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Börsenwelt Presseschau: Barrick Gold, Autobank AG, HeidelbergCement und United Power unter der Lupe

Werner Sperber

Die Börse am Sonntag möchte mit Barrick Gold auch bei einer möglichen Korrektur gut verdienen und hat ein passendes Derivat parat. Die Euro am Sonntag beschäftigt sich mit dem Börsengang der Autobank AG. Die Platow Börse hält HeidelbergCement für aussichtsreich. Der Anlegerbrief performaxx untersucht die Chancen beim IPO von United Power. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Börse am Sonntag verweisen darauf, dass die privatwirtschaftliche Notenbank der USA noch mehr Geld in die Finanzmärkte pumpen will. Deshalb erwarten viele Analysten weitere Preissteigerungen von Gold, als werthaltigere Alternative zu dem Papiergeld. Davon würde Barrick Gold als weltgrößter Goldproduzent deutlich profitieren. Allerdings ist auch eine Korrektur des Aktienkurses möglich, nachdem die Notierung in den vergangenen 20 Monaten rasant gestiegen ist. In dieser Ausgangslage empfehlen die Experten das am 12. Dezember 2011 fällige, währungsgesicherte Discount-Zertifikat (WKN AA1 9LA) der Royal Bank of Scotland auf die Aktie von Barrick Gold zum Kauf. Die Bank zahlt höchstens 40 Dollar zurück, was einer Rendite von maximal 7,7 Prozent beziehungsweise 7,3 Prozent auf das Jahr gerechnet entspricht.

Die Euro am Sonntag: Die Autobank ist interessant, aber es gibt bessere    

Autohändler müssen die Fahrzeuge, Gebäude, Personal und andere Dinge (vor-)finanzieren. Dazu nutzen sie Darlehen der Autohersteller, Kreditlinien der Hausbanken und Finanzierungen von speziellen, unabhängigen Anbietern, wie etwa der Autobank AG (ISIN AT0000A0K1J1). Diese Gesellschaft hat sich auf Finanzierungen rund um das Auto spezialisiert und will an die Börse. Bis zum Dienstag, 16. November, bietet das österreichische Unternehmen 1,89 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung plus einer möglichen Mehrzuteilungs-Option von weiteren 283.500 Anteilscheinen zu 2,50 Euro zur Zeichnung an. Bei dem Initial Public Offering (IPO) wird also ein Bruttoerlös zwischen 4,73 und 5,53 Millionen Euro angestrebt. Der erste Handelstag im Segment Entry Standard ist für Freitag, 19. November, geplant. Der Vorstand der Autobank AG will die Einnahmen aus dem IPO verwenden, um die Bilanz zu stärken und den gestiegenen Eigenkapitalanforderungen gerecht zu werden. Zudem soll damit die Expansion im hart umkämpften Markt Deutschland vorangetrieben werden. Dazu hat sich die Autobank mit 50 Prozent an dem deutschen Leasinganbieter Lease Trend beteiligt. Bislang finanziert das Institut 110 österreichische Autohändler mit 40 Millionen Euro. Die Autohändler wiederum vermitteln der Bank Leasingverträge der Privatkunden für die von der Autobank finanzierten Leasing-Fahrzeuge der Händler. Zudem haben derzeit 40.000 Sparer ein Festgeldkonto bei dem Institut. Die VEM Aktienbank organisiert den Börsengang der Autobank AG. Die VEM schätzt, dass der Börsenkandidat im laufenden Jahr auch aufgrund der Kosten für den Börsengang 400.000 Euro Verlust erwirtschaftet. Im Jahr 2011 soll die Autobank AG rund 180 Autohändler finanzieren, von denen 20 aus Deutschland kommen. Der Gewinn dürfte 1,59 Millionen Euro betragen und im Jahr 2012 sollen es 2,63 Millionen Euro sein. Die VEM gibt den "fairen Wert" der Aktie mit 2,96 Euro an. Joachim Spiering, Experte der Euro am Sonntag, hält dagegen das Geschäftsmodell zwar für interessant, eine Zeichnung drängt sich dennoch nicht auf, denn an der Börse gibt es bereits gute Firmen, die schon Gewinne erzielen. Spiering rät dazu, die Autobank AG zu beobachten.

