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Börsenwelt Presseschau: Aareal Bank, QSC, Funkwerk und die AutoBank unter der Lupe

Werner Sperber

Die Euro am Sonntag hat ein Derivat parat für die Aareal Bank, den "Musterknaben der Bankenbranche". Die Börse am Sonntag hält QSC für klein aber fein und hat passende Zertifikate ausgesucht. Die Platow Börse hält nach dem Zahlenschock zumindest ein ganz kleines Kursfeuerwerk bei Funkwerk für möglich. Der Anlegerbrief performaxx beschäftigt sich mit dem Börsengang der österreichischen AutoBank. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Petra Maier, Expertin der Euro am Sonntag, verweist darauf, dass die Aareal Bank hervorragende Ergebnisse in den ersten neun Monaten 2010 erwirtschaftet hat. Vorstandsvorsitzender Wolf Schumacher erhöhte daraufhin die Prognose für das Gesamtjahr 2010 und erwartet nun einen Vorsteuergewinn von 120 Millionen Euro. Weiter stellt Schumacher fest: "Wir werden - so wie es aussieht als einzige Bank in Deutschland - auch dieses Jahr die stille Einlage des Staates bedienen." Das auf Immobilienfinanzierungen spezialisierte Institut zahlte bereits zur Jahresmitte 150 Millionen der insgesamt 525 Millionen Euro an stillen Einlagen samt Zinsen an den Staat zurück. Der Aktienkurs der Aareal Bank hat zwischenzeitlich auch den Widerstand bei 18 Euro überwunden. Das nächste Kursziel beträgt für Petra Maier nun 25 Euro. Neben den guten Gewinnaussichten spricht auch die niedrige Bewertung für ein Investment. Neben dem Einstieg in die Aktie rät Petra Maier risikobereiten Anlegern zum Kauf des endlos laufenden Call-Optionsscheines (WKN DE3 F01) der Deutschen Bank auf die Aareal Bank. Der Schein ist mit einer Basis bei 15,06 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 15,80 Euro und einem Hebel von derzeit 3,3 ausgestattet.

Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:

Im Momentum-Musterportfolio von Sven Parplies sind die 1.784 Anteilscheine von ADVA Optical mit einem Verlust von drei Prozent zu 5,44 Euro ausgebucht worden. Dafür hat Parplies 940 Aktien von Wirecard zu 10,80 Euro aufgenommen. Nun will er noch seine 200 Papiere von Continental mit einem Gewinn sowie seine 749 Titel von United Internet mit einem Verlust ausbuchen. Zudem möchte er Aktien von Pfeiffer Vacuum und der Aareal Bank aufnehmen. Joachim Spiering, Verantwortlicher für das offensiv ausgerichtete Musterdepot, hat 700 seiner ehemals 1.900 Vorzugsaktien von ProSiebenSat.1 sowie 400 seiner einst 1.530 Anteilscheine von Kinghero jeweils mit Gewinn ausgebucht. Dafür hat er 17.000 Titel von GCI Industrie zu 1,45 Euro eingebucht.


Die Börse am Sonntag: QSC ist klein aber fein und stetig wachsend            

QSC hat im dritten Quartal 2010 die Verwaltungskosten und die Abschreibungen deutlich gesenkt. Deshalb legte der Gewinn im Jahresvergleich um 176 Prozent auf 5,8 Millionen Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 5,7 Prozent auf 20,3 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 1,1 Prozent auf mehr als 105 Millionen Euro. Damit hat der Konzern die Analystenschätzungen übertroffen. Zudem tilgte das Unternehmen vom Jahresende 2009 zum 30. September 23,9 Millionen Euro an Schulden und weist nun knapp 128 Millionen Euro an Verbindlichkeiten auf. Der Vorstand prognostiziert für das Gesamtjahr 2010 einen Gewinn von mehr als 16 Millionen Euro. Die Experten der Börse am Sonntag erklären, QSC macht weitere Fortschritte beim Umbau des Konzerns vom Netzbetreiber hin zum Dienstleistungs-Anbieter in der Telekommunikations-Branche. Diese Transformation spiegelt sich immer mehr positiv in den Ergebnissen wider. QSC konzentriert sich auf mittelständische Kunden und bietet ihnen maßgeschneiderte, qualitativ hochwertige Dienstleistungen an, was wohl die richtige Strategie ist. Deshalb sollte QSC in den nächsten Jahren weiter profitabel wachsen, wobei sich bereits in den vergangenen Quartalen die Bilanz stetig verbessert hat. Konservativere Anleger sollten statt der Aktie das am 22. Dezember 2011 fällige Discount-Zertifikat (WKN CM2 7FN) der Commerzbank auf QSC kaufen. Die Bank zahlt höchstens 1,80 Euro zurück, was einer maximalen Rendite von 15,4 Prozent beziehungsweise 15,2 Prozent auf das Jahr gerechnet ergibt. Risikobereitere Investoren legen sich entweder das open-end Bull-Zertifikat (WKN CM5 6N7) der Commerzbank oder den ebenfalls endlos laufenden Call-Optionsschein (WKN TB8 GTN) von HSBC Trinkaus zu. Der Commerzbank-Schein ist mit einer Basis bei 1,91 Euro, einer Knock-out-Schwelle bei 1,29 Euro und einem Hebel von aktuell 2,6 ausgestattet. Das HSBC-Papier weist eine Basis und eine Knock-out-Schwelle bei jeweils 1,27 Euro und einen Hebel von derzeit 2,5 auf. Kurs-Pessimisten sollten sich den endlos laufenden Put-Optionsschein (WKN LS0 JEG) von Lang & Schwarz auf QSC zulegen. Dieser Schein ist mit einer Basis bei  Euro und einer Knock-out-Schwelle bei jeweils 2,50 Euro und einem Hebel von derzeit 2,3 ausgestattet.

