Alfred Maydorn
Ein ehemaliger Abteilungsleiter des US-Justizministeriums wird in den kommenden Wochen den Konkurs von Washington Mutual untersuchen. Der Aktienkurs konnte auf die Meldung nicht reagieren, da diese erst nach Börsenschluss veröffentlicht wurde.
Joshua Hochberg wird die Umstände untersuchen, die zum Zusammenbruch von Washington Mutual geführt haben. Der Prüfer wurde wie geplant am Montag vom Office of the U.S. Trustee benannt, das zum Justizministerium gehört. Und auch der Prüfer selbst hat bis zum Jahr 2005 für das Justizministerium gearbeitet: Er leitete die Abteilung für Betrugs- und Kriminaldelikte.
Hoffnung auf 30 Milliarden Dollar
Die Aktionäre von Washington Mutual zeigten sich in ersten Reaktionen sehr zufrieden mit dem benannten Prüfer. Sie hoffen darauf, dass während der mehrwöchigen Untersuchungen die wirklichen Umstände der Zerschlagung und des anschließenden Verkaufs der ehemals größten Sparkasse der USA an JPMorgan ans Tageslicht kommen. Ihrer Meinung nach belaufen sich die Vermögenswerte auf 30 Milliarden Dollar.
Aktienkurs unverändert
Die Aktie von Washington Mutual konnte auf die Benennung des Prüfers bislang nicht reagieren, weil die Börse in New York bereits geschlossen hatte. Die Aktie hatte am Montag bei einem sehr ruhigen Handel leicht nachgegeben und mit 0,1705 Dollar geschlossen. Auch in Deutschland notiert das Papier mit 0,1310 Euro unverändert zum Vortag.
Die Untersuchung kann beginnen
Pikantes Detail am Rande: Joshua Hochberg war Aktionär von JPMorgan, hat aber seine 300 Anteilscheine am Montag noch vor der Berufung als Prüfer verkauft. Bis zum 6. August wird er nun einen Arbeitsplan vorlegen. Dann wird man genauer einschätzen können, wie Hochberg die Sache angeht. Als Experte für Betrugs- und Kriminaldelikte ist er vielleicht genau der Richtige für den "Fall" Washington Mutual.
Eine aktuelle Einschätzung zu Washington Mutual und was sich die Aktionäre erhoffen, erfahren sie in diesem Interview:

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