Werner Sperber
Die Börse am Sonntag beschäftigt sich mit den deutschen, japanischen und chinesischen Automobilkonzernen sowie Elektroauto-Herstellern. Die Euro am Sonntag fährt ab auf: Volkswagen, Fiat, Ford und Renault-Nissan. Der Anlegerbrief performaxx erwartet viel Kurs-Kraft aus der Transformation von Daldrup & Söhne. Der Strategie-Report steht auf die enorme Stabilität von International Business Machines, IBM. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Börse am Sonntag zitieren das Forschungsinstitut CAR, das den diesjährigen Zuwachs im weltweiten Pkw-Absatz auf knapp sechs Prozent beziehungsweise die Zahl der verkauften Neuwagen auf den Rekordwert von 62,6 Millionen Automobile schätzt. Der Aufschwung ist vor allem dem US-amerikanischen sowie dem chinesischen Markt geschuldet, wobei die Absatzzahlen in den asiatischen Ländern generell sprunghaft ansteigen. Im laufenden Jahr dürften 36 Prozent der Neuwagen in Asien verkauft werden, während der Anteil Westeuropas auf 21 Prozent sinkt. Deutsche Autos bleiben allerdings begehrt, wobei Volkswagen ganz vorne ist. Im laufenden Gesamtjahr könnte Volkswagen erstmals mehr als acht Millionen Fahrzeuge verkaufen und hinter General Motors zum weltweit zweitgrößten Automobilkonzern werden. Bis 2018 plant der VW-Vorstand zur Nummer 1 zu werden. Doch auch bei Daimler, BMW und Audi läuft es außerordentlich gut. Zudem rechnet das Management von Bosch, dem weltgrößten Automobil-Zulieferbetrieb, mit einem Wachstum von zehn Prozent in diesem Jahr. Continental, ElringKlinger, Leoni und andere Zulieferfirmen melden ebenfalls glänzende Zahlen. Diese Trend dürften sich fortsetzen, weshalb die Experten zum Kauf des endlos laufenden Zertifikates (WKN DE0 CAR) der Deutschen Bank auf den Index Solactive Deutscher Automobilsektor raten. Autos mit Elektroantrieb gelten als nächste Stufe der Evolution in der Fahrzeugbranche. Die japanischen Automobilkonzerne (mit Ausnahme von Nissan) sind durch die Folgen des Erdbebens, des Tsunamis und des Super-GAUs im Atomkraftwerk Fukushima sowie durch den starken Japanischen Yen behindert. Der passende Index ist der Solactive E-Power Automobile. Das dazugehörige open end Index-Zertifikat (WKN A0X W1N) der Deutschen Bank hat sich unerfreulich entwickelt. Zudem kritisieren die Experten die vor allem von nordamerikanischen Firmen dominierte Zusammensetzung des Indexes, wo doch China künftig in die Weltspitze bei E-Autos aufsteigen dürfte. China strengt sich an, diese Technologie voranzutreiben und dennoch ist mit Build Your Dream (BYD) nur ein chinesischer Wert enthalten. Anleger die von der Entwicklung chinesischer Konzerne, als den wohl heimlichen Gewinnern der Autobranche, profitieren wollen, sollten das endlos laufende Zertifikat (WKN VT0 WT8) der Bank Vontobel auf den mit zehn Werten bestückten Index Solactive Chinese Automobile kaufen. Der Aufstieg der chinesischen Autoindustrie hat gerade erst begonnen. Die stärker werdende Position auf dem wachstumsstarken Heimatmarkt bietet den Herstellern eine ideale Basis.

Die Euro am Sonntag: Des Zaren neue Autos
Im vergangenen Jahr stieg die Absatzzahl von Automobilien und leichten Nutzfahrzeugen in Russland um 30 Prozent auf knapp zwei Millionen Einheiten. In den ersten sechs Monaten 2011 legte die Zahl der verkauften Einheiten im Jahresvergleich um 60 Prozent auf eine Million zu. Im Mai erhöhte sich die Nachfrage um 48 Prozent. Die Experten der Euro am Sonntag interpretieren dieses Zahlen des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA) als Anzeichen für einen stabilen Aufschwung nach dem Einbruch im Jahr 2009. Dazu verhelfen auch die seit März vergangenen Jahres bis voraussichtlich Ende 2011 gewährten staatlichen Subventionen beim Autokauf. Dabei erhalten Käufer eines in Russland hergestellten Autos 50.000 Russische Rubel (1.246 Euro). Nikolaus Lang, Globalisierungsexperte der Boston Consulting Group (BCG) schätzt: "Spätestens 2018 wird Russland der größte europäische Markt für Pkw und kleine Nutzfahrzeuge." Laut dem Dekret 166 muss nun allerdings ab dem Jahr 2015 ein Lokalisierungsgrad entlang der gesamten Wertschöpfungskette von 60 Prozent erreicht werden. Ausländische Automobilkonzerne müssen bis dahin mindestens 300.000 Fahrzeuge pro Jahr in Russland bauen. Falls die Quoten für die Produktion dort nicht erfüllt werden, kassiert die Regierung hohe Einfuhrzölle. Das wiederum könnte das Aus in dem Land bedeuten für BMW, Porsche, Hyundai und andere. Wer jedoch in Russland produziert, muss nach Schätzungen von BCG mit Mehrkosten von 15 Prozent