 stieg der Abgasspezialist Friedrich Boysen mit 7,45 Prozent bei Bertrandt ein und nun hat Boysen den Anteil auf 15 Prozent erhöht. Die Experten vermuten, dass Boysen weitere Aktien von Bertrandt kaufen wird, welche einem KGV von 8 für das Jahr 2012 günstig bewertet sind.
Änderungen in einem Musterdepot des Aktionärsbriefes:
Im spekulativ ausgelegten Musterportfolio sind die 3.000 Anteilscheine von Mensch & Maschine mit einem Gewinn von drei Prozent zu 4,45 Euro ausgestoppt worden. Die 1.000 Aktien von Silicon Sensor sind mit einem Verlust von zehn Prozent zu 8,60 Euro ausgestoppt worden und die 500 Papiere von Euromicron mit einem Minus von 16 Prozent zu 19,60 Euro. Dafür haben die Verantwortlichen 600 Titel von Data Modul zu 15,60 Euro aufgenommen und bei 13,50 Euro abgesichert. Nun sollen noch 1.000 Anteilscheine von Cancom IT Systeme und 600 Aktien von Bob Mobile eingebucht werden.

TradeCentre: Balda schüttet TPK aus
Das operative Geschäft von Balda läuft nicht rund (Anmerkung der Redaktion: Heute hat Balda die Zahlen für 2010 vorgestellt. TradeCentre verfasste den Bericht vor dieser Präsentation.), wie die Experten von TradeCentre erklären. Balda besitzt allerdings mit den rund 36 Millionen Aktien beziehungsweise etwa 16 Prozent an TPK einen Schatz. Die Anteilscheine des taiwanesischen Herstellers von berührungsempfindlichen Bildschirmen sind momentan bei einem Kurs von 735 Taiwanesischen Dollar mehr als zehn Euro je Aktie beziehungsweise insgesamt 635 Millionen Euro wert. Balda-Alleinvorstand Rainer Mohr kann eine Hälfte der TPK-Beteiligung ab April verkaufen und den Rest ab September. Die Experten vermuten, dass Mohr die TPK-Beteiligung tatsächlich veräußert (Mohr erklärte heute, die Ausschüttung einer Sonderdividende aus dem Verkaufserlös von TPK zu gegebener Zeit vorzubereiten.). TPK-Gründer und TPK- sowie Balda-Großaktionär Michael Chiang dürfte auf eine hohe Ausschüttung bestehen. Die Experten schätzen die im Jahr 2012 auszuzahlende Sonder-Dividende auf sieben bis acht Euro je Balda-Aktie. Wenn Mohr auch die defizitäre Sparte Mobiltelefon verkauft, ist Balda operativ komplett von Chiang gelöst (Chiang alleine hält allerdings 27,6 Prozent an Balda). Die Experten spekulieren, dass die Sparte Electronic Products mittlerweile profitabel arbeitet und das Segment Medical demnächst mit einem Zukauf gestärkt wird. Bei einem Börsenwert von 424 Millionen Euro ist Balda für die Experten kaufenswert.
Änderung im Realdepot des TradeCentre:
Simon Betschinger, Verantwortlich für das Realdepot, will seine 400 Anteilscheine der SGL Group mit Gewinn zu mindestens 31,50 Euro verkaufen.
Börse Online: Rückenwind für Windenergie
Im vergangenen Jahr haben die Windenergie-Werte stark an Börsenwert verloren, doch nach Angaben der Experten von Börse Online deutete sich zuletzt bereits an, dass das Schlimmste überstanden sein könnte. Bereits vor dem drohenden Super-GAU in Japan hat der mit zehn Werten bestückte Wind-Index der Royal Bank of Scotland die seit Sommer 2008 gültige Abwärtstrendlinie überwunden. Mit der jüngsten Entwicklung in Japan scheint dieser als eine Art globales Leitbarometer fungierende Index auch die leicht sinkende 200-Tagelinie nachhaltig überwinden können. Die Experten raten demnach zum Kauf des endlos laufenden Zertifikates (WKN AA0 WND) der Royal Bank of Scotland auf den RBS Wind-Index. Das erste Kursziel beträgt 62 Euro und der Stoppkurs sollte bei 44,90 Euro gesetzt werden.
Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:
Im dynamisch ausgelegten Musterdepot sind die 1.500 Anteilscheine von Quanmax mit einem Verlust von 18 Prozent zu 2,44 Euro ausgestoppt worden. Im konservativ aufgestellten Musterdepot sind die verbliebenen 85 Vorzugsaktien von Volkswagen mit einem Gewinn von 52 Prozent zu 104,58 Euro ausgestoppt worden. Im ausgewogen ausgelegten Musterportfolio sind die 120 Anteilscheine von BASF mit einem Gewinn von einem Prozent zu 53,90 Euro ausgestoppt worden sowie die 210 Aktien von BayWa mit einem Plus von 29 Prozent zu 28,90 Euro. Im Trend-Musterdepot sind die 100 Anteilscheine von Lukoil, die 200 börsennotierten Fonds (WKN LYX 0AT) Stoxx Industrial Goods & Services und die 300 ETFs (WKN A0F 5UC) Stoxx Travel & Leisure jeweils mit Gewinn ausgestoppt worden. Anscheinend sind auch die 150 Aktien von Anglo American mit leichtem Gewinn und die 1.000 Papiere von Jenoptik mit leichtem Verlust ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 1.500 capped Call-Optionsscheine (WKN DZ2 PCL) auf das Währungspaar Euro/Japanischer Yen zu 2,73 Euro aufgenommen und bei 1,60 Euro abgesichert. Nun wollen sie noch 100 Zertifikate (WKN AA0 WND) auf den RBS Wind-Index zu höchstens 54 Euro einbuchen und den Stoppkurs bei 44,90 Euro setzen.
ÖkoInvest: Bei BWT fließt eine halbe Milliarde Euro
BWT, die Best Water Technology Gruppe, hat im Jahr 2010 den Umsatz um 15 Prozent auf fast 461 Millionen Euro gesteigert. Das EBIT legte um mehr als 17 Prozent auf 31,5 Millionen Euro zu. Aufgrund einer höheren Steuerquote sank der Nettogewinn allerdings um ein Prozent auf 22,8 Millionen Euro beziehungsweise 1,32 Euro je Aktie. Obwohl BWT größere (Erweiterungs)-Investitionen plant, soll die Dividende stabil bei 0,40 Euro pro Anteilschein gehalten werden. In dem noch bis längstens 26. Mai nächsten Jahres laufenden Aktienrückkaufprogramms sollen bis zu 1.140.237 Aktien respektive 6,4 Prozent des Grundkapitals erworben werden, welche nach Ansicht der Experten von ÖkoInvest zusammen mit den bereits gehaltenen 2,24 Prozent auch als Akquisitionswährung eingesetzt werden können. Die Experten schätzen den Umsatzzuwachs im laufenden Jahr auf acht bis zehn Prozent, so dass BWT im Jahr 2011 erstmal mehr als 500 Millionen Euro erlösen dürfte. Auch deshalb ist die Aktie weiterhin kaufenswert.
Änderungen im Musterdepot des Chart Trader:
Die 185 Vorzugsaktien von Drägerwerk sind mit einem Verlust von zwei Prozent zu 58,32 Euro ausgestoppt worden und die 395 Aktien von E.on mit einem Minus von zwölf Prozent zu 21,80 Euro. Nun wollen die Verantwortlichen für das Musterportfolio 310 Anteile des börsennotierten Fonds (WKN A1E K0Q) auf das Währungspaar Euro/Australischer Dollar zu höchstens 47,65 Euro einbuchen und bei 45,80 Euro absichern.
Änderungen im Musterdepot des Zertifikate & Optionsscheine Trader:
Die 236 Long-Zertifikate (WKN BN5 X7W) auf das Währungspaar Euro/Japanischer Yen sind mit einem Gewinn von drei Prozent zu 8,06 Euro ausgestoppt worden und die 2.600 Bull-Zertifikate (WKN CM7 LKT) auf RWE mit einem Verlust von 14 Prozent zu 0,95 Euro.
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