Die Platow Börse: Risikobereite greifen bei Funkwerk zu  

Bei der Vorstellung der Zahlen für die ersten neun Monate des laufenden Jahres ist den Aktionären von Funkwerk der Schreck in die Glieder gefahren und der Aktienkurs um 15 Prozent abgesackt. Die Experten der Platow Börse erklären, dass Sorgen um den Spezialisten für Kommunikationstechnik durchaus begründet sind. Zum einen spart die "Öffentliche Hand" bei ihren Verkehrsbetrieben und Infrastruktur-Unternehmen. Zum anderen haben Politiker für einen Stopp im Sicherheitstechnik-Geschäft mit Algerien gesorgt. In der Sparte "Traffic & Control" fiel der Umsatzrückgang mit neun Prozent erträglicher aus. Der Vorstand hält zudem am Ziel fest, einen Gewinn auf EBIT-Basis zu erzielen. Mit entscheidend für die Zukunft dürfte sein, ob das Eisenbahnbundesamt Anfang Dezember die Zulassung für das elektronische Stellwerk "Alister" erteilt. Funkwerk hofft auf dieses Produkt wie auch auf die Entwicklung in den BRIC-Staaten. Insgesamt möchte der Funkwerk-Vorstand in den nächsten Jahren nach vielen Kostensenkungen wieder eine EBIT-Marge von acht Prozent erreichen. Risikobewusste Anleger sollten deshalb mit einem Stoppkurs bei 6,40 Euro kaufen.

Der Anlegerbrief performaxx: Ein klares "na und" für die AutoBank

Die AutoBank (WKN A1C 27D) bietet bis längstens morgen, Dienstag, 16. November, 1,9 Millionen Aktien zuzüglich einer Mehrzuteilungs-Option von knapp 0,3 Millionen Anteilscheinen aus einer Kapitalerhöhung zu 2,50 Euro zur Zeichnung an. Maximal erlöst das österreichische Finanzinstitut demnach 5,4 Millionen Euro brutto. Die Bank strebt die Erstnotitz am Freitag, 19. November, im deutschen Börsensegment Entry Standard an. Bei dem von der VEM Bank begleiteten IPO haben sich die Altaktionäre verpflichtet notfalls 1,2 Millionen der insgesamt fast 2,2 Millionen neuen Anteilscheine selbst zu beziehen. Die Bank will und muss mit dem Erlös das Eigenkapital aufstocken, nachdem in der "Basel III" genannten Übereinkunft strengere Kapitalanforderungen an die Banken gestellt werden. Zudem will das österreichische Institut in Deutschland expandieren. Die Experten des Anlegerbriefes performaxx gehen davon aus, dass der Börsengang klappt. Das Unternehmen ist interessant, allerdings bleibt irgendwie unklar, weshalb man als Anleger jetzt investiert sein müsste. Als Depotbeimischung ist die AutoBank möglicherweise eine Option, ansonsten gibt es spannendere Möglichkeiten in der nächsten Zeit.

Änderungen im Musterdepot des Emerging Markets Investor:

Die 50.000 Anteilscheine von Innocent sind mit einem Verlust von 33 Prozent zu 0,40 Euro und die 2.000 Aktien von Rino International mit einem Minus von 23 Prozent zu zehn Euro ausgestoppt worden. Zudem sind die 75.000 Papiere von Grit International mit einem Gewinn von 73 Prozent zu 0,78 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 300.000 Titel von Baobab Resources zu 0,123 Euro aufgenommen und bei 0,1 Euro abgesichert sowie 10.000 Anteilscheine von China Electronics zu 3,21 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei drei Euro gesetzt.

Änderungen im Musterdepot von Global Biotech Investing:

Die 8.097 Anteilscheine von Weikang Biotechnologies sind mit einem Verlust von sieben Prozent zu 2,30 Euro ausgestoppt worden. Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben zudem ihre 6.450 Aktien von Compugen mit einem leichten Verlust zu 3,09 Euro ausgebucht. Dafür haben sie 7.290 Papiere von Aastrom Bio zu 2,76 Euro aufgenommen und bei 2,10 Euro abgesichert sowie 6.800 Titel von Medinavi zu 2,72 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 2,40 Euro gesetzt.

Änderungen im Musterdepot von Hot Stocks Europe:

Die 3.000 Anteilscheine von Nabaltec sind zum Einstandskurs von 6,90 Euro ausgestoppt worden und die 1.450 Aktien von LPKF Laser mit einem Gewinn von 35 Prozent zu 13 Euro. Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben zudem ihre 13.500 Titel von Berkeley Resources mit einem Plus von 20 Prozent zu 1,33 Euro ausgebucht. Dafür haben sie 250.000 Papiere von Baobab Resources zu 0,11 Euro aufgenommen sowie 10.000 Titel von Medinavi zu 2,81 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 2,40 Euro gesetzt.

Die zehn aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.  

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