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Anglo Irish vor dem Aus - was geschieht mit Allied Irish?

Thorsten Küfner

Die irische Regierung hat die Aufspaltung der irischen Großbank Anglo Irish beschlossen und plant langfristig die "Stilllegung" von Konzernteilen. Was geschieht nun mit Allied Irish Banks?

Die stolze Anglo Irish Bank soll aufgespalten werden: In eine Bad Bank und ein Institut ohne Kreditgeschäft, die das Geld von Sparern verwaltet und dem Finanzministerium gehört. Damit reagiert Irlands Regierung auf die besorgniserregende Situation des Geldhauses. Die EU hatte sogar eine komplette Schließung bevorzugt. Nun sollen zunächst zwei getrennte Institute geschaffen werden, wobei die Bad Bank nach den Plänen der Regierung irgendwann verkauft oder geschlossen werden soll. Die Kundeneinlagen werden indes von der Regierung garantiert.

Fass ohne Boden

Auch die Anglo Irish Bank hatte im Zuge des Immobilienbooms in Irland ein viel zu großes Rad gedreht und war daran zerbrochen. Im Januar 2009 wurde die Großbank daraufhin verstaatlicht. Diese Aktion belastete allerdings den irischen Staatshaushalt enorm. Als Anglo-Manager jüngst erklärten, die Bank benötige nochmals 25 Milliarden Euro, sah sich Finanzminister Brian Lenihan zum handeln gezwungen.  

Quo vadis Allied Irish?

Investoren richten ihren Blick nun verstärkt auf den Konkurrenten Allied Irish Banks. Das Institut war ebenfalls im Zuge der Krise tief in die Verlustzone geschlittert. Durch die Einführung einer staatlichen Bad Bank wurde Allied zwar seine Problemkredite los, musste allerdings herbe Abschläge auf die ausgewiesenen Buchwerte verzeichnen, was das Eigenkapital deutlich verringerte. Um bis zum Jahresende die vorgeschriebenen Kapitalanforderungen zu erfüllen, muss die Bank nun ihr Kapital um mehr als sieben Milliarden Euro aufstocken.

Bank Zachodni heiß begehrt

Hierfür sollen durch den Verkauf von Vermögenswerten bis zu vier Milliarden Euro eingesammelt werden. Für die 70-prozentige Beteiligung an der profitablen polnischen Bank Zachodni stehen die Käufer bereits Schlange. Neben der polnischen Bank PKO (mit der Unterstützung des Staates) sind auch die Großbanken Banco Santander und BNP Paribas interessiert. Die Experten von Goodbody Stockbrokers rechnen damit, dass der Verkauf Allied knapp zwei Milliarden Euro einbringen wird. Insgesamt dürften Allied zusammen mit den Verkäufen drei weiterer Beteiligungen (etwa die US-Bank M&T) rund 4,4 Milliarden einnehmen könnte. Um die restlichen Milliarden aufzutreiben, muss Allied dann im vierten Quartal eine Kapitalerhöhung - wohl auch mit Unterstützung des Staates - durchführen.

Heißes Eisen

Die Aktie der Allied Irish Banks bleibt ein sehr heißes Eisen. Die Verwässerung durch die geplante Kapitalerhöhung sowie zahlreiche Unwägbarkeiten sprechen klar gegen die Aktie. Allerdings erzielt das Institut im operativen Geschäft weiterhin Gewinne (976 Millionen Euro im ersten Halbjahr). Sind die Altlasten endgültig aus der Bilanz beseitigt und die Eigenkapitaldecke wieder vergrößert worden, dürfte Allied auch wieder Nettogewinne erzielen. Der aktuelle Börsenwert von nur 840 Millionen Euro spiegelt das Potenzial der Bank in keinster Weise wider.

Mutige Anleger können daher mit einer kleinen Position einsteigen oder sollten die Aktie zumindest im Auge behalten. Das Kursziel lautet 1,20 Euro, der Stopp sollte bei 0,59 Euro platziert werden.

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