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Börsenwelt Presseschau: Apple, Carl Zeiss, Infineon, Dell sowie die Elektroauto-Branche und die Saft Groupe unter der Lupe

Werner Sperber

Der Frankfurter Börsenbrief sieht den Apple-Apfel nicht weit vom Cisco-Stamm fallen und freut sich mit Carl Zeiss Meditec über eine Menge Geld. Platow Derivate ist etwas irritiert über die Chartformation bei Infineon Technologies, kommt aber dennoch zu einer Meinung und stellt ein passendes Zertifikat vor. Das Zertifikatejournal erkennt zwar Chancen für die Aktie von Dell, hat für risikoscheuere Anleger allerdings auch ein passendes Derivat parat. Fuchs Kapitalanlagen beschäftigt sich mit dem Elektroauto-Medienboom und dazu passend auch mit der Saft Groupe. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.

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Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes zitieren James Altucher von Formula Capital: "Apple sollte eigentlich eine Billion Dollar wert sein." Die Euphorie um den Konzern, dessen Markenrechte in diesem Jahr erstmals den Wert des bisherigen Spitzenreiters Google übertroffen haben, ist grenzenlos. Die Fuchs-Experten sind mittlerweile jedoch anderer Meinung: Sie sehen Apple wegen der menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bei den Zulieferbetrieben negativ und haben die Aktie auch nicht mehr zum Kauf empfohlen. Nun sollten angesichts des unglaublichen Kursziels von "einer Billion Dollar" die Alarmglocken für Investoren schrillen, auch unabhängig der sozialen Vorbehalte. Zum einen würde das eine nochmalige Kurs-Verdreifachung bedeuten. Vor allem jedoch erinnert diese Euphorie an Cisco Systems: Paul Weinstein von Credit Suisse hatte Anfang Februar 2000 eine solche Prognose für den damals ähnlich umjubelten Netzwerk-Konzern abgegeben. Zwei Monate später erreichte der Aktienkurs das Allzeit-Hoch und brach anschließend um 90 Prozent ein.

Die Experten des Frankfurter Börsenbriefes erklären, Carl Zeiss Meditec gehört zu 65,05 Prozent der Carl Zeiss AG, weshalb eine Übernahme ohne die Zustimmung des Mutterkonzerns unwahrscheinlich ist. Dabei ist der bankschuldenfreie Medizintechnik-Konzern kaufenswert, denn Carl Zeiss Meditec hat zu viel Geld in der Kasse. 110 Millionen Euro sind beispielsweise als Festgeld angelegt worden. Das hat der Konzern mit Geräten für die Augenheilkunde, die Neuro- und HNO-Chirurgie sowie intraoperativer Strahlentherapie verdient. Carl Zeiss Meditec liefert dafür beispielsweise Komplettlösungen für die Behandlung von grauem und grünem Star, Fehlsichtigkeit und Netzhauterkrankungen. Das Unternehmen ist ein weltweit führender Hersteller von Operations-Mikroskopen und bietet Technik an, mit der die Ärzte schon bei der Operation Brust- und Hirnkrebserkrankungen gezielt mit Strahlentherapie behandeln können. Für die technologische Kompetenz sprechen auch die guten Zahlen und die sehr solide Bilanz für die ersten sechs Monate des Ende September ablaufenden Geschäftsjahres 2010/11. Vor diesem Hintergrund sollten langfristig orientierte Anleger auf einen kleinen Kursrücksetzer spekulieren und dann mit einem Kursziel von 20 Euro und einem Stoppkurs bei 13,89 Euro einsteigen.


