Amazon: Das hat gesessen – Aktie bricht ein
Die Aktie des Online-Händlers Amazon kennt seit Tagen nur eine Richtung: nach unten. Die gestern Abend präsentierten Zahlen passen da glänzend ins Bild. Der Konzern hat im abgelaufenen Quartal tiefrote Zahlen geschrieben. Die Aktie ist kurzzeitig massiv eingebrochen. Wie geht es jetzt weiter?
Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon hat im vergangenen Quartal tiefrote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 274 Millionen Dollar oder 60 Cent pro Aktie an. Im Vorjahreszeitraum wies der Konzern noch einen Überschuss von 63 Millionen Dollar aus. Der Grund: Amazon schrieb fast die gesamte Investition in LivingSocial ab: 169 Millionen Dollar von den 175 Millionen, die vor knapp zwei Jahren in den kleineren Konkurrenten von Groupon investiert wurden. Ohne diesen Effekt lag der Verlust bei 23 Cent pro Aktie. Und damit deutlich höher als befürchtet. Analysten hatten lediglich mit einem Verlust von 7 Cent pro Aktie gerechnet.
Hohe Investitionen
Der Verlust ist dem Expansionskurs des Konzerns geschuldet. Gerade kam auch in Europa die zweite Generation von Amazons Tablet auf den Markt, das Kindle Fire HD. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft wurden neue Kindle-Lesegeräte für digitale Bücher eingeführt. Und Amazon-Chef Jeff Bezos räumt selbst ein, dass Amazon seine Geräte praktisch zum Produktionspreis verkauft und das Geld später wieder mit seinen Diensten einspielen will.
Der Quartalsumsatz verbesserte sich indes um 27 Prozent auf 13,8 Milliarden Dollar. Das Problem: Analysten hatten hier sogar mit 13,9 Milliarden Dollar gerechnet. Damit aber nicht genug: Für das laufende Weihnachtsquartal rechnet Amazon mit einem Umsatzplus von 16 bis 31 Prozent. Auch hier hatten Analysten bislang mehr erwartet.

Stopp kommt in Sichtweite
Die Amazon-Aktie verlor nachbörslich zunächst über acht Prozent, später überlegten es sich die Anleger doch noch einmal und das Minus verkleinerte sich auf rund zwei Prozent. Der Online-Händler tut alles, um im wichtigen Tablet-Markt aufzuholen. Das gelingt den Amerikanern auch. Allerdings sind hier zunächst hohe Investitionen nötig. Auf lange Sicht ist der Konzern auf Kurs. Nach der jüngsten Korrektur rückt allerdings der Stopp des AKTIONÄR bei 160 Euro bedrohlich nahe.
Doch nicht nur Amazon hat enttäuscht: Auch die Zahlen von Apple waren alles andere als rosig.
Mit Material von dpa-AFX.
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