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Börsenwelt Presseschau: Aixtron, Porsche, Praktiker und Hornbach sowie 3M unter der Lupe

Werner Sperber

Das Zertifikatejournal möchte mit einem Derivat an Aixtron verdienen, auch wenn der Aktienkurs eine eher trübe Entwicklung nehmen sollte. Der Frankfurter Börsenbrief fährt auf Porsche ab. TradeCentre schlägt eine Umbenennung von Praktiker in Max Bahr vor und bevorzugt Hornbach. Fuchs Kapitalanlagen setzt mit 3M auf einen sehr stabilen Technologiewert. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Zertifikatejournals verweisen darauf, dass Aixtron ein Vorzeige-Unternehmen deutscher Maschinenbau-Konzerne sowie Marktführer für Anlagen zur Produktion von Leuchtdioden (LEDs) ist. Der Verlauf des Aktienkurses enttäuschte allerdings zuletzt. Aufgrund der aktuellen Quartalszahlen sowie der Zuversicht des Vorstands gehen die Experten für die nächsten Monate von zumindest stabilen Notierungen aus. Vor diesem Hintergrund sollten Anleger das am 22. Dezember fällige Bonus-Zertifikat (WKN BN6 PZR) der BNP Paribas auf Aixtron kaufen. Die Bank zahlt um Weihnachten herum 24 Euro zurück, falls die Aktie bis dahin die Marke von 17 Euro nicht berührt oder unterschritten hat. Die maximale Rendite beträgt 21,6 Prozent beziehungsweise 56,4 Prozent auf ein Jahr gerechnet.


Der Frankfurter Börsenbrief: Porsche will Gas geben

Matthias Müller ist seit rund neun Monaten Vorstands-Vorsitzender der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG sowie Produkt- und Technik-Vorstand der Porsche Automobil Holding SE. Er gilt als enger Vertrauter von Prof. Dr. Martin Winterkorn, dem Vorstands-Vorsitzenden der Porsche Automobil Holding SE und Vorstands-Vorsitzenden der Volkswagen AG. Müller möchte jüngere Käufer gewinnen. Aktuell ist der Altersdurchschnitt derer, die einen neuen Porsche erwerben, etwa 53 Jahre. Dazu sollen die voraussichtlich im Jahr 2013 eingeführten neuen Geländewagen des Modells Cajun verhelfen. Nach Ansicht der Experten des Frankfurter Börsenbriefes könnte Porsche seine Modell-Palette generell nach unten und nach oben hin erweitern und sieben anstatt vier Modelle bauen. Für eine solche Erweiterung muss Porsche investieren. Der Konzern möchte den Etat für Forschung und Entwicklung um 50 Prozent erhöhen und dürfte auch die Anzahl der Beschäftigten um die Hälfte ausbauen. Insgesamt möchte Müller den Absatz bis zum Jahr 2018 auf mindestens 200.000 Fahrzeuge pro anno verdoppeln. Die hohe Profitabilität soll bei diesem aggressiven Wachstum erhalten bleiben: Die Kapitalrendite soll 21 Prozent für jedes Modell und die Umsatzrendite im Konzern 15 Prozent erreichen. Bei geschätzten Gewinnen je Aktie von 7,86 Euro für dieses und 8,64 Euro für nächstes Jahr ergeben sich KGVs von lediglich 7. Realistisch wäre eine Kurs-Gewinn-Vielfache von 10, was Kurse von 85 bis 90 Euro bedeuten würde. Wenn Porsche in den nächsten Jahren ein Ergebnis von 15 Euro erreichen würde, hieße das bei einem KGV von 10 Notierungen von bis zu 150 Euro für die Vorzugsaktie. Die Aktie sollte deshalb mit einem Stoppkurs bei 44,20 Euro gekauft werden.


Trade Centre: Praktiker wäre als Max Bahr wohl besser   

Praktiker ist vor allem aufgrund der regelmäßigen Rabatt-Aktionen "20 Prozent auf alles" bekannt. An diesen wenigen Rabatt-Tagen waren die Bau- und Heimwerkermärkte tatsächlich voll, an den anderen Tagen blieben sie dafür leer. Nun kamen auch noch konjunkturelle Probleme für die Praktiker-Märkte in Südosteuropa hinzu. Deshalb erzielte das Unternehmen im zweiten Quartal aufgrund von Abschreibungen und Sonderkosten einen Nettoverlust von mehr als 307 Millionen Euro. Einen solchen Einbruch hätten die Experten von TradeCentre ihren Angaben zufolge bis vor kurzem noch für unmöglich gehalten. Immerhin würde das um sämtliche immateriellen Posten bereinigte Eigenkapital zum 30. Juni noch etwa 406 Millionen Euro betragen, während der Konzern an der Börse nur mehr 140 Millionen Euro kostet. Wichtiger ist allerdings, dass die Restrukturierung gelingt. Das bezweifeln die Experten aufgrund des flächenbereinigten Umsatzrückgangs bei Praktiker von 8,7 Prozent im Jahresvergleich. Die Tochterfirma Max Bahr dagegen steigerte den Erlös auf vergleichbarer Fläche leicht. Da der Markenname Praktiker ein zu schlechtes Bild in der Öffentlichkeit hat, schlagen die Experten eine Umbenennung in Max Bahr vor. Wenn ein neuer Vorstandsvorsitzender schnell und entschlossen handelt, ließe ihm die Finanzkraft des Unternehmens die Möglichkeit einer Restrukturierung. Anleger sollten vor einer Turnaround-Spekulation allerdings eine mehrwöchige charttechnische Bodenbildung abwarten.