Platow Derivate: Infineon braucht Hilfe   

Hat sich im Chartbild von Infineon Technologies seit Jahresbeginn ein "W" ausgebildet oder eine Doppel-Topp-Formation. Wenn es die Notierung schafft, die Hürde bei 8,32 Euro zu überwinden, wäre das Konsolidierungs-Muster "W" abgeschlossen und die Kurse dürften steigen. Je weiter der Kurs von diesem Widerstand abfällt, desto wahrscheinlicher ist das bearishe Szenario des Doppel-Topps mit weiter sinkenden Notierungen. Die Experten von Platow Derivate gehen von weiter rückläufigen Kursen aus, obwohl Infineon mit den Zahlen für das zweite Fiskal-Quartal und mit dem Ausblick überzeugt hat. Zudem kündigte der Vorstand an, mit dem genehmigten Aktienrückkaufprogramm zu beginnen und bis März 2013 maximal 300 Millionen Euro in den Kauf von Aktien oder der Wandelanleihe zu investieren. Dennoch schaffte es der Kurs nicht, den Widerstand zu überwinden. Ohne Unterstützung des Gesamtmarktes dürfte das wohl auch weiterhin scheitern. Kurzfristig drohen zudem Gewinnmitnahmen. Vor diesem Hintergrund raten die Experten risikobereiten Anlegern zum Kauf des endlos laufenden Short-Zertifikates (WKN MQ1 8HH) von Macquarie Oppenheim auf Infineon. Der Stoppkurs sollte bei 0,56 Euro für das Zertifikat beziehungsweise bei 8,40 Euro für die Aktie gesetzt werden. Der Schein ist mit einer Basis bei 8,96 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 8,69 Euro und einem Hebel von derzeit rund 9 ausgestattet.

Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:

Im Derivate-Musterportfolio sind die restlichen 280 Long-Zertifikate (WKN BC1 GJL) auf das Währungspaar Australischer Dollar/US-Dollar mit einem Gewinn von 33 Prozent zu 13 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 1.300 Short-Zertifikate (WKN MQ1 8HH) auf Infineon Technologies 623100 zu 0,87 Euro aufgenommen und bei 0,56 Euro abgesichert. Nun möchten sie noch 1.000 Short-Zertifikate (WKN TB9 65K) auf ADVA Optical Networking 510300 zu höchstens 3,06 Euro einbuchen. Im Alpha-Turbo-Musterdepot sind die 3.000 Alpha-Turbo-Short-Zertifikate (WKN DZ2 QQ7) auf eine schlechtere Wertentwicklung der Aktie von Aurubis 676650 als der DAX mit einem Verlust von 39 Prozent zu 0,76 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 2.500 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QNY) auf das Paar Puma/DAX 696960 zu 1,09 Euro aufgenommen (Stoppkurs bei 0,56 Euro). Zudem haben sie 2.000 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QNS) auf das Paar Leoni/DAX 540888 zu 1,56 Euro eingebucht (Stoppkurs bei 1,13 Euro) und 2.900 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QNA) auf das Paar Fielmann/DAX 577220 zu 1,46 Euro aufgenommen (Stoppkurs bei 1,08 Euro). Nun möchten sie noch 3.600 Alpha-Short-Zertifikate (WKN DZ2 QT1) auf das Paar Siemens/DAX 723610 zu höchstens 1,17 Euro aufnehmen.


Das Zertifikatejournal: Dell-Anlage nach dem Freudensprung

Bei Dell stagniert zwar der Umsatz, was in erster Linie Absatzproblemen bei PCs geschuldet ist. Allerdings kompensiert der US-Konzern diesen Ausfall beim Ergebnis vor allem mit dem margenträchtigen Dienstleistungsgeschäft für Firmenkunden. Maßgeblich trägt auch das Geschäft mit der öffentlichen Hand sowie mittelständischen Unternehmen zu den Gewinnen von Dell bei. Privatkunden spielen nur noch eine untergeordnete Rolle. Insgesamt überraschten die Zahlen für das erste Quartal mit einem deutlichen Gewinnsprung positiv. Der Aktienkurs reagierte mit einem Freudensprung, wie es die Experten des Zertifikatejournals ausdrücken. Nun befindet sich die Notierung aber in dem hartnäckigen Widerstandsbereich zwischen 17,00 und 17,50 Dollar. Vor diesem Hintergrund sollten Anleger auch auf das am 23. März 2012 fällige und in Dollar notierende Discount-Zertifikat (WKN VT1 AXH) von Vontobel auf Dell ausweichen. Der Diskont auf den Aktienkurs bietet nicht nur einen begrenzten Schutz vor Kursrücksetzern, sondern auch vor einer Dollarschwäche.


