Martin Weiß
Es tut sich was: Medienberichten zufolge will sich der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba Group möglichst schnell von Yahoo freikaufen. Details für einen Deal könnten noch in der laufenden Woche veröffentlicht werden. Platzt damit die Short-Empfehlung des AKTIONÄR für die Yahoo-Aktie?
Wie es heißt, befindet sich die Alibaba Group in finalen Verhandlungen mit einem Bankenkonsortium über eine 3-Milliarden-Dollar-Kreditlinie. Mit dem zusätzlichen Kapital will Alibaba-Chef Jack Ma den Rückkauf eigener Anteile finanzieren, die sich derzeit im Besitz von Yahoo befinden und deren Wert sechs bis sieben Milliarden Dollar betragen dürfte.
Was macht die Aktie?
Yahoo ist mit einem Anteil von rund 40 Prozent größter Einzelaktionär der Alibaba Group und durchaus an einem Deal interessiert. Zuletzt hieß es aber, die Amerikaner wollten ihr Aktienpaket an Alibaba lediglich auf 15 Prozent reduzieren.
Unklar bleibt, wie es bei Yahoo Japan weitergeht. Auch diese Beteiligung (35 Prozent, Wert: circa sechs Milliarden Dollar) würde Thompson wohl gerne versilbern aber auch hier zogen sich die Verhandlungen zuletzt in die Länge.
Der Kurs der Yahoo-Aktie hat zuletzt vom freundlichen Marktumfeld profitiert, die News über einen kurz bevorstehenden Deal könnten den Kurs nun zusätzlich antreiben. Gerechtfertig ist das nicht (nachhaltig wohl ebenso wenig). Yahoo ist fundamental teuer, der Reiz liegt allein in den Beteiligungen.
Die Probleme im Kerngeschäft bestehen weiter und Ankündigungen, wie man es besser machen will, gab es genug. DER AKTIONÄR hat in Ausg. 05/2012 auf Yahoo einen Put-Optionsschein (CK0 YUA) auf Yahoo empfohlen und hält an der negativen Einschätzung für den Titel fest.