Thorsten Küfner
Die Aktien der Allied Irish Banks profitieren aktuell von der sich abzeichnenden Entscheidung der irischen Regierung, unter den Rettungsschirm der EU zu gehen. Lohnt sich nun ein Einstieg?
Die Aktionäre der Allied Irish Banks (AIB) erlebten in den vergangenen Handelstagen eine wahre Berg- und Talfahrt. Im heutigen Handel konnte der Kurs der irischen Großbank zwischenzeitlich wieder zulegen. Grund hierfür sind die Meldungen, wonach Irland unter den Rettungsschirm der EU flüchten wird. Zwar laufen derzeit noch die Gespräche zwischen der irischen Regierung und der EU sowie dem IWF, doch nahezu alle Experten rechnen damit, dass der konservative Regierungschef Brian Cowen dem Druck nachgeben wird und von einem Alleingang absieht. Der irische Notenbank-Chef Patrick Honohan erklärte bereits: "Die Absicht und Erwartung, ihre und meine persönliche, ist, dass die Verhandlungen oder Gespräche effektiv sein werden und ein Kredit zur Verfügung gestellt und wenn nötig in Anspruch genommen werden wird."
Die Folgen für die Aktie
Für die Aktie der vom Staat massiv gestützten AIB ist es natürlich positiv zu werten, dass der größte Anteilseigner gerettet werden dürfte. Allerdings könnte die Europäische Kommission Irland die Daumenschrauben anlegen. Gut möglich, dass dann die Banken der grünen Insel zahlreiche zusätzliche Regulierungen erdulden müssen. Ebenfalls nicht komplett vom Tisch wäre eine Komplettverstaatlichung wie sie bereits bei der Anglo Irish Bank oder auch bei der Irish Nationwide Building Society und der Educational Building Society geschehen ist. Anleger würden in diesem Fall wohl leer ausgehen.
Starke Verwässerung
Indes werden die Anteile der AIB durch die laufende Kapitalerhöhung, bei der sich der Staat zur Abnahme sämtlicher Aktien verpflichtet hat, dramatisch verwässert. Der Staat wird danach mindestens 90 Prozent an der strauchelnden Bank übernehmen. Andererseits ist der Börsenwert der AIB bereits deutlich geringer als das derzeit ausgewiesene Eigenkapital. Darüber hinaus hat sich das Institut von einem Großteil seiner Problemkredite durch die Auslagerung an die staatliche Bad Bank NAMA befreit. Daher ist die Rückkehr in die Gewinnzone - im Falle einer halbwegs normalen Wirtschaftsentwicklung - sehr gut möglich. In diesem Szenario dürfte das AIB-Papier deutlich anziehen.

Heiße Aktie
Die Aktie der Allied Irish Banks bleibt weiterhin nur etwas für sehr risikofreudige Anleger. Den zahlreichen Risiken stehen allerdings auch große Chancen gegenüber. Wer auf das Comeback der Bankaktie setzen will, sollte seine Position mit einem engen Stopp bei 0,35 Euro absichern.