Zynga nach Q2-Zahlen verdroschen - was bedeutet das für die Facebook-Aktie?
Der an die Börse "gehypte" Spieleentwickler Zynga hat am Vorabend miserable Zahlen gemeldet und frühere Prognosen kassiert. Die Aktie brach daraufhin um 40 Prozent im Kurs ein - und zog Facebook mit in die Tiefe.
Gespanntes Warten, dann der Knall: Binnen Sekunden nach der Veröffentlichung seiner Q2-Zahlen, rauschte der Kurs von Zynga in den Keller. Händler beschrieben den Absturz als "freien Fall". Zum Handelsschluss in New York hatte der Ende 2011 mit viel Tamtam gelistete Gameentwickler 40 Prozent an Wert eingebüßt. Wie tief der Schock bei den Anlegern sitzen muss, zeigt der Kursverlauf im regulären Geschäft. Da hatte Zynga noch 3,3 Prozent zulegen können. Offenbar hatte ein Teil der Investoren mit besser als erwarteten Zahlen gerechnet. Im Sog des anschließenden Sell-offs kam Facebook ebenfalls unter die Räder. Die Aktie des größten sozialen Netzwerks büßte 7,6 Prozent ein. Der Konzern wird am Donnerstag nach Börsenschluss seine Geschäftsergebnisse präsentieren (DER AKTIONÄR berichtet live).
Prognosen kassiert
Zynga meldete für das zweite Quartal 2012 einen Gewinn von mageren 0,01 Dollar. Analysten hatten im Schnitt 0,06 Dollar erwartet. Der Umsatz blieb mit 332 Millionen Dollar ebenfalls hinter den Erwartungen zurück.
Im Gesamtjahr will der Erfinder von Farmville und Cityville zwischen 0,04 bis 0,09 Dollar pro Aktie verdienen. Die Schätzung steht im krassen Gegensatz zur Konsensschätzung von 0,27 Dollar.
Hauptgrund für das vermurkste Ergebnis: Zyngas Kunden (die Spieler) lassen weniger Geld auf dem Spielfeld zurück. Der durchschnittliche Umsatz pro Spieler sank von 0,051 Dollar (Q2 2011) auf 0,046 Dollar.
Auslöser für den Rückgang könnte eine Strategieänderung bei Facebook sein. Das soziale Netzwerk ist mit seinen 900 Millionen Nutzern der größte Umsatztreiber bei Zynga. Facebook hat die Spiele des Gameentwicklers zuletzt nicht mehr so prominent platziert wie früher, sondern setzt mehr auf Diversifikation und das Auffinden neuer Spiele.
Ob sich der Strategiewechsel für Facebook auszahlt, werden die Q2-Zahlen am Donnerstag nach Börsenschluss zeigen. Für Zynga ist er ein Desaster.
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