Werner Sperber
Platow Derivate spielt riskant den Einstieg bei BASF mit Hilfe eines Zertifikates. Das Zertifikatejournal greift bei Nordex mit einem Derivat an. Fuchs Kapitalanlagen geht davon aus, mit Lukoil gut zu fahren. Der Frankfurter Börsenbrief baut mit drei Werten auf die japanische Bauindustrie. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Platow Derivate erinnern an die derzeitig enorme Unsicherheit und die zum Teil irrationalen Schwankungen bei den Einzelwerten an den Börsen. Dieses Umfeld bietet allerdings auch Chancen, mit einem Abstauberlimit zum Zug zu kommen. Das könnte bei etwaigen Panikverkäufen durchaus erreicht werden, zumal am heutigen Freitag ein "Hexensabbat", also ein großer Verfallstag für Terminkontrakte, ist. Bei BASF entspricht das Limit einem Aktienkursniveau von rund 52,50 Euro. Knapp darüber befindet sich eine wichtige horizontale Unterstützung, knapp darunter verläuft der gleitende 200-Tage-Durchschnitt. Der Stoppkurs liegt bei knapp 49 Euro. Als Vehikel für diesen Einstieg haben die Experten das endlos laufende Long-Zertifikat (WKN TB8 Z7G) von HSBC Trinkaus auf BASF ausgesucht. Der Schein weist eine Basis bei 40,60 Euro, eine Knock-out-Schwelle bei 42,02 Euro und einen Hebel von derzeit 3,5 auf.
Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:
Die Verantwortlichen für das Derivate-Musterportfolio haben 280 ihrer zuvor 560 Long-Zertifikate (WKN BC1 GJL) auf das Währungspaar Australischer Dollar/US-Dollar mit Verlust ausgebucht. Die 5.500 Call-Optionsscheine (WKN DB4 7KX) auf die Merck KGaA sind zum Einstandskurs ausgestoppt worden. Die 2.000 Call-Optionsscheine (WKN DE3 HEH) auf Vossloh, die 2.500 Long-Zertifikate (WKN GS3 PJ8) auf HeidelbergCement, die 1.100 Long-Zertifikate (WKN BN8 A2K) auf Qiagen, die 6.000 Call-Optionsscheine (WKN DE5 B46) auf Beiersdorf, die 400 Long-Zertifikate (WKN AA2 7EQ) auf Gold, die 650 Long-Zertifikate (WKN BC1 GBZ) auf das Währungspaar US-Dollar/Japanischer Yen, die 260 Long-Zertifikate (WKN BN6 PTC) auf das Währungspaar Euro/Schweizer Franken und die 600 Call-Optionsscheine (WKN DB9 L1U) auf das Währungspaar Euro/Schweizer Franken sind jeweils mit Verlust ausgestoppt worden. Die Verantwortlichen wollen nun 470 Inline-Optionsscheine (WKN SG1 TZ2) auf den DAX zu höchstens fünf Euro, 550 Long-Zertifikate (WKN SG1 1HK) auf das Währungspaar Euro/Australischer Dollar zu maximal 6,80 Euro, 3.200 Long-Zertifikate (WKN TB8 Z7G) auf BASF für nicht mehr als 1,20 Euro und 1.800 Call-Optionsscheine (WKN DB9 P65) auf die Stammaktien von MAN zu höchstens 1,70 Euro aufnehmen. Die Verantwortlichen für das Alpha-Turbo-Musterdepot haben ihre 3.100 Alpha-Turbo-Long-Zertifikate (WKN DZ0 CM1) auf eine bessere Wertentwicklung der Aktie der Münchener Rückversicherung als der DAX mit einem Verlust ausgebucht. Die 1.600 Long-Zertifikate (WKN DZ2 QP2) auf das Paar QSC/DAX sind mit einem Minus ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 3.000 Short-Zertifikate (WKN DZ2 QQ7) auf das Paar Aurubis/DAX zu 1,25 Euro aufgenommen (Stoppkurs bei 0,77 Euro). Zudem haben sie 3.100 Long-Zertifikate (WKN DZ2 QM8) auf das Paar Deutsche Wohnen AG/DAX zu 0,90 Euro (Stopp bei 0,46 Euro), 2.400 Long-Zertifikate (WKN DZ0 CNW) auf das Paar Gerry Weber/DAX zu 3,40 (Stopp bei 2,79 Euro), 3.900 Short-Zertifikate (WKN DZ2 QQ6) auf das Paar MTU Aero Engines/DAX zu 1,10 Euro (Stopp bei 0,73 Euro), 2.150 Short-Zertzifikate (WKN DZ2 QRS) auf das Paar ElringKlinger/DAX zu 1,55 Euro (Stopp bei 0,92 Euro) und schließlich noch 2.500 Long-Zertifikate (WKN DZ2 QPV) auf das Paar Manz Automation/DAX zu 1,30 Euro (Stopp bei 0,73 Euro) eingebucht.

