Werner Sperber
Aktien-Strategie und Der Aktionärsbrief beschäftigen sich mit den "fallenden Messern" Asian Bamboo und Nokia. Börse Online sieht gute Chancen für die Aktie von QSC und für ein Zertifikat auf K+S. Der Zertifikate & Optionsscheine Trader spekuliert mit einem Derivat auf eine Gegenbewegung des Aktienkurses der Allianz. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Aktien-Strategie verweisen darauf, dass der Aktienkurs von Asian Bamboo massiv unter Druck steht, nachdem es bei einem Wettbewerber zu Bilanzunregelmäßigkeiten gekommen ist. Das auf den Anbau und die Bewirtschaftung von Bambusplantagen spezialisierte Unternehmen versucht gegenzusteuern. Dazu verweist der Vorstand auf die eigenen Jahresabschlüsse, die von renommierten Wirtschaftsprüfern kontrolliert seien. Zudem kauft das Unternehmen eigene Aktien zurück. Doch der Kurs sinkt weiter. Das für deutsche Verhältnisse ungewöhnliche Geschäftsmodell, das sich in der Bilanz in hohen Pachtvorauszahlungen und Zahlungen für Bodennutzungsrechte niederschlägt, ist auf jeden Fall anfällig für Spekulationen. Wer mutig genug ist, den Griff ins "fallende Messer" zu wagen, dem bietet sich eine gute Chance, sollten sich die Anschuldigungen in Luft auflösen. Schließlich liegt das KGV aktuell nur noch bei 7,6 und das Wachstum für das laufende Jahr soll 65 Prozent betragen.

Der Aktionärsbrief: Auch Nokia ist ein "fallendes Messer"
Nokia, der ehemalige Branchenprimus im Mobiltelefongeschäft, ist nach Ansicht der Experten des Aktionärsbriefes nur mehr ein Schatten seiner selbst und hat den Anschluss verloren. Das große Geld wird derzeit mit den sogenannten Smartphones verdient und in diesem Segment hat sich der Marktanteil von Nokia innerhalb der vergangenen vier Jahre auf 25 Prozent halbiert. Bei den Standardmobiltelefonen sank der Marktanteil innerhalb eines Jahres von 37 auf 28 Prozent. Das Betriebssystem Symbian ist technisch nicht mehr den Anforderungen gewachsen. Stephen Elop, der seit September 2010 Vorstandsvorsitzender ist, saniert Nokia und hat eine Kooperation mit Microsoft vereinbart. Das erste auf dem Microsoft-Betriebssystem Windows basierende Smartphone von Nokia soll im vierten Quartal auf den Markt kommen. Da viele Marktteilnehmer anscheinend schnellere Ergebnisse der Sanierung erwartet haben, sind sie von den jüngsten Zahlen enttäuscht worden. Der entsprechende Kursrutsch hat die Aktie allerdings richtig billig gemacht. Die Bilanz ist kerngesund und bei einem Börsenwert von rund 17 Milliarden Euro beträgt das Eigenkapital 14,4 Milliarden Euro und die Netto-Barmittel etwa 6,4 Milliarden Euro beziehungsweise 1,60 Euro je Aktie. Bei einem Streubesitzanteil von 97 Prozent wird das Unternehmen mehr und mehr zum Übernahmekandidaten. Wer jetzt kauft, greift aber in ein "fallendes Messer". Nur wer damit umgehen kann, sollte eine erste Position aufbauen. Alle anderen warten auf eine Bodenbildung und erste operative Erfolge.
Änderungen in den Musterdepots des Aktionärsbriefes:
Im Allround-Musterportfolio sind die 400 Anteilscheine von Brasil Foods mit einem Gewinn von elf Prozent zu 12,50 Euro ausgestoppt worden. Im spekulativ ausgerichteten Musterdepot sind die 1.000 Aktien von Cancom IT-Systeme mit einem Plus von 22 Prozent zu 9,50 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 400 Vorzugsaktien von WMF zu 26,50 Euro (Stoppkurs bei 22 Euro), 1.000 Titel von Helma Eigenheimbau zu 11,50 Euro (Stoppkurs bei 9,70 Euro) und 1.000 Papiere von Villeroy & Boch zu 7,40 Euro aufgenommen.
