Alibaba.com: Gefährliche Entwicklung
Chinas größte E-Commerce-Handelsplattform, Alibaba.com, rechnet für 2010 mit einem Gewinnanstieg von mehr als 50 Prozent. 2011 soll sich das Wachstum ähnlich stark fortsetzen. An der Börse hat der positive Geschäftsausblick bislang seine Wirkung völlig verfehlt.
China hat sich schneller von den Auswirkungen der globalen Finanzkrise erholt als erwartet und damit viele Volkswirte überrascht. Nach Einschätzung von Goldman Sachs wird die Wirtschaftsleistung 2009 um 8,7 Prozent zunehmen. Auf den Aktienkurs von Alibaba.com hat sich der Turnaround der Volksrepublik noch nicht ausgewirkt.
Intakter Abwärtstrend
Wer sein Geld Anfang des Jahres in Alibaba.com-Aktien investiert hat, darf sich aktuell über ein Kursplus von rund 200 Prozent freuen. Anleger, die den Zug verpasst haben und erst im Sommer eingestiegen sind, gucken allerdings in die Röhre: Seit September hat der Titel 21 Prozent an Wert eingebüßt. Als wäre das nicht genug: Aus charttechnischer Sicht befindet sich Alibaba.com in einem intakten Abwärtstrend.

Mitte Dezember hat sich Alibaba-Chef David Wei bullish zu den Aussichten für die chinesische Wirtschaft im Allgemeinen und sein Unternehmen im Speziellen geäußert und einen kräftigen Gewinnanstieg in Aussicht gestellt (seit dem vierten Quartal 2008 verbucht Alibaba.com rückläufige Profite).
Damit der Abwärtstrend gebrochen wird, muss die Alibaba-Aktie zunächst den Widerstand bei 1,60 Euro aus dem Weg räumen. In diesem Fall wäre der Weg frei bis zum Jahreshoch bei 1,95 Euro. Allerdings ist eine gewisse Vorsicht geboten, da ein Bruch der Unterstützungslinie bei 1,55 Euro ebenfalls nicht auszuschließen ist - größere Abschläge wären die Folge.
DER AKTIONÄR ist trotzdem verhalten optimistisch für die Alibaba-Aktie. Der Titel benötigt frische Impulse, um den Abwärtstrend zu knacken und die könnte ein besser als erwartetes Quartalsergebnis (wird voraussichtlich Mitte Februar veröffentlicht) liefern. Risikofreudige Anleger steigen nach einem Break des Abwärtstrends ein.
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