Werner Sperber
Die Prior Börse wirbt: BASF im Sonderangebot. Der Frankfurter Börsenbrief zeigt sich von der angehobenen Zielen von Dialog Semiconductor beeindruckt. Platow Derivate sieht bei TUI alle Hoffnungen zunächst verloren und stellt ein passendes Zertifikat vor. Fuchs Kapitalanlagen rät konservativen Anlegern zu einem Engagement bei Statoil. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Prior Börse danken dem derzeitigen Börsencrash, denn deswegen gibt es die Aktie des weltgrößten Chemiekonzerns im Sonderangebot. Auf Basis der Vorstandsprognose errechnet sich ein wirklich günstiges KGV von 7 für dieses Rekordjahr. Die Dividendenrendite beläuft sich auf 4,8 Prozent. Die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF) wächst profitabel. In den vergangenen zehn Jahren verdoppelte sich der Umsatz und versechsfachte sich der Gewinn. Dabei setzt der Konzern besonders auf die stark wachsenden Schwellenländer. Der Anteil aus den Emerging Markets am Gesamtumsatz beträgt aktuell 27 Prozent. Ein weiterer Wachstumstreiber sind Innovationen, wie etwa Batterien für Elektroautos. So möchte das Management weiter stetig sowie im Jahresschnitt um zwei Prozent schneller wachsen als die gesamte Chemiebranche. Eine, von vielen Ökonomen befürchtete, Abschwächung der Konjunktur dürfte nur einen vorübergehenden Einfluss auf den Geschäftsverlauf von BASF haben.

Der Frankfurter Börsenbrief: Dialog überrascht positiv
Der Vorstand von Dialog Semiconductor hat das Umsatzziel für das dritte Quartal auf die Rekordwerte von 137 bis 140 Millionen Euro angehoben. Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes loben unterdessen noch einmal die Halbjahreszahlen sowie die starke Bilanz. Damit zeigt sich das Unternehmen in der Halbleiterbranche relativ stark. Der Branchenverband SEMI ermittelte für die Halleiterkonzerne Nordamerikas eine Book-to-Bill-Ratio von 0,8 für September, im August belief sich diese Kennziffer auf 0,85. Das bedeutet: Aktuell stehen einem Umsatz von 100 Dollar im Schnitt 80 Dollar an neuen Auftragswerten gegenüber. Dialog Semiconductor ist in der Nische der Powermanagement-Lösungen tätig. Diese Technologie soll Laufzeiten von Akkumulatoren verlängern, was ein entscheidendes Thema für die sogenannten Tablet-PCs und Smartphones ist. Damit bedient das Unternehmen wachstumsstarke Zielmärkte: Es wird geschätzt, dass der Markt für Smartphones von aktuell 325 Millionen Einheiten auf 430 Millionen Einheiten im Jahr 2013 wachsen wird. Bei Tablet-PCs dürfte der Markt von jetzt 65 Millionen Einheiten auf 200 Millionen im Jahr 2015 zulegen. Langfristig orientierte Anleger sollten ab Notierungen von 15,02 Euro mit einem Kursziel von 24 Euro einsteigen und ihr Engagement bei 11,78 Euro absichern.
Platow Derivate: Keine Hoffnung mehr bei TUI
Bei TUI scheinen die Aktionäre die Hoffnung auf Besserung zumindest für den Aktienkurs längst aufgegeben zu haben. Die Experten von Platow Derivate begründen ihre Einschätzung mit der immer weiter sinkenden Notierung. Zwischenzeitlich waren die Anteile kurz von den Anhängern sogenannter "Fallen Angels" gefragt, als die besonders stark gesunkenen Werte gekauft worden sind. Doch nun drohen Zeitungsberichten zufolge bereits wieder die nächsten Rückschläge. Demnach biete der Staatsfonds aus dem Sultanat Oman nicht mehr für die Anteile von TUI an der Reederei Hapag-Lloyd. Der Abwärtstrend dürfte also anhalten, wobei ein Short-Einstieg bei etwas mehr als 4,40 Euro abgesichert werden sollte. Eine Unterstützung für den Aktienkurs befindet sich bei 3,25 Euro. Risikobereite Anleger sollten deshalb das endlos laufende Short-Zertifikat (WKN GS6 R24) von Goldman Sachs auf TUI kaufen. Der Schein ist mit einer Basis bei 5,46 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 5,10 Euro und einem Hebel von derzeit 2,7 ausgestattet.
Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:
Im Derivate-Musterportfolio sind die 420 Short-Zertifikate (WKN BC1 UTQ) auf den DAX, die 2.000 Bear-Zertifikate (WKN CK2 CRW) auf Praktiker und die 190 Long-Zertifikate (WKN CG2 QY7) auf Gold jeweils mit Verlust sowie die 7.000 Short-Zertifikate (WKN DZ5 XWZ) auf die Aareal Bank mit einem Gewinn ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 200 Put-Optionsscheine (WKN DE0 KND) auf den DAX zu 10,70 Euro (Stoppkurs bei 7,90 Euro), 3.000 Put-Optionsscheine (WKN DE1 TKV) auf Rheinmetall zu 0,95 Euro (Stoppkurs bei 0,64 Euro), 2.200 Short-Zertifikate (WKN GS6 R24) auf TUI zu 1,50 Euro (Stoppkurs bei 1,10 Euro) und 1.750 Long-Zertifikate (WKN TB9 VMR) auf Kabel Deutschland zu 1,53 Euro (Stoppkurs bei 0,99 Euro) aufgenommen. Die Verantwortlichen für das Alpha-Turbo-Musterdepot haben ihre 1.900 Alpha-Turbo-Short-Zertifikate (WKN DZ2 QVD) auf das Paar Metro/DAX mit Gewinn ausgebucht. Mit diesem Schein haben sie auf eine schlechtere Wertentwicklung der Aktie von Metro als der DAX spekuliert. Dafür haben sie 1.800 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 SV6) auf das Paar K+S/DAX aufgenommen. Diese Position ist mit einem Verlust ausgestoppt und danach erneut zu 0,92 Euro aufgenommen und nun bei 0,35 Euro abgesichert worden.
Fuchs Kapitalanlagen: Statoil ist auch für Vorsichtige richtig
Seit Mitte der 1980er Jahre ist keine so große Lagerstätte mehr in Norwegen gefunden worden, wie es Statoil im August gelungen ist. Der norwegische Öl- und Gas-Konzern entdeckte vor der norwegischen Nordsee-Küste ein Öl-Vorkommen, das 0,5 bis 1,2 Milliarden Fass zu 159 Litern umfasst. Statoil gehören 40 Prozent an diesem Feld. Damit dürften Bedenken verstummen, das Unternehmen weise nur sinkende Reserven aus. Der Vorstand plant, die Fördermenge bis zum Jahr 2020 um drei Prozent pro anno zu erhöhen. Bezüglich der Förderkosten möchte das Management das günstigste Viertel der Branche erreichen. Jüngst stiegen diese Aufwendungen um 15 Prozent, lagen jedoch mit acht Dollar pro Barrel Öl-Äquivalent allerdings auf einem ungemein niedrigen Niveau. Die Experten von Fuchs Kapitalanlagen loben das Rating des Unternehmens, die solide Bilanz, die guten Halbjahreszahlen und die positive Entwicklung der Gewinnspannen des Konzerns. Eine sich abschwächende Konjunktur muss zwar aus heutiger Sicht einkalkuliert werden. Die gesenkten Schätzungen für das nächste Jahr von 2,40 Euro je Aktie berücksichtigen jedoch bereits einen starken Rückgang der Wirtschaftsleistung. Das KGV beträgt dennoch lediglich günstige 6 und die Dividendenrendite sechs Prozent. Auch sicherheitsorientierte Anleger sollten die Anteile mit einem Kursziel von 19,90 Euro und einem Stoppkurs bei 13,26 Euro kaufen.
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