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Watson Pharmaceuticals: Der Billigmacher

Bastian Galuschka

Der Spardruck im Gesundheitswesen steigt. Umsatzstarke Medikamente verlieren darüber hinaus ihren Patentschutz. Beides freut den Generika-Spezialisten Watson.

Dass die Menschheit immer weiter wächst, immer älter wird und damit auch Krankheiten und der Bedarf an Medika­men­ten zunehmen, ist kein großes Geheimnis mehr. Was aber immer wieder untergeht: Das Ganze kostet eine gehörige Stange Geld. Die Gesundheitssysteme der Staaten ächzen, die Politik verordnet Sparzwang. Wohl dem, der günstige Medikamente anbieten kann.

Gut kopiert ist halb gewonnen

Einige Unternehmen haben sich hierbei auf die Entwicklung von Nach­ahmer­präparaten, sogenannten Generika, spezialisiert. Diese Kopien bereits auf dem Markt befindlicher Medikamente sind einfach zu produzieren. Es fallen aufgrund geringer Forschungsaufwendungen kaum Kosten an, dadurch ist beim Verkauf eine günstige Preis­gestaltung möglich.

Die Nummer 3 auf diesem Gebiet in den USA, dem größten Pharmamarkt überhaupt, ist die hierzulande eher unbekannte Firma Watson Pharmaceuticals.

Zusammenarbeit mit Pfizer

Zumindest in den vergangenen Wochen tauchte Watson aber verstärkt in der Presse auf. Grund ist der Patentablauf des vom Pharmariesen Pfizer entwickelten Cholesterinsenkers Lipitor. Mit 10,7 Mil­liarden Dollar Umsatz im vergangenen Jahr war Lipitor das umsatzstärkste Medikament der Welt. Nachdem der Patentschutz im November 2011 weggefallen ist, hat Watson neben der indischen Ranbaxy nun für sechs Monate die exklusive Erlaubnis, ein Lipitor-Generikum in den USA auf den Markt zu bringen. Pfizer hat hierbei sogar ein Abkommen mit Watson geschlossen. Marktexperten rechnen damit, dass trotz intensiver Preissenkungen seitens Pfizers rund zwei Drittel der Lipitor-Umsätze an die Generikahersteller gehen werden.

Lipitor ist damit sicherlich das bislang prominenteste Beispiel eines Medikaments, dessen Pa­tent­­schutz verloren ging, aber es ist beileibe kein Einzelfall. So erwarten die Experten von BB Biotech, dass allein in den kommenden drei Jahren der Pharmaindustrie Patente mit einem Gesamtumsatzvolumen von über 45 Milliarden Dollar wegbrechen werden.

Zweistelliges Wachstum

Für Watson, das rund 70 Prozent seines Umsatzes mit Generika erzielt, ein Schlaraffenland. Firmenchef Paul Bisaro hat große Ziele. In den kommenden zwei Jahren soll der Gewinn um jeweils min­destens 15 Prozent steigen. Mittelfristig will er neben den USA auch in Kernmärkten wie Frankreich oder Deutschland in die Top 5 aufsteigen.

Viel Wachstum für wenig Geld

Analysten schätzen Watsons Gewinnwachstum für das kommende Jahr auf 26 Prozent. Dem steht ein KGV von knapp 11 gegenüber. Der beeindruckende Aufwärtstrend der Aktie in den vergangenen drei Jahren dürfte demnach auch in 2012 anhalten.

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