Die beiden Bergbaukonzerne BHP Billiton und Rio Tinto haben dem internationalen Protest von Wettbewerbshütern nachgegeben und ihr geplantes Gemeinschaftsprojekt abgeblasen. Der Traum von der größten Fusion in der Geschichte der australischen Wirtschaft ist damit geplatzt. BHP setzt nun auf Potash.
Die britisch-australischen Bergbaukonzerne BHP Billiton und Rio Tinto haben sich den Wettbewerbshütern gebeugt und ihr geplantes milliardenschweres Eisenerz-Joint-Venture abgesagt. Die beiden Unternehmen wollten ihre Eisenerzproduktion im Westen Australiens zusammenlegen. Die Fusion wäre mit einem Volumen von umgerechnet knapp 86 Milliarden Euro die größte der australischen Wirtschaftsgeschichte gewesen. BHP und Rio Tinto versprachen sich von dem Deal Einsparungen von mehr als zehn Milliarden Dollar. Die Fusion scheitere aber nun vor allem am Widerstand mehrerer Kartellbehörden. Beide Konzerne hätten sich 16 Monate lang bemüht, für die Vorteile des Gemeinschaftsunternehmens zu werben, kommentierte Rio Tinto-Chef Tom Albanese. "Ich bin enttäuscht, dass die Behörden am Ende nicht unserer Meinung waren."
Potash im Visier
BHP scheiterte damit bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren mit dem Versuch, sich einen Teil des Eisenerzgeschäfts von Rio Tinto einzuverleiben. Bereits 2008 hatte BHP versucht, Rio Tinto komplett zu kaufen. Nun dürfte sich BHP Billiton darauf konzentrieren, den weltgrößten Düngemittelhersteller Potash zu übernehmen.
Aktien unbeeindruckt
Die Aktien der beiden Unternehmen zeigen indes kaum eine Reaktion auf das gescheiterte Joint Venture. Während Rio Tinto einen knappen Prozentpunkt im Minus notiert, kann BHP Billiton sogar leicht auf 29,20 Euro zulegen. Die Bergbaubranche bleibt nach wie vor hochinteressant. Rio Tinto und BHP Billiton gehören weiterhin zu den Favoriten des Sektors.
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