Apple fährt schwere Geschütze gegen Samsung auf – Riesenchance für Nokia?
Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung musste am Freitag eine herbe Schlappe einstecken. Ein Gericht in Kalifornien hat dem Kontrahenten Apple mehr als eine Milliarde Dollar Schadenersatz zugesprochen. Jetzt will Apple ein Verkaufsverbot für bestimmte Samsung-Produkte erwirken. Für Nokia ergibt sich eine einmalige Chance.
Apple fährt schwere Geschütze gegen Samsung auf. Nach dem Sieg im kalifornischen Patentprozess gegen die Südkoreaner hat der Konzern ein Verkaufsverbot für acht Smartphone-Modelle von Samsung beantragt. Wie aus am Montag veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht, sind darunter vier Varianten des Telefons Galaxy S2. Das Modell ist zwar inzwischen durch das neue Top-Gerät S3 abgelöst worden, für Samsung aber noch immer wichtig als günstigere Alternative.
Weitere Smartphones, die Apple nun in den USA stoppen will, sind zwei Modelle des Galaxy S sowie das Droid Charge und das Galaxy Prevail. Die Geschworenen hatten die Verletzung von Apple-Patenten durch insgesamt 28 Samsung-Geräte festgestellt. Viele davon spielen am Markt aber kaum noch eine Rolle, da die Klage aus dem Frühjahr 2011 stammt. Apple behält sich vor, noch weitere Verkaufsverbote zu beantragen.
Design-Patente verletzt
Einem Bericht des Wall Street Journal arbeitet Samsung nun daran, die Funktionen der betroffenen Software-Patente von den Geräten zu entfernen. Das Problem für die Südkoreaner ist allerdings, dass die Geschworenen bei den sechs Geräten der Galaxy-S-Serie auch mindestens ein Design-Patent des iPhone verletzt sahen.
Milliardenschwerer Schadenersatz
Im Endeffekt hat Apple auf ganzer Linie gesiegt und von den Geschworenen rund 1,05 Milliarden Dollar Schadenersatz zugesprochen bekommen. Da die Geschworenen von mutwilligen Patentverletzungen überzeugt waren, kann der Schadenersatz verdreifacht werden. Die Südkoreaner wollen unterdessen weiterkämpfen. Sie baten Richterin Lucy Koh am Montag, mit dem endgültigen Urteil in dem Prozess zu warten, bis alle Anträge zur Geschworenen-Entscheidung abgearbeitet sind.
Samsung verliert 12 Milliarden Dollar
Nach dem herben Einbruch am Montag hat sich die Samsung-Aktie heute etwas fester präsentiert. Das Urteil hat den Börsenwert Samsungs um rund zwölf Milliarden Euro geschmälert. Für die Apple-Aktie ging es dagegen am Montag zweitweise auf ein neues Allzeithoch von 680,87 Dollar.
Der einzige Lichtblick für Samsung: Beim Tablet Galaxy Tab 10.1 fanden die Geschworenen keine Verletzung des Tablet-Designmusters von Apple. Die Funktionen, die durch Software-Patent abgedeckt werden, können entfernt werden. Unterdessen läuft noch ein Verfahren mit anderen Apple-Patenten gegen das neuere Samsung-Smartphone Galaxy Nexus. Richterin Koh hält es bereits mit einem vorläufigen Verkaufsverbot vom Markt fern.

Kursziel 1.320 Dollar
Das neue iPhone wird voraussichtlich am 12. September vorgestellt. Im Vorfeld der Präsentation ist mit weiteren Kurssteigerungen bei der Aktie zu rechnen. Auch mit Blick auf den Erfolg vor Gericht empfiehlt DER AKTIONÄR die Apple-Aktie weiterhin zum Kauf. Auf Sicht von zwei Jahren könnte der Kurs auf 1.320 Dollar steigen.
Unterdessen könnte das Urteil indirekt auch Nokia nützen. Die Finnen werden ihre neuen Smartphone-Modelle vermutlich am 5. September vorstellen. Durch einen möglichen Verkaufsstopp gegen Samsung könnte sich dem Konzern eine Lücke im wichtigen US-Markt auftun.
Mit Material von dpa-AFX.
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