Die Experten der Euro am Sonntag raten zudem von einer Zeichnung von United Power Technology ab. Der angestrebte Börsenwert von 180 bis 240 Millionen Euro wird mit ambitionierten Gewinnprognosen begründet, was Enttäuschungen möglich macht.

Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:

Jens Castner, Verantwortlicher für das defensiv aufgestellte Musterportfolio, hat 200 Bonus-Zertifikate (WKN CM4 R0F) auf Microsoft zu 27,67 Euro und 100 Zertifikate (WKN 709 333) auf den DAX zu 65,99 Euro aufgenommen. Joachim Spiering, zuständig für das offensiv ausgerichtete Musterdepot, hat seine 115 Anteilscheine von Apple mit einem Verlust von drei Prozent zu 215,08 Euro ausgebucht. Dafür hat er 250 Reverse-Bonus-Zertifikate (WKN SG1 H1X) auf den DAX zu 98,79 Euro eingebucht. Nun will er 700 seiner 1.900 Vorzugsaktien von ProSiebenSat.1 sowie 400 seiner 1.530 Aktien von Kinghero aus dem Depot nehmen und 17.000 Papiere von GCI Industrie zu höchstens 1,50 Euro aufnehmen. Sven Parplies verwaltet das Momentum-Musterportfolio. Dort sind die 1.010 Anteilscheine von Wirecard wohl mit einem leichten Gewinn und die 728 Titel von Dialog Semiconductor wohl mit Verlust ausgebucht worden. Nun sollen noch die 1.784 Anteilscheine von ADVA Optical anscheinend mit Verlust ausgebucht werden. Dafür hat Parplies 775 Aktien von Gildemeister zu 12,87 Euro und 92 Vorzugsaktien von Volkswagen zu 108 Euro aufgenommen. Nun will er noch Titel von Wirecard wieder einbuchen.

Die Platow Börse: HeidelbergCement entwickelt sich stark

Nach der Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal ist der Aktienkurs von HeidelbergCement deutlich gestiegen. Damit ist die rund zweimonatige Phase der Seitwärtsbewegung beendet. Der Konzern hat die guten Ergebnisse vor allem den guten Geschäften in den Schwellenländern zu verdanken. Vorstandsvorsitzender Bernd Scheifele erwartet in den kommenden Quartalen zudem Wachstum in Nordamerika und Europa. Der positive Kurstrend dürfte sich nach Ansicht der Experten der Platow Börse daher fortsetzen, obwohl unter anderem die Rohstoffkosten steigen. Allerdings will HeidelbergCement auch die eigenen Preise erhöhen. Die Analysten schätzen den Gewinn je Aktie für 2010 auf 2,65 Euro und für 2011 auf 4,08 Euro, was einem attraktiven KGV von 10 entspräche. Bis zu Kursen von 41 Euro dürfte sich also der Einstieg mit einem Stoppkurs bei 33 Euro lohnen.

