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Washington Mutual: Wall Street Journal löst Kaufalarm aus

Alfred Maydorn

Die Aktie von Washington Mutual legte am Mittwoch in New York um 12,5 Prozent zu und schloss auf dem höchsten Niveau seit fünf Monaten. Auslöser für den kräftigen Anstieg war ein Artikel auf der Internetseite des Wall Street Journals. In Deutschland schießt die WaMu-Aktie zur Eröffnung um über 15 Prozent nach oben.

Gut eine Stunde vor Börsenschluss zog die WaMu-Aktie in New York unter hohen Umsätzen kräftig an. Zeitgleich hatte das Wall Street Journal (WSJ) einen Artikel im Internet veröffentlicht (hier geht es zum Artikel), in dem darüber spekuliert wird, ob JPMorgan nicht vielleicht doch mehr für den Kauf der WaMu-Bank zahlen muss. Im September 2008 hatte JPMorgan die ehemals größte Sparkasse der USA zum Schnäppchenpreis von 1,88 Milliarden Dollar erworben.

Neues Dokument oder alter Hut?

In dem WSJ-Artikel wird erneut auf ein Dokument verwiesen, dass den Zeitpunkt des endgültigen Abschluss des Verkaufs der WaMu-Bank auf den 30. August 2010 datiert. (hier geht es zum Dokument). DER AKTIONÄR hatte bereits am Dienstag über das Auftauchen dieses Dokumentes berichtet. Das Puget Sound Business Journal hatten in einem Kommentar bereits vor einigen Tagen auf die lange Frist hingewiesen.

Doch kein neuer Kaufpreis?

Der WSJ-Artikel enthält zwar keine neuen Fakten, aber alleine die weitaus höhere Reichweite und das Renommee des Wall Street Journals hat für die starke Auswirkung auf den Kurs der WaMu-Aktie gesorgt. In dem Artikel wird allerdings nicht nur über einen höheren Kaufpreis spekuliert, sondern auch ein Sprecher der verantwortlichen Behörde FDIC zitiert. Dieser habe darauf hingewiesen, dass der lange Zeitraum bis zum endgültigen Abschluss des Verkaufs nicht ungewöhnlich sei. Geändert würden aber in der Regel nur administrative Details. JPMorgen äußerte sich zu dem Sachverhalt nicht.

Die Anleger gaben wenig auf die Einschränkungen der FDIC. Sie spekulieren auf eine Nachbesserung des Kaufpreises und griffen beherzt zu. Insgesamt wurden am Dienstag 19 Millionen Aktien gehandelt, die meisten davon in den letzten 90 Minuten, also nach der Veröffentlichung des WSJ-Artikels.

Weiter steigende Kurse?

Da die WaMu-Aktie am Mittwoch auf Tageshoch geschlossen hat und der Internet-Artikel zudem wohl auch in der heutigen Print-Ausgabe des WSJ erscheinen wird, ist zunächst mit einer Fortsetzung des Höhenfluges zu rechnen. Langfristig dürfte für die WaMu-Aktionäre allerdings in erster Linie der Ausgang der laufenden Untersuchung ausschlaggebend sein. Die WaMu-Aktie ist und bleibt auf jeden Fall der heißeste Zock des Börsenjahres 2010. 

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