Andreas Deutsch
Wird Todd Combs der neue Warren Buffett. Nach Presseberichten stehen die Chancen des 39-jährigen Hedgefondsmanagers nicht schlecht, nach dem Ausscheiden Buffetts neuer Vorsitzender von Berkshire Hathaway zu werden. Dieser Schritt wäre eine kleine Sensation.
Combs ist in der Finanzwelt ein unbeschriebenes Blatt. Seine Leistungen als Hedgefondsmanager sind aber sehr beachtlich. Ihm gelang es, das Volumen des von ihm bis lange geführten Castle Point Capital in fünf Jahren von 35 auf 400 Millionen Dollar zu steigern. In der Finanzkrise schnitt der Hedgefonds deutlich besser ab als die meisten Konkurrenzprodukte. Im Jahr 2008 büßte der Castle Point Capital gerade einmal sechs Prozent ein. Der durchschnittliche Verlust der Hedgefonds lag damals bei 19 Prozent.

Amerikanische Werte
Vor Kurzem reichte Combs seine Bewerbung bei Buffett ein. Mit Erfolg. Die Investmentlegende zeigte sich beeindruckt von Combs' Können und stellte ihn ein. Buffett beschreibt Combs als einen "all-american type", also als jemanden, der eben die Werte verkörpert, die Amerika groß gemacht haben.
"Warren Buffett hat nicht Ausschau nach einem aufregenden Investmentstar gesucht", sagt Vidak Radonjic von Beryl Consulting Group LLC zur Nachrichtenagentur Bloomberg. "Er hat sich jemanden ausgesucht, der fähig ist, Risiken zu begrenzen und somit Kapital zu erhalten."
Die Nummer 1
Warren Buffett ist seit ein paar Monaten auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Egal, wer es wird, die Fußstapfen könnten größer nicht sein. Buffett ist der erfolgreichste Investor aller Zeiten. Sein Investmentvehikel ist knapp 200 Milliarden Dollar schwer. Buffetts Privatvermögen wird auf 47 Milliarden Dollar geschätzt.
Buffett für jeden
Buffetts Nachfolgeregelung ist eine der spannendsten, wenn nicht sogar die spannendste Personalie in der Wirtschaft seit vielen Jahren. Solange er selbst noch am Ruder ist, ist die Aktie von Berkshire Hathaway (Privatanleger kaufen die B-Aktie; Kursziel: 70 Euro, Stoppkurs: 45 Euro) ein Kauf. Nach Buffetts Abgang muss man sehen, ob der Nachfolger ein ähnlich gutes Händchen hat.