Yahoo-Aktie: Das riecht nach Ärger
Kaum einen Monat im Amt, legt sich die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer mit den Großaktionären an. Die Ex-Google-Managerin will den wankenden Internetveteran wieder auf Kurs bringen und dafür braucht sie Geld - das bereits den Investoren versprochen war.
Mayer stellte am Donnerstag zahlreiche Entscheidungen ihrer Vorgänger in Frage - darunter auch das Versprechen, die Milliarden aus dem Verkauf von Anteilen am chinesischen Internetunternehmen Alibaba auszuschütten. An der Wall Street reagierten die Anleger enttäuscht, die Yahoo-Aktie fiel am Freitag um 5,4 Prozent auf 15,15 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit Juni.
Ärger vorprogrammiert
Wie Yahoo mitteilte, will die Mitte Juli für den Chefposten angeheuerte Mayer gemeinsam mit dem Verwaltungsrat neue Strategien für Yahoo entwickeln, um den Konzern wieder auf Wachstumskurs zu bringen. An Zusagen ihrer (glücklosen) Vorgänger gegenüber Investoren fühlt sie sich offenbar nicht gebunden.
Deren Ärger ist verständlich, immerhin dürfte der Verkauf der Alibaba-Anteile mindestens sechs Milliarden Dollar in die Firmenkasse spülen - Geld, das anschließend in Form einer Dividende oder eines Aktienrückkaufs ausgeschüttet werden sollte.
DER AKTIONÄR meint: Der Vorstoß Mayers` ist bemerkenswert, a) weil sie sich nicht als Erfüllungsgehilfin mächtiger Aktionäre sieht, denen sie letztlich ihren Job verdankt und b) weil sie offenbar einen Plan für Yahoo im Hinterkopf hat. Der ist allerdings auch dringend nötig, will Yahoo gegen die Konkurrenten Google und Facebook nicht weiter ins Hintertreffen geraten.
Wie Mayer Yahoo flott machen will, hat sie bislang indes nicht verraten. Klar ist aber, dass die Neuausrichtung eine Menge Geld kosten wird, schließlich gibt es talentierte Software-Ingenieure nicht im Schlussverkauf - im Silicon Valley schon gar nicht.
Klar ist auch, dass sich die Großaktionäre bei Yahoo nicht einfach mit der Entscheidung der neuen Chefin abfinden werden. Ärger ist damit vorprogrammiert.
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