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Walt Disney: Mickey Maus im Freudentaumel

Leon Müller

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Walt Disney ist immer für eine Überraschung gut. Am Dienstagabend verzauberte der US-Unterhaltungskonzern seine Aktionäre mit einem Zahlenwerk, mit dem so niemand gerechnet hatte. Unterdessen nähert sich die Aktie immer weiter dem AKTIONÄR-Kursziel an. Doch noch ehe dieses erreicht wird, ist eine Neubewertung überfällig.

Mickey Maus hat wieder Grund zur Freude. Die wohl berühmteste Schöpfung aus dem Hause Walt Disney wäre wohl entzückt angesichts des Zahlenwerks, dass der US-Unterhaltungsriese am Dienstagabend nach Börsenschluss in New York veröffentlichte. Immer für eine Überraschung gut, toppte der Konzern mit Sitz in Burbank die Erwartungen der Analysten deutlich. Statt der erwarteten 0,39 Dollar je Aktie fuhr Walt Disney im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ganze 0,47 Dollar ein - Sonderposten einmal außen vor. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vergleichsquartal um ein Prozent auf 9,74 Milliarden Dollar. Hier hatten Analysten mit 9,65 Milliarden Dollar gerechnet. So ordentlich diese Ergebnisse auf den ersten Blick auch sein mögen, ihre wahre Stärke offenbart sich erst bei näherem Hinsehen...

Fernseh- und Studiogeschäft obenauf

Der hohe Gewinn - netto immerhin 844 Millionen Dollar - resultiert vornehmlich aus einem starken Fernsehgeschäft. Die Mediensparte des Konzerns, zu der auch die Kanäle ABC und der Disney Channel gehören, steigerte den operativen Gewinn um elf Prozent auf 724 Millionen Dollar. Der Umsatz legte hier um sieben Prozent auf 4,18 Milliarden Dollar. Dass das Fernsehgeschäft sich solide entwickelt, war abzusehen. Nicht allerdings, dass es auch in der Sparte Studio-Entertainment rund laufen würde. Der operative Gewinn im zuletzt kränkelnden Bereich stieg um 30 Prozent auf 243 Millionen Dollar. Begünstigt wurde diese Entwicklung von niedrigeren Kosten im Zusammenhang mit Marketing, Vertrieb und Verpackung bei den hauseigenen DVD- und Blu-Ray-Produkten.

Walt Disney auf einem sehr guten Weg

Für den weiteren Jahresverlauf zeigte sich das Unternehmen bei der Präsentation der Quartalszahlen sehr zuversichtlich. Konzernlenker Robert Iger rechnet mit einer guten Entwicklung im Bereich Film. Unter anderem wird Walt Disney bis Mitte 2011 Filme wie "Alice im Wunderland", "Toy Story 3" und "Fluch der Karibik 4" in die Kinos bringen. Analysten dürften in den kommenden Wochen ihre Einschätzung angesichts der herausragenden Erstquartalszahlen nach oben revidieren. Bereits heute sind die ersten Updates erschienen. So bewertet Morgan Stanley das Papier mit "Overweight" und Kursziel 35,00 Dollar (akt. Kurs: 29,84 Dollar). Credit Suisse sagt "Outperform" mit Kursziel 36,00 Dollar.

Moderate Bewertung, positive Charttechnik

DER AKTIONÄR erhöht aufgrund der Erstquartalszahlen sein Kursziel. Statt 23,00 Euro liegt es nun bei 25,00 Euro. Der Stoppkurs sollte von 15,50 Euro auf 18,00 Euro angehoben werden. Derzeit rechnen Analysten mit einem Gewinn je Aktie von 1,955 Dollar für 2009/10 (Ende September). Diese Schätzungen dürften nun zeitnah angehoben werden. Aktuell ist die Aktie mit einem KGV von 15 für das laufende Geschäftsjahr im Branchenvergleich moderat bewertet. Die Charttechnik spricht für steigende Kurse. Kaufen.

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