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1.450 Prozent in 20 Jahren: Die Perle des EuroStoxx

Michael Herrmann

Brillengläser?! Mit einem scheinbar langweiligen Geschäftsmodell fahren die Anleger von Essilor seit Jahrzehnten atemberaubende Renditen ein, und das, obwohl die Aktie auch noch geringeren Schwankungen als der Gesamtmarkt unterliegt. Ein Ende des Höhenflugs ist nicht in Sicht.

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Brille? Essilor. Essi was? Obwohl das französische Unternehmen Essilor Weltmarktführer bei Brillengläsern ist, kennt es hierzulande kaum jemand. Dabei sind die Labors, Fabriken und Vertriebszentren des Konzerns in über 100 Ländern weltweit präsent. Allein in Deutschland hat Essilor vier Standorte.

Innovation und Zukäufe

Die Führungsposition hat sich Essilor vor allem durch eine hohe Innovationskraft erkämpft. Schon 1958 stellte der Essilor-Ingenieur Bernard Maitenaz  das erste Gleitsichtglas der Welt vor, 1960 das erste Kunststoffglas. Zuletzt haben die Franzosen einen UV-Schutz für transparente Gläser entwickelt.

Essilor hat bei der Entwicklung von Innovationen die Bedürfnisse der Brillenträger genauestens im Blick. Weil sich 75 Prozent der mittlerweile 1,6 Mil­liar­­den Brillenträger weltweit eine Brille wünschen, die nicht mehr beschlägt, arbeiteten die Essilor-Ingenieure mit Hochdruck an einer Lösung. Ende 2011 war es so weit und Essilor brachte die ersten Brillengläser auf den Markt, die nicht beschlagen.

Zusätzliches Wachstumspotenzial erschließt sich Essilor durch regelmäßige Zukäufe kleinerer Konkurrenten. In diesem Jahr haben sich die Franzosen etwa an drei kleineren chinesischen Brillenunternehmen beteiligt und so ihre Stellung im rasant wachsenden chinesischen Brillenmarkt gestärkt.

Brillen, wir brauchen Brillen

Ein Ende der Erfolgsstory ist nicht in Sicht. Immer mehr Menschen brauchen eine Brille. 62 Prozent der erwachsenen Deutschen tragen heute eine Brille. 1952 waren es nur 43 Prozent. Vor allem bei der jüngeren Bevölkerung steigt der Bril­lenbedarf. 1952 brauchten nur 13 Pro­zent der 20- bis 29-Jährigen eine Brille, mittlerweile sind fast 30 Prozent in dieser Altersgruppe Brillenträger. In anderen Ländern lässt sich eine ähnliche Entwicklung feststellen.

Essilor wird sich dank seiner starken Marktstellung und der innovativen Produkte ein gutes Stück des wachsenden Kuchens sichern. Für 2012 und 2013 erwarten Experten jeweils ein Umsatz- und Gewinnwachstum von über zehn Prozent. Durch die global stark gestreute Geschäftstätigkeit ist Essilor zudem vor einer Verschärfung der Eurokrise sehr gut geschützt.

1.450 Prozent seit 1992

Für die Aktionäre ist Essilor eine absolute Erfolgsstory. In den vergangenen 20 Jahren hat die Aktie insgesamt mehr als 1.450 Prozent zugelegt. Im Schnitt bedeutet dies eine jährliche Rendite von rund 15 Prozent. Zusätzlichen Rückenwind dürfte die Essilor-Aktie durch die jüngst erfolgte Aufnahme in den EuroStoxx 50 erhalten.

Neue Hochs im Visier

Essilor hat sich in einem wachstumsstarken Nischenmarkt eine ausgezeichnete Position erkämpft und dürfte auf Jahre hinweg profitabel wachsen. Das wird auch der Aktie zu weiteren Höhenflügen verhelfen. Das nächste Kursziel lautet 92,50 Euro.

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