Alfred Maydorn
Die Leser des Puget Sound Business Journal sind sich einig: In einer Umfrage stimmte eine große Mehrheit dafür, dass JPMorgan den Kaufpreis für die WaMu-Bank auf über 20 Milliarden Dollar nachbessern soll. Ist ein solcher Betrag realistisch?
In der am Freitag gestarteten Online-Umfrage des Puget Sound Business Journal sind nur zwei Prozent der Teilnehmer der Auffassung, der vor zwei Jahren von JPMorgan gezahlte Kaufpreis von 1,9 Milliarden Dollar sei ausreichend gewesen. Ein Prozent der Befragten meint, der zu zahlende Betrag müsse auf bis zu 10 Milliarden erhöht werden, sieben Prozent wollen zehn bis 20 Milliarden und 89 Prozent sind der Meinung, JPMorgan solle über 20 Milliarden Dollar für die ehemals größte Sparkasse der USA zahlen. (Hier geht es zur Umfrage).
Kauf noch nicht abgeschlossen
Erst vor wenigen Tagen hatte die Wirtschaftszeitung aus Seattle auf ein Dokument hingewiesen, wonach der Kauf der WaMu-Bank durch JPMorgan noch gar nicht abgeschlossen sei. Wenige Tage später griff das Wall Street Journal diese Meldung auf und es wurde spekuliert, der Kaufpreis könnte eventuell nachgebessert werden. Der Aktienkurs von Washington Mutual schnellte kräftig in die Höhe.
Ergebnis keine große Überraschung
Das Ergebnis der neuen Umfrage ist zweifellos beeindruckend, allerdings war es auch kaum anders zu erwarten gewesen. Das Puget Sound Business Journal ist eine der wenigen Zeitungen, die kontinuierlich und sehr kritisch über die WaMu-Übernahme berichten. Man kann davon ausgehen, dass viele Teilnehmer der Umfrage selbst WaMu-Aktien besitzen. Und da ist die Tendenz einer solchen Umfrage natürlich nicht so schwer vorherzusagen.
Spannung garantiert
Aber ist eine Nachbesserung des Kaufpreises überhaupt möglich? Und wenn ja, wie hoch wird eine eventuelle Nachbesserung ausfallen? Antworten auf diese Fragen ergeben sich vielleicht im Rahmen der gerade laufenden Untersuchung. Erste Ergebnisse sollen am 7. September vorgelegt werden. Die WaMu-Story bleibt weiterhin spannend.
Der Kurs der WaMu-Aktie hat sich nach einem Höhenflug bis auf 0,24 Dollar zuletzt wieder beruhigt. Am Freitagabend beendete das Papier den Handel in New York mit 0,208 Dollar oder umgerechnet 0,164 Euro. Exakt diesen Preis müssen Anleger derzeit auch in Frankfurt bezahlen.