Werner Sperber
Das Zertifikatejournal will erneut mit einem Derivat an Andritz gut verdienen. Der Aktionärsbrief kürt Vegas77 zum "Bären der Woche" und Villeroy & Boch zum "Bullen der Woche". Börse Online beschäftigt sich mit Westag & Getalit und Orascom Telecom. Börse.de sieht die Aktie von Puma wieder auf dem Sprung. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Zertifikatejournals verweisen auf die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (organisation for economic co-operation and development, OECD), welche jüngst die Konjunkturprognose für Österreich angehoben hat. Demnach soll die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 2,9 Prozent und im nächsten Jahr um 2,1 Prozent wachsen. Auch bei Andritz laufen die Geschäfte gut. Das Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Anlagen, Systemen für Wasserkraftwerke, für die Zellstoff- und Papierindustrie sowie für die Stahlindustrie. Dazu kommen Speziallösungen, beispielsweise für die Biomasse-Branche. Im ersten Quartal 2011 stieg der Umsatz dynamisch um 26,1 Prozent auf rund 924 Millionen Euro. Der Gewinn legte um 28 Prozent auf 37 Millionen Euro zu. Der Wert der neuen Bestellungen verdoppelte sich nahezu. Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Leitner prognostiziert für das Gesamtjahr 2011 ein deutliches Umsatzplus und eine weitere Verbesserung des Ergebnisses. Vor diesem Hintergrund ist ein Kursanstieg von mehr als 60 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten leicht nachzuvollziehen. Dabei ist die fundamentale Bewertung von Andritz angesichts des Wachstums mit einem KGV von 15 für das Jahr 2012 höchstens angemessen. Charttechnisch ist der Aufwärtstrend intakt. Dennoch sollten Anleger nun handeln und das Bonus-Cap-Zertifikat (WKN RCB 4H1) auf Andritz verkaufen. Bei dem im Dezember fälligen Papier ist lediglich noch eine Rest-Rendite von 1,5 Prozent möglich. Dafür soll das am 25. Juli 2012 fällige Bonus-Cap-Zertifikat (WKN RCE 0LF) ebenfalls der Raiffeisen Centrobank auf Andritz erworben werden. Wenn der Aktienkurs während der gesamten Laufzeit die Sicherheitsschwelle von 58 Euro weder berührt noch unterschreitet, zahlt die Bank 88 Euro zurück. Das entspricht einer Rendite von 17,5 Prozent beziehungsweise 15,2 Prozent pro anno. Das Zertifikat sollte verkauft werden, wenn der Aktienkurs die aktuelle Aufwärtstrendlinie unterschreitet.

Der Aktionärsbrief: Villeroy & Boch ist Qualität, Vegas77 ist ...
Villeroy & Boch hat sich in den vergangenen Jahrzehnten vom Hersteller hochwertiger Keramikprodukte zu einer weltweit renommierten Lifestyle-Marke entwickelt. Die Segmente Tischporzellan, Sanitärkeramik und Fliesen werden um weitere Produktsparten ergänzt und in sogenannten Lebensräumen gebündelt. Unter dem Vermarktungskonzept "House of Villeroy & Boch" setzt das Unternehmen Komplettangebote für die Lebensräume "Bad" sowie "Kochen, Essen und Wohnen" mit hoher Qualität und hohem Service um. Villeroy & Boch profitiert demnach von der guten Baukonjunktur und nun auch vom guten Konsum. Im Jahr 2009 ist der Konzern durch die Finanzkrise sowie eine hohe Kartellstrafe zurückgeworfen worden. Doch mit der erfolgreichen Restrukturierung hat Villeroy & Boch die Produktions- und Kostenstrukturen deutlich verbessert. Die Experten des Aktionärsbriefes küren Villeroy & Boch auch deshalb zum "Bullen der Woche". Denn die Erfolge lassen sich an den Zahlen für das erste Quartal 2011 ablesen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um fast fünf Prozent, der Gewinn hat sich mehr als ver-vierfacht. In der Bilanz sind hohe stille Grundstücks-Reserven von schätzungsweise 100 Millionen Euro verborgen, von denen in den nächsten drei Jahren etwa 40 Millionen Euro gehoben werden sollten. Zudem könnten 35 Millionen bis 40 Millionen Euro der Kartellstrafe eventuell erstattet werden. All dem steht ein Börsenwert von lediglich rund 200 Millionen gegenüber. Auch die Bewertungsrelationen sind mit einem KGV von 9 für 2012 und einem KUV von 0,26 ebenfalls für das nächste Jahr günstig. Das Kursziel beträgt zwölf Euro.
Die Experten des Aktionärsbriefes wundern sich, dass die Staatsanwaltschaft wegen Vegas77 nicht ermittelt. Der "Bär der Woche" wollte nach Angaben der Experten Leerverkäufer dazu zwingen, sich mit Aktien einzudecken, indem er das Kapital erhöhen wollte. Das scheiterte kläglich. Die in Börsenkreisen als Luftnummer geltende Aktie ist nicht mal 0,50 Euro wert.