im Vergleich zum europäischen Durchschnitt rechnen. Denn die Logistikausgaben sind hoch, die Produktionstechnik der Zulieferer und Lohnfertiger zumeist veraltet und die Qualität der Erzeugnisse niedrig. Zudem müssen die Händlernetze enorm ausgebaut werden. Da in Russland die Hälfte der Autos auf Kredit gekauft werden, müssen die Autobauer zudem gute Finanzierungsangebote auflegen, um danach einmal gut zu verdienen. Volkswagen hat in Russland bereits ein Werk gebaut und arbeitet mit dem einheimischen Konzern GAZ zusammen. VW plant die Produktion eines neuen Kleinwagens namens "Up" speziell für Schwellenländer und eine preisgünstigere aber geringer ausgestattete Version des "Polo". Mit einem KGV von 7 für 2012 sind die Vorzugsaktien günstig bewertet. Das Kursziel beträgt 180 Euro, der Stoppkurs sollte bei 98 Euro gesetzt werden. Fiat will seine robusten und technisch einfachen Modelle demnächst auch in einem eigenen Werk in Russland bauen. Zudem scheint die Umstrukturierung bei der US-Tochterfirma Chrysler erfolgreich zu sein. Das Kursziel beträgt 9,10 Euro, der Stopp-Loss sollte bei 5,40 Euro platziert werden. Ford möchte im russischen Werk bei St. Petersburg 500 Arbeitnehmer einstellen und eine dritte Schicht arbeiten lassen. Charttechnisch dürfte sich ein Boden bilden. Das Kursziel beträgt 12,70 Euro, die Absicherung sollte bei 7,95 Euro erfolgen. Das französisch-japanische Konglomerat Renault-Nissan steht kurz vor der Übernahme des russischen Branchenprimus und Lada-Produzenten Avtovaz. Das Kursziel beträgt 50 Euro und das Engagement sollte bei 29,50 Euro abgesichert werden.
Änderungen in den Musterdepots der Euro am Sonntag:
Joachim Spiering, Verantwortlicher für das offensiv ausgerichtete Musterportfolio, hat 3.220 Anteilscheine von Cancom IT-Systeme zu 8,20 Euro aufgenommen und bei acht Euro abgesichert. Zudem dürften die 2.550 Aktien der African Development Corporation ADC ausgestoppt worden sein. Jens Castner, zuständig für das defensiv orientierte Musterdepot, hat 120 Titel von K+S zu 52,80 Euro eingebucht. In dem von Sven Parplies betreuten Trend-Musterdepot sind die 261 Papiere der SGL Group ausgestoppt worden. Dafür möchte Parplies Anteilscheine von Biogen Idec aufnehmen.
Der Anlegerbrief performaxx: Daldrup wird zum Kraftwerk(sbetreiber)
Daldrup & Söhne befindet sich derzeit in der Übergangsphase von einem reinen Projekt-Unternehmen für Bohr- und umwelttechnische Dienstleistungen hin zu einem Betreiber von Tiefengeothermie-Kraftwerken. Dadurch fließen dem Konzern beständig Erlöse zu. Die Experten des Anlegerbriefes performaxx gehen davon aus, dass dem Unternehmen ab dem nächsten Jahr die Früchte dieser Transformation zufließen werden. Mit einem geschätzten KGV von 23 für dieses und 24 für nächstes Jahr sind die Anteilscheine zwar ambitioniert bewertet, aufgrund der Wachstumsperspektiven und der starken Marktstellung ist ein Aufschlag aber gerechtfertigt. Langfristig orientierte Anleger sollten sich das mittelfristig erhebliche Kurspotenzial sichern und die Aktie kaufen.
Der Strategie-Report: Stabiler als IBM geht kaum
Der Aktienkurs von International Business Machines (IBM) gehört nach Angaben der Experten des Strategie-Reports zu den stabilsten im US-Leitindex Dow Jones. Seit Anfang Mai bewegt sich die Notierung allerdings leicht abwärts. Dabei konsolidiert der Kurs innerhalb eines Trendkanals. Da es zuletzt in dem maßgeblichen mittelfristigen Aufwärtstrend wieder aufwärts ging, besteht die Chance, die laufende Konsolidierung zu beenden. Allerdings darf die Notierung auf Schlusskurs-Basis nicht auf weniger als 162,19 Dollar sinken. Die Anteilscheine sollten deshalb ab 167,10 Dollar mit einem ersten Kursziel von 173,54 Dollar gekauft werden. Der Stopp-Loss sollte bei 161,20 $ platziert werden.
Änderungen im Musterdepot des Strategie-Reports:
Die Verantwortlichen für Musterportfolio haben 532 Discount-Zertifikate (WKN GS2 AFF) auf den DAX zu 46,92 Euro aufgenommen sowie 3.000 Discount-Zertifikate (WKN BC1 JZA) auf den S&P 500 zu neun Euro.
Änderungen im Musterdepot des Hot Stocks Investor:
Die 15.000 Anteilscheine von Lynas sind mit einem Verlust von elf Prozent zu 1,45 Euro ausgestoppt worden, die 500.000 Aktien von Global Hunter mit einem Gewinn von 16 Prozent zu 0,079 Euro und die 12.500 Titel von Gold Hawk Resources zum Einstandskurs von 1,15 Euro. Dafür haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio 25.000 Papiere von Brazil Resources zu 0,78 Euro aufgenommen und bei 0,15 Euro abgesichert.
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