Alfred Maydorn

Die börsennotierten Überreste der Pleitesparkasse Washington Mutual sind erneut Spielball wilder Spekulationen. Einige Anleger spekulieren auf ein Settlement und hoffen auf eine Zahlung von acht Dollar pro Anteilschein - das wären stolze 2.900 Prozent mehr als der aktuelle Kurs.
Die Spekulation um Die ehemals größte Sparkasse der USA, Washington Mutual ist erneut voll entbrannt. Zu Wochenbeginn hatte DER AKTIONÄR bereits auf die zunehmende Dynamik hingewiesen. Mittlerweile notiert die Aktie deutlich höher und zeigt auch ein deutlich verbessertes Chartbild.
17,8 Milliarden Dollar?
In den USA spekulieren Anleger auf ein Settlement, also eine Ausgleichszahlung, zwischen den Aktionären und JPMorgan, die sich Washington Mutual im September 2008 für lediglich 1,9 Milliarden Dollar unter den Nagel gerissen haben. Es kursieren Berechnungen, denen zufolge JPMorgan insgesamt 17,8 Milliarden Dollar als Ausgleich zahlen müsste. Hiervon würden zunächst rund vier Milliarden Dollar an die Besitzer der Vorzugsaktien fließen, die verbleibenden 13,8 Milliarden Dollar stünden dann für die "normalen" Aktien zur Verfügung, was pro Papier rund acht Dollar entspricht..
Die Marke von acht Dollar hat ohnehin eine besondere Bedeutung: Im April 2008 hatte Washington Mutual ein Übernahmeangebot für acht Dollar pro Aktie abgelehnt - der potenzielle Aufkäufer von damals war übrigens ebenfalls JPMorgan.
Stichtag 4. März
Ob es überhaupt zu einem Settlement kommt, ist völlig offen. Fest steht hingegen der Termin für eine weitere Anhörung vor der Konkursrichterin Mary Walrath am 4. März. Bis zu diesem Termin ist bei der Aktie von Washington Mutual mit wilden Kursausschlägen zu rechnen. In der Tendenz ist aber eher mit weiter steigenden Kursen zu rechnen. Nach dem jüngsten Anstieg hat sich die charttechnische Situation deutlich verbessert.

Aufpassen und absichern
Anleger sollten allerdings immer im Hinterkopf behalten, dass auch weiterhin ein Totalverlust möglich ist. Darüber hinaus sollte auch nicht zu jedem Kurs eingekauft werden, sondern der US-Kurs als Orientierung dienen. So wurden am heutigen Donnerstag in Deutschland zeitweise schon über 0,22 Euro für eine Aktie bezahlt, was gegenüber dem US-Schlusskurs vom Mittwoch von umgerechnet 0,196 Euro einem Aufschlag von zwölf Prozent entspricht. DER AKTIONÄR empfiehlt, mit einer kleinen Position weiter engagiert zu bleiben. Der Stoppkurs sollte unverändert bei 0,12 Euro belassen werden.