Thorsten Küfner
Die Ratingagentur Moody`s hat betont, dass die Finanzkrise noch längst nicht ausgestanden ist. Vor allem den britischen Großbanken drohen noch herbe Belastungen in Milliardenhöhe. Wie sollen Anleger sich nun verhalten?
Die Ratingagentur Moody's warnt vor übertriebenen Optimismus. Den Experten zufolge ist die Krise noch längst nicht ausgestanden und vielen Banken drohen weitere Löcher in Milliardenhöhe. Vor allem für die britischen Banken könnte es ganz dick kommen. Neben den Spätfolgen der Finanzkrise drohen im Zuge der Rezession nun auch Forderungsausfälle was zusammengenommen zu Belastungen von 130 Milliarden Pfund führen könnte. Im Worst-Case-Szenario drohen sogar Verluste von bis zu 250 Milliarden Pfund.
Keine Panik
Die Warnung von Moody's macht einmal mehr deutlich, dass die Stimmung an den Kapitalmärkten aktuell noch deutlich besser ist als die aktuelle Lage bei den Banken. Allerdings sollten Anleger im Zuge der Studie nicht in Panik verfallen. Da die britischen Institute bis Mitte des laufenden Jahres ihr Kapital um insgesamt 120 Milliarden Pfund erhöht haben, sind sie nun deutlich besser für weitere Kreditausfälle gerüstet als noch vor knapp einem Jahr. Zudem sorgen die Liquiditätsschwemme, die niedrigen Leitzinsen und die derzeit deutlich bessere Lage an den Kapitalmärkten für Unterstützung.
Stoppkurse nachziehen!
Da sich viele Aktienkurse der britischen Banken zuletzt stark verteuert haben, drohen nun herbe Rückschläge im Zuge von Gewinnmitnahmen. Investierte Anleger sollten nun ihre Stoppkurse nachziehen, um die angelaufenen Gewinne abzusichern. Vor allem bei der Aktie von Barclays ist dies enorm wichtig. Der Wert hat sich seit der Empfehlung des AKTIONÄRs (Barclays startet gut in 2009) mehr als vervierfacht. Nun sollte der Stoppkurs auf mindestens 3,40 Euro nachgezogen werden, zumal unter anderem wegen der Anschuldigung, Barclays habe sich im Zuge der Lehman-Pleite mehr aus der Insolvenzmasse angeeignet als dem Institut zugestanden hätte, neues Ungemach droht. Ein Neueinstieg drängt sich daher vorerst noch nicht auf. Auch bei der größten britischen Bank, der HSBC, sollten Anleger den Stoppkurs von 5,90 auf 6,40 Euro nachziehen.

Lloyds und RBS: Weiterhin Potenzial
Langfristig gesehen verfügen die beiden "Problemkinder" Lloyds Banking Group und RBS aufgrund der dramatischen Kursverluste seit Beginn der Krise weiterhin über das größte Potenzial. Allerdings sollten Investoren auch hier mit Stoppkursen arbeiten, um die bislang angelaufenen Gewinne zu sichern. Wie bereits in Barclays, HSBC, Lloyds und RBS im Check beschrieben, beträgt das langfristige Kursziel bei Lloyds 1,50 Euro, der Stoppkurs sollte bei 0,90 Euro platziert werden. Die RBS könnte wieder auf 1,00 Euro steigen, der Stoppkurs sollte bei 0,48 Euro gesetzt werden.
