Kaum ein Tag vergeht, an dem die Wirtschaftsblätter nicht von Rekordzahlen asiatischer Unternehmen und von neuen Höchstständen fernöstlicher Aktienindizes berichten. Der Kontinent zieht nach wie vor magnetengleich Kapital an – darunter immer mehr Gelder von
Privatanlegern. Die Deutsche Börse ist jetzt mit einem neuen Index auf die Kurslokomotive aufgesprungen: dem DAXglobal Asia.
Die Boomländer aus Fernost bieten Kurschancen pur. Licht in den Aktiendschungel bringt der neue Asien-Index der Deutschen Börse. DER AKTIONÄR präsentiert die aktuellen Top-5-Werte.
Kaum ein Tag vergeht, an dem die Wirtschaftsblätter nicht von Rekordzahlen asiatischer Unternehmen und von neuen Höchstständen fernöstlicher Aktienindizes berichten. Der Kontinent zieht nach wie vor magnetengleich Kapital an – darunter immer mehr Gelder von
Privatanlegern. Die Deutsche Börse ist jetzt mit einem neuen Index auf die Kurslokomotive aufgesprungen: dem DAXglobal Asia. Das Aktienbarometer umfasst die 40 am stärksten gehandelten und größten Aktienwerte aus zehn Ländern Asiens ohne Japan. China und Hongkong versteht die Deutsche Börse dabei als zwei Länder. China bildet mit 29 Prozent Anteil das Schwergewicht, gefolgt von Südkorea mit 20 und Indien mit 19 Prozent. Einmal im Jahr wird der DAXglobal Asia überprüft und Einzelwerte gegebenenfalls neu gewichtet und ausgetauscht.
Kreditnachfrage treibt an
Unter den Indextiteln präsentieren sich derzeit vor allem Finanzwerte als attraktive Investments – zum Beispiel die ICICI Bank. Das Unternehmen ist die nach Marktkapitalisierung größte Bank Indiens und profitiert weiterhin vom rasanten Wirtschaftsaufstieg
des Riesenlandes. Bis 2009 rechnen Analysten mit einem Anstieg des Nettogewinns von mindestens 26 Prozent pro Jahr. Für das
kommende Fiskaljahr bis Ende März 2008 liegen die Gewinnschätzungen bei rund 700 Millionen Euro. Ein Wachstumstreiber ist die immer noch starke Kreditnachfrage einer wachsenden Mittelschicht.
Malayan Banking kommt im nächsten Fiskaljahr ab Juli 2007 zwar mit schätzungsweise 13 Prozent auf ein geringeres Nettogewinn-Wachstum als die indische Kollegin. Allerdings bietet die Bank- Aktie die seltene Möglichkeit, in einen der kommenden Top-Märkte Asiens, Malaysia, zu investieren. Die größte Bank des Landes dürfte am zündenden Wirtschafts- und Kapitalmarktboom fleißig mitverdienen. Analysten haben ihre Prognosen bis Mitte 2009 jüngst deutlich angehoben.
Neustart mit Dividendenregen
Dritter Finanztitel der Top-5-Werte ist Südkoreas größte Privatkundenbank Kookmin Bank. Nachdem der Nettogewinn im zurückliegenden Quartal wegen Rückstellungen für Kreditrisiken deutlich schrumpfte, dürfte dieses Jahr ein kräftiges Plus anstehen.
Analysten erwarten bis Ende Dezember 27 Prozent Gewinnzuwachs. Zudem will die Bank dieses Jahr die Hälfte des Gewinns als Dividende ausschütten. Zum Teil Gelder, die nach der gescheiterten Übernahme der Korea Exchange Bank noch im Safe liegen. Danach soll die Ausschüttungsquote 30 Prozent im Jahr betragen.
Ein Top-Investment im Index ist auch Posco, eine Altempfehlung des AKTIONÄRS aus Ausgabe 43/06. Der südkoreanische Großkonzern stellt vor allem Stahlprodukte für die Bauindustrie und den Schiffsbau her. Der Markt ist weiterhin stabil, zudem ist die Konsolidierung in der Stahlbranche in vollem Gange. Posco gilt weiterhin als attraktiver Übernahmekandidat, was der Aktie Extra-Kursfantasie gibt. Dazu trumpft das Unternehmen mit einer kostensenkenden Produktionstechnologie auf, die ab April anlaufen soll und die Aktie zusätzlich antreiben dürfte.
Mit Hon Hai Precision zählt ein taiwanesisches Unternehmen zu den Top 5. DER AKTIONÄR hatte den Konzern in Ausgabe 05/07 als konservativen Top-Tipp vorgestellt. Hon Hai baut im Auftrag von Firmen wie Hewlett Packard, Apple und vielen anderen jede Menge
Elektronikprodukte – etwa den iPod und Macbooks. Nächster Coup dürfte das iPhone von Apple werden. Gerüchten zufolge hat die 73-prozentige Konzerntochter Foxconn bereits Fertigungsaufträge in der Tasche.
Fünf Asienchancen
Die Deutsche Börse bietet mit dem DAXglobal Asia eine hilfreiche Übersicht über zahlreiche Asien-Investments. Bei den fünf vorgestellten Index-Titeln können eher spekulativ orientierte Anleger als Beimischung zugreifen. Bankentitel sind traditionell weniger spekulativ als die Stahl- und Elektroindustrie. Die Handelsumsätze bei Malayan Banking sind jedoch nicht sehr hoch, weshalb Anleger Limits setzen sollten. Wer auf den kompletten Index setzen möchte, kauft den ABN Amro Indextracker.
Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 09/2007.
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