Fuchs Kapitalanlagen: E-Autos haben keinen Saft       

Die Experten von Fuchs Kapitalanlagen sehen Investitionen in Aktien aus der Elektro-Autobranche skeptisch. Zu den zahlreichen Problemen gehört, dass mit dem Aufbau der Infrastruktur für eine landesweite Versorgung mit Ladestationen noch nicht begonnen wurde. Die Autoindustrie einigte sich bislang nicht einmal auf einheitliche Stromanschlüsse in den Fahrzeugen. Zusätzlich erschweren hohe Preise für Akkus den massenhaften Vertrieb von Elektroautos. Aktuell sind in der Bundesrepublik noch nicht einmal 2.000 reine Elektrofahrzeuge zugelassen. Nach einer wahren E-Auto-Euphorie herrscht in Teilen der Branche Ernüchterung. Abzulesen ist das an den zuletzt schwachen Aktienkursen des E-Sportwagenherstellers Tesla Motors oder des chinesischen Elektromobilspezialisten BYD. Wesentlich schneller wird dagegen die Bedeutung von Hybridfahrzeugen zunehmen. Hybridautos besitzen sowohl einen Verbrennungsmotor als auch einen Elektromotor. Eine Ladestation ist im Gegensatz zu reinen Elektroautos nur bei den sogenannten Plug-In-Hybrids erforderlich: Bei diesen Fahrzeugen werden die Akkus vor Fahrtantritt am Stromnetz aufgeladen. Die Hybridtechnologie wird im Gegensatz zum reinen Elektroantrieb bereits heute erfolgreich in Großserien hergestellt. Außerdem sorgt der hohe Ölpreis dafür, dass sich die im Vergleich zu einem Benzinmotor höheren Kosten für einen Hybridantrieb immer schneller amortisieren. Langfristig erwarten die Analysten zwar, dass sich auch die strombetriebenen Fahrzeuge etablieren werden. Doch substanzielle Stückzahlen reiner E-Autos wird es erst dann geben, wenn sich auch Geld damit verdienen lässt. Anleger sollten sich vom medialen Hype um Elektroautos nicht verrückt machen lassen. Gute Investmentchancen bestehen in der Hybridtechnologie und den entsprechenden Zulieferern.

Die Experten von Fuchs Kapitalanlagen berichten, dass das US-amerikanische Unternehmen Johnson Controls aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit der französischen Saft Groupe aussteigen will. Während Johnson Controls den bestehenden Geschäftsplan verändern will um notwendigen Investitionen Raum zu geben, will Saft an den bestehenden Vereinbarungen festhalten. Genau diese Investitionen seien aber laut Johnson Controls nötig, um die Marktführer bei Lithium-Ionen-Akkus zu werden. Nach der Klage von Johnson Controls sank der Saft-Kurs, während die Aktie von Johnson Controls mit leichten Kursgewinnen reagierte. Daher sollte die Aktie der Saft Groupe verkauft werden.

Änderung im Musterdepot von Fuchs Kapitalanlagen:

Die 250 Anteilscheine der Saft Groupe sind mit einem Gewinn von drei Prozent zu 25,35 Euro ausgestoppt worden.

Änderung in einem Musterdepot des Anlegerbriefes performaxx:

Die Verantwortlichen für das langfristig ausgelegte Musterportfolio haben ihre 450 Anteilscheine von Demag Cranes mit einem Gewinn von 106 Prozent zu 46,22 Euro ausgebucht.

Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.  

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