Änderungen in einem Musterdepot des Aktionärsbriefes:
Die Verantwortlichen für das spekulativ ausgerichtete Musterportfolio haben 1.000 Anteilscheine der Dr. Hönle AG zu 10,90 Euro aufgenommen und bei 9,10 Euro abgesichert. Nun möchten sie noch ebenfalls 1.000 Vorzugsaktien von Villeroy & Boch einbuchen.
Börse Online: Westag & Getalit ist vorzüglich und Orascom bietet die Einstiegschance
Wenn es um hohe Dividenden geht, muss auch über die Vorzugsaktien von Westag & Getalit gesprochen werden. Als europäischer Marktführer für Türen, Zargen, Holz- und Kunststoffplatten sowie Laminate ist der Konzern zwar von der Baukonjunktur abhängig. Nach Ansicht der Experten von Börse Online ist es dem erfahrenen Management in den vergangenen fünf Jahren allerdings stets gelungen, die Vorsteuer-Marge bei rund sieben Prozent zu halten. Zudem ist die Bilanz sehr gut. Zum Jahresende 2010 wies Westag & Getalit eine Eigenkapitalquote von rund 70 Prozent aus beziehungsweise einen Buchwert je Aktie von 18,21 Euro. Das ist nur geringfügig weniger als der aktuelle Börsenkurs. Im ersten Quartal 2011 hat es der Konzern geschafft, die höheren Materialkosten an die Kunden weiterzugeben. Das spricht für deutlich höhere Notierungen. Wenn die hartnäckige Widerstandslinie bei 20 Euro überwunden wird, steht der Weg zunächst bis zum Allzeithoch bei 25 Euro offen.
Die Experten von Börse Online erklären, dass sich der Aktienkurs der ägyptischen Orascom Telecom nach dem Crash an der Heimatbörse wieder gefangen hat. Im Frühjahr wurde in dem nordafrikanischen Land Präsident Muhammad Husni Mubarak gestürzt. Bei dieser Erholung überwand die Notierung von Orascom eine seit einem Jahr gültige Abwärtstrend-Linie. Wie aus dem Lehrbuch hat der Kurs diese Linie noch zweimal als Unterstützung getestet. Seither hat sich ein Aufwärtstrend etabliert. Risikobereite Anleger sollten mit einem Kursziel von drei Euro und einem Stoppkurs bei 2,10 Euro einsteigen.
Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:
Die Verantwortlichen für das ausgewogen ausgerichtete Musterportfolio möchten 130 börsennotierte Indexfonds (ETFs; WKN ETF 005) auf den SDAX aufnehmen. Die Verantwortlichen für das dynamisch aufgestellte Musterdepot möchten 1.000 Stay-High-Optionsscheine (WKN SG1 83M) auf Silber zu höchstens 4,50 Euro einbuchen. Die Verantwortlichen für das konservativ ausgerichtete Musterportfolio möchten ihre 75 Anteilscheine der Allianz ausbuchen und dafür 150 Aktien von Adidas aufnehmen. Die Verantwortlichen für das Trend-Musterdepot haben 350 Anteilscheine von Enernoc zu 12,67 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 11,10 Euro platziert. Zudem möchten sie noch 2.000 Aktien von Orascom Telecom zu maximal 2,50 Euro aufnehmen.
Börse.de: Puma ist für einen 160-Prozent-Sprung gut
Der französische Luxusgüterkonzern PPR besitzt 62 Prozent der Anteile der Puma AG Rudolf Dassler Sport und gliedert das deutsche Unternehmen in dessen globales Imperium ein. Mit der bis Juli geplanten Umwandlung der Puma AG in die Puma SE (Societas Europaea, Europäische Aktiengesellschaft) soll diese Integration abgeschlossen sein. Jochen Zeitz, der nach Ansicht der Experten von Börse.de der Vater des Erfolges von Puma ist, wird dann den Vorsitz des Vorstandes von Puma abgeben und Verwaltungsrats-Vorsitzender werden. Dabei übergibt Zeitz seinem Nachfolger ein Unternehmen für das es operativ bestens läuft. Im ersten Quartal setzte Puma mit den Sportartikeln 811 Millionen Euro um. Das sind 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Gewinn stieg um sieben Prozent auf 78 Millionen Euro. Dank des stetigen Erfolges ist der Kurs der Puma-Aktie in den vergangenen zehn Jahren um durchschnittlich 23 Prozent gestiegen. Seit dem Jahreswechsel 2010/11 hat sich die Notierung allerdings wenig verändert, weshalb schon bald der nächste Kurssprung folgen dürfte. Das wäre bei Kursen von nachhaltig mehr als 228 Euro möglich, denn dann wäre der Wechsel hin zum Aufwärtstrend vollzogen. Anleger sollten also die Anteilscheine von Puma ab Notierungen von 228 Euro mit einem Fünf-Jahres-Kursziel von 577 Euro kaufen.
Änderung im Musterdepot des Zertifikate & Optionsscheine Trader:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio wollen 780 Calls (WKN TB8 0K7) auf die Comdirect Bank zu höchstens 3,87 Euro aufnehmen und bei 2,57 Euro absichern.
Änderung im Musterdepot von Aktien-Strategie:
Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben 1.800 Anteilscheine von PVA Tepla zu 4,55 Euro aufgenommen und bei 3,78 Euro abgesichert.
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