Der Anlegerbrief performaxx: United Power überzeugt        

United Power Technology (WKN A1E MAK) bietet bis zum Mittwoch, 10. November, fünf Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung zuzüglich bis zu 750.000 Anteilscheine als Mehrzuteilungs-Option an, welche von den drei Konzerngründer stammen würden, die jeweils knapp ein Drittel der Aktien halten. Der erste Handelstag im Segment Prime Standard ist für Freitag, 12. November, geplant. Die Preisspanne liegt bei zwölf bis 16 Euro und der Bruttoerlös damit im Erfolgsfall bei 60 Millionen bis 92 Millionen Euro. Der chinesische Hersteller von tragbaren Strom-Generatoren will mit den Einnahmen die Kapazitäten deutlich ausbauen, um die schnell wachsende Nachfrage befriedigen beziehungsweise weitere Marktanteile gewinnen zu können. Der Markt für portable Stromgeneratoren ist schon jetzt groß und die Tendenz ist steigend. In einigen Ländern erfordern Stromausfälle leistungsfähige Stromgeneratoren, in anderen dagegen ist es der schnell zunehmende Lebensstandard, der den Ruf nach immer mehr Stromkapazitäten laut werden lässt. Da eine flächendeckende Stromversorgung vielerorts jedoch noch ein Luxusgut ist, kommen die Gerätschaften von United Power sehr gut an. Die Geräte von United Power sind nach Ansicht der Experten des Anlegerbriefes performaxx ähnlich leistungsstark wie die der Konkurrenz von Honda, Yamaha und anderen, jedoch deutlich preisgünstiger. United Power vertreibt die Geräte in Europa und Nordamerika teilweise unter dem Namen dieser Wettbewerber und in China und einigen Schwellenländern als günstige Geräte der Marke United Power. Der Umsatz stieg in den vergangenen drei Jahren um rund 40 Prozent pro anno, wobei der Zuwachs im Jahr 2009 "nur" 30 Prozent betragen hat. In den ersten sechs Monaten 2010 verdoppelten sich die Erlöse im Jahresvergleich auf 41,2 Millionen Euro. Die Experten schätzen den Umsatz für die Jahre 2010 und 2011 auf 90 Millionen beziehungsweise 135 Millionen Euro und den Gewinn je Aktie auf 1,15 Euro respektive 1,75 Euro, was Kurs-Gewinn-Vielfachen von 12 beziehungsweise 8 entsprechen würde. Damit ist United Power im Peergroup-Vergleich am günstigsten bewertet und weist zudem die höchsten mittelfristigen Wachstumsraten auf. Der Vorstand von United Power will etwa ein Drittel des Gewinns an die Aktionäre ausschütten, was einer Dividendenrendite zwischen drei und fünf Prozent entspräche. United Power überzeugt die Experten, da die Wachstumsziele realistisch seien, die Gewinnmargen hoch und das Unternehmen sehr gut aufgestellt ist, um schnell und nachhaltig weitere Marktanteile zu  gewinnen. Die Experten empfehlen die Zeichnung beziehungsweise einen Kauf an der Börse, sofern der Kurs nicht sofort nach der Notiz anzieht. Das Kursziel beträgt 18 bis 20 Euro.

Änderungen im Musterdepot von Financial Fortune:

Nachdem das Musterportfolio in der vergangenen Ausgabe augenscheinlich beinahe komplett falsch dargestellt worden ist, weshalb wir darauf verzichtet haben, mögliche Änderungen anzugeben, sieht das Musterdepot nun wohl folgendermaßen aus: Die 200.000 Anteilscheine von Alexium International und Innocent sind mit Verlusten von 14 beziehungsweise 17 Prozent zu 0,12 respektive 0,50 Euro ausgestoppt worden. Die 50.000 Aktien von Grit International sind mit einem Gewinn von 13 Prozent zu 0,85 Euro ausgestoppt worden. Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben dafür 40.000 Papiere von Clenergen zu 0,60 Euro sowie 600.000 Titel von Global Hunter zu 0,08 Euro aufgenommen und die Stoppkurse bei 0,75 Euro beziehungsweise 0,06 Euro gesetzt.

Änderungen im Musterdepot des Hot Stocks Investor:

Die 30.000 Anteilscheine von Aldridge Minerals sind mit einem Verlust von 16 Prozent zu 0,60 Euro und die 40.000 Aktien von Champion Minerals zum Einstandskurs von 0,62 Euro ausgestoppt worden. Die 6.000 Titel von Uranium Energy sind mit einem Gewinn von vier Prozent zu 2,60 Euro und die 40.000 Papiere von High River Gold mit einem Plus von 44 Prozent zu 0,80 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 40.000 Anteilscheine von Riverstone Resources zu 0,56 Euro aufgenommen und bei 0,45 Euro abgesichert sowie 400.000 Aktien von Global Hunter zu 0,08 Euro eingebucht und den Stopp-Loss bei 0,06 Euro platziert.

Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.  

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