Das Zertifikatejournal: Nordex, denn jetzt kommt Rückenwind
Im Zuge des drohenden Super-GAUs in Japan gerät nach Ansicht der Experten des Zertifikatejournals wieder Bewegung in die deutsche Energiepolitik. Neben Solar-Aktien sind deshalb auch Windenergie-Werte an der Börse gefragt. Der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex hat Ende Februar Zahlen für das Jahr 2010 vorgelegt, welche dank eines erfolgreichen vierten Quartals deutlich besser ausgefallen sind, als die noch im November gesenkten Prognosen. Der Umsatz sank zwar auf rund 972 Millionen Euro, doch die EBIT-Marge stieg von 3,5 auf vier Prozent. Die Experten raten zum Kauf des am 23. Juni fälligen Diskont-Zertifikats (WKN CM1 H46) der Commerzbank auf Nordex. Der maximale Rückerstattungs-Betrag beläuft sich auf acht Euro. Die Rendite beträgt damit 10,9 Prozent beziehungsweise 44,4 Prozent auf ein Jahr gerechnet.
Fuchs Kapitalanlagen: Lukoil, denn der Konzern ist die Nummer 1
Die Lage im Nahen Osten und aktuell vor allem im Königreich Bahrain ist brisant. Nach Ansicht der Experten von Fuchs Kapitalanlagen könnte die gesamte Golfregion näher an den Iran heranrücken und einen zunehmend antiwestlichen Kurs verfolgen. Die Versorgung der Industriestaaten mit Öl steht damit auf wackeligeren Beinen denn je. Russland hat sich der Ansicht der Experten zufolge bisher als verlässlicher Geschäftspartner Europas erwiesen und die Nummer 1 der Ölförder-Konzerne ist Lukoil. Das Unternehmen hat Zugriff auf 13,7 Milliarden Barrel Rohölreserven. Diese Menge entspricht einem Prozent der weltweiten Vorräte. Alle anderen privat geführten Ölkonzerne, einschließlich Weltmarktführer Exxon Mobil, weisen weniger Reserven auf. Der US-Konzern überflügelt Lukoil nur, wenn die Erdgasvorräte beider Konzerne hinzugerechnet werden. Allerdings beträgt der Börsenwert von Lukoil lediglich 42 Milliarden Euro, während Exxon Mobil mehr als das Zehnfache kostet. Lukoil ist zudem mit einem KGV von 6 schon für das Jahr 2010 der am günstigsten bewertete große Ölkonzern. Die Aktie sollte deshalb mit einem Kursziel von 13 Euro und einem Stoppkurs bei 9,25 Euro gekauft werden.
Änderungen im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben ihre 200 Anteilscheine der Bauer AG mit einem Gewinn von sechs Prozent zu 34 Euro ausgebucht. Die 600 Aktien von Microsoft sind mit einem Verlust von drei Prozent zu 17,94 Euro ausgestoppt worden. Die 250 Titel von Novartis sind mit einem Gewinn von 36 Prozent zu 39,40 Euro ausgestoppt worden und die 150 Papiere von Vossloh mit einem Plus von 19 Prozent zu 88,50 Euro.
Frankfurter Börsenbrief: Sumitomo Osaka, denn Japan wird wieder aufgebaut
Nach dem Erdbeben und dem Tsunami und dem möglichen Super-GAU wird Japan wieder aufgebaut werden, dessen sind sich die Experten des Frankfurter Börsenbriefes sicher. Sie loben zudem die Ingenieurskunst der Japaner, die Häuser zu bauen verstehen, welche Erdbeben vergleichsweise sehr gut überstehen können. Die Naturmächte haben vor allem die Infrastruktur zerstört und für den Neubau von Straßen oder Hafenanlagen wird vor allem Beton benötigt. Zement-Hersteller Sumitomo Osaka hat jüngst Preissteigerungen von zehn Prozent durchgesetzt und gute Neunmonats-Zahlen vorgelegt. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 2,8 Prozent, der operative Gewinn um rund 193 Prozent und das Vorsteuerergebnis um 636 Prozent. Bislang hatte der Vorstand eine Verdreifachung des Gewinns als Ziel für das gesamte Geschäftsjahr angegeben. Die Experten raten mit einem Kursziel von 400 Japanischen Yen und einem Stopp-Loss bei 179 Yen zum Einstieg. Zudem gestehen die Experten auch den schwankungsfreudigen Aktien der beiden Baukonzerne Kajima und Taisei Potenzial zu, wenn die genaue Schadenshöhe in Japan geklärt ist. Die Anteilscheine von Kajima sollten erst ab einem Kurs von 255 Yen mit einem Kursziel von 360 Yen und einem Stoppkurs bei 208 Yen gekauft werden. Für die Anteilscheine von Taisei gilt ein entsprechender Stopp-Buy ab Notierungen von 215 Yen. Das Kursziel beträgt 344 Yen mit einer Absicherung bei 184 Yen.
Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:
Die Verantwortlichen für das kurzfristig ausgerichtete Musterportfolio haben ihre 111 Vorzugsaktien von MAN mit einem Verlust von sieben Prozent zu 53,12 Euro ausgebucht.
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