Martin Weiß
Die Aktie von Yahoo klettete am Vorabend an der Wall Street um mehr als sechs Prozent in die Höhe und schloss auf dem höchsten Stand seit Ende Oktober. Zuvor hatten Medien von einer bevorstehenden Übernahme des Konzerns berichtet.
Dem Artikel zufolge sei ein Konsortium um den chinesischen E-Commerce-Riesen Alibaba Group, die Blackstone Group und Bain Capital bereit, rund 25 Milliarden Dollar für eine Komplettübernahme von Yahoo auf den Tisch zu legen. Der Deal ist aber noch nicht in trockenen Tüchern, schreibt die Nachrichtenagentur weiter.
Keine halben Sachen
Die Aktie reagierte auf die erst nach 22.00 Uhr erschienene Meldung mit einem Kurssprung von 6,4 Prozent auf 16,72 Dollar. Im regulären New Yorker Handel hatte sich der Titel des schlingernden Internetriesen lediglich behaupten können.
Noch vor wenigen Tagen hatten Experten wegen der Größe eines möglichen Deals und den damit verbundenen Schwierigkeiten einer Finanzierung bezweifelt, dass es zu einem Angebot für den gesamten Konzern kommen würde.
Beteiligungen mehr wert als das Kerngeschäft
Analysten taxieren den Wert des einstigen Börsen-Highflyers auf rund 20 Milliarden Dollar, wobei die Beteiligungen in Asien - Yahoo Japan und Alibaba - etwa die Hälfte des Unternehmenswertes ausmachen. Das Kerngeschäft der Amerikaner mit Online-Werbung wird hingegen nur mit 7,7 Milliarden Dollar bewertet. Hinzu kommen drei Milliarden Dollar in bar.

Gut möglich, dass Jack Ma die Verhandlungen vorantreibt. Der Firmengründer der Alibaba Group hat in der jüngeren Vergangenheit mehrfach betont, dass er sich den 40-prozentigen Anteil, den Yahoo an seinem Unternehmen hält, zurückholen will.
20 Prozent Restpotenzial
DER AKTIONÄR hält an seiner ursprünglichen Kaufempfehlung fest. Die jetzt genannten Details entsprechen einem Kaufpreis von rund 20 Dollar je Yahoo-Aktie. Rechnerisch verbleibt damit ein Kurspotenzial von 21 Prozent. Anleger sollten Positionen mit einem engen Stopp absichern.