Im Gegensatz zum Aktienkurs von Praktiker steigen die Notierungen der Vorzugsaktie der Hornbach Holding. Die Strategie von Hornbach, sich als "Projekt-Baumarkt" zu positionieren, und den Kunden eine qualifizierte Beratung für alle möglichen Bauprojekte zu bieten, hat sich als äußert erfolgreich erwiesen. Das positive Image bietet nun deutliche Wettbewerbsvorteile. Es scheint, als ob die Kunden, die Praktiker verliert, in den Bau- und Heimwerkermärkten von Hornbach einkaufen. Im ersten Quartal des Ende Mai ablaufenden Geschäftsjahres 2011/12 legte der flächenbereinigte Umsatz im Jahresvergleich um 7,7 Prozent zu. Hornbach dürfte nach Ansicht der Experten von TradeCentre weiter Marktanteile gewinnen. Sie schätzen das Ergebnis pro Anteilschein für das gesamte Fiskaljahr auf 13,24 Euro, was einem kaufenswert günstigen KGV von 9 entspräche.

Änderungen im Realdepot von TradeCentre:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio wollen 600 ihrer 1.000 Aktien von Augusta Technologie zu mindestens 17,20 Euro verkaufen.


Fuchs Kapitalanlagen: 3M, Dividendenstar der Technologie-Werte    

3M ist Spezialist für Folien und bietet zudem Dienstleistungen und Produkte für das Gesundheitswesen, die Industrie, das Büro und für den Haushalt an. In Deutschland zählen Post-it, 3M und Scotch zu den bekannten Marken des US-Konzerns. Der US-Konzern dürfte derzeit aus drei Gründen stark wachsen: Aufgrund guter Geschäfte in den Schwellenländern will das Unternehmen im laufenden Jahr um bis zu 7,5 Prozent organisch zulegen. Zukäufe sollen ein zusätzliches Umsatzplus von drei bis vier Prozent beitragen. Wechselkurseffekte können 3,5 bis 4,5 Prozent beisteuern. Insgesamt erwartet der Vorstand einen Zuwachs der Erlöse im Gesamtjahr 2011 um 14 bis mehr als 16 Prozent. Der Gewinn je Aktie soll um zwölf bis 15 Prozent auf etwa 4,27 Euro steigen. Die in den kommenden vier Quartalen ausgezahlten Dividenden dürften nach Angaben der Experten von Fuchs Kapitalanlagen insgesamt 1,55 Euro betragen. Das entspräche einer Rendite von 2,5 Prozent. Das wiederum ist für ein Technologie-Unternehmen ein beachtlicher Wert. Beeindruckend ist auch die stetig steigende Ausschüttung. In den vergangenen fünf Jahren legte der Betrag um durchschnittlich 4,6 Prozent pro anno zu. Die stetige Dividendenpolitik zahlt sich für die Aktionäre aus. Seit dem Tief im März 2009 entwickelte sich der Aktienkurs um fast 30 Prozent besser als der Dow Jones. Zusätzlich kassierten die Aktionäre in jedem dritten Monat eine Quartalsdividende. Das KGV von 14 für das laufende Jahr lässt weiter anziehende Notierungen erwarten. Charttechnisch ist der vor zwei Jahren gestartete Aufwärtstrend trotz der jüngsten Korrektur intakt. Deshalb sollten Anleger die Aktie mit einem Kursziel von 80,38 Euro und einem Stopp-Loss bei 53,13 Euro kaufen.

Änderungen in den Musterdepots von Platow Derivate:

Im Derivate-Musterportfolio sind die 1.500 Call-Optionsscheine (WKN DE6 3YD) auf die Vorzugsaktie von Volkswagen, die 4.500 Long-Zertifikate (WKN TB6 CF1) auf Krones und die zwischenzeitlich eingebuchten 400 Long-Zertifikate (WKN BN8 11X) auf ThyssenKrupp jeweils mit Verlust ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 3.900 Long-Zertifikate (WKN CG5 QM2) auf Adidas zu 0,70 Euro (Stoppkurs bei 0,50 Euro), 340 Long-Zertifikate (WKN TB6 H9K) auf die Vorzugsaktie der ProSiebenSat.1 Media AG zu 6,15 Euro (Stoppkurs bei 3,70 Euro), 4.100 Call-Optionsscheine (WKN DE3 906) auf Stratec Biomedical Systems zu 1,07 Euro (Stoppkurs bei 0,89 Euro) und 2.700 Long-Zertifikate (WKN BC1 H6Z) auf die Hannover Rückversicherung zu 0,79 Euro (Stoppkurs bei 0,52 Euro) aufgenommen. Im Alpha-Turbo-Musterdepot sind die 4.500 Alpha-Turbo-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QNR) auf eine bessere Wertentwicklung des Aktienkurses von Krones als der DAX sowie die 1.850 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 Q51) auf das Paar BASF/DAX jeweils mit Verlust ausgebucht worden. Dafür haben die Verantwortlichen 2.100 Alpha-Long-Zertifikate (WKN DZ2 QU5) auf das Paar Daimler/DAX zu 2,10 Euro aufgenommen und bei 1,50 Euro abgesichert.

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