Börse Online: QSC und K+S sind aussichtsreich
In der ersten Hälfte des laufenden Jahres hat der Aktienkurs von QSC die Rallye aus dem zweiten Halbjahr 2010 konsolidiert. Dabei ist die Unterstützung regelmäßig erfolgreich getestet worden, welche von der 200-Tagelinie und der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie gebildet wird. Das werten die Experten von Börse Online als Bestätigung für die intakte Hausse. Diese Unterstützung befindet sich derzeit bei 2,55 bis 2,60 Euro. Entsprechend sollte der Stoppkurs bei 2,45 Euro gesetzt werden. Das Kursziel beträgt vier Euro. Kaufgründe sind eine Verbesserung des MACD-Indikators und das Ende des mittelfristigen Abwärtstrends.
Die Experten von Börse Online verweisen darauf, dass in diesem Jahr sowohl in Europa als auch in China Dürre herrscht, wogegen es in den USA zuviel regnet. Deshalb dürften die Ernten schlecht sein und die Lebensmittelpreise steigen, zumal die Lager leer sind. Die Landwirte werden mehr Kunstdünger einsetzen, um trotzdem möglichst viel zu produzieren und von höheren Preisen zu profitieren. Das kommt besonders K+S zugute, einem der größten Düngemittelhersteller weltweit. Anleger sollten auch das am 22. März 2012 fällige capped Bonus-Zertifikat (WKN CK0 WBE) der Commerzbank auf K+S kaufen. Sinkt der Aktienkurs bis zum Laufzeitende nie auf oder unter die Marke von 42 Euro, zahlt die Bank 60 Euro zurück. Das entspricht einer maximalen Rendite von 9,9 Prozent beziehungsweise 12,9 Prozent auf ein Jahr gerechnet. Der Stoppkurs sollte bei 46 Euro gesetzt werden.
Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:
Die Verantwortlichen für das ausgewogen ausgerichtete Musterportfolio haben 130 Anteile des börsennotierten Fonds (ETF; WKN ETF 005) auf den SDAX zu 54,97 Euro aufgenommen und bei 47,50 Euro abgesichert. Im dynamisch aufgestellten Musterdepot sind die 400 Anteilscheine von Qiagen mit einem Verlust von elf Prozent zu 13,40 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 1.000 stay-high-Optionsscheine (WKN SG1 83M) auf Silber zu 4,32 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 1,75 Euro gesetzt. Die Verantwortlichen für das konservativ orientierte Musterportfolio haben ihre 75 Titel der Allianz mit einem Verlust von neun Prozent zu 96,08 Euro ausgebucht. Dafür haben sie 150 Papiere von Adidas zu 52,80 Euro aufgenommen und den Stopp-Loss bei 44,75 Euro platziert. Nun möchten sie noch ihre 80 Anteile an der Anleihe (WKN A0G Z4C) von EnBW gegen EnBW-Anleihen mit der Wertpapierkennnummer A1A JTU tauschen. Im Trend-Musterdepot sind die 350 Anteilscheine von Enernoc und die 200 Aktien von Klöckner & Co wohl jeweils mit Verlust ausgebucht worden. Dafür haben die Verantwortlichen 2.000 Titel von Orascom Telecom zu 2,42 Euro aufgenommen und bei 2,10 Euro abgesichert sowie 130 Aktien von Yum Brands zu 38,20 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 33,50 Euro gesetzt. Nun möchten sie noch 1.500 Titel von QSC zu höchstens 3,10 Euro einbuchen sowie 1.000 Inline-Optionsscheine (WKN SG1 215) auf Brent-Öl zu maximal sechs Euro.
Der Zertifikate & Optionsscheine Trader: Allianz mit Gegendampf
Der Aktienkurs der Allianz korrigiert derzeit in einem übergeordneten Aufwärtstrend, wobei die Aufwärtstrend-Linie bei 87,30 Euro verläuft. Dabei bewegte sich die Notierung in den vergangenen Wochen zwischen den Marken von 108,85 und derzeit eher 91 Euro. Die Experten des Zertifikate & Optionsscheine Trader halten die Aktie für kurzfristig über-verkauft, weshalb Anleger mit einem Stoppkurs bei 85,50 Euro auf eine Gegenbewegung bis zu Kursen von 108,85 Euro spekulieren sollten. Risikobereite Investoren sollten das endlos laufende Long-Zertifikat (WKN MQ1 87G) von Macquarie Oppenheim auf Allianz erwerben. Der Schein ist mit einer Basis bei 76,62 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 78,92 Euro und einem Hebel von derzeit 6,0 ausgestattet.
Änderung im Musterdepot des Zertifikate & Optionsscheine Traders:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 245 Call-Optionsscheine (WKN DZ6 74A) auf das Währungspaar Euro/Südafrikanischer Rand zu 12,15 Euro aufgenommen und bei 9,80 Euro abgesichert.
Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.