Nachdem der US-Medienriese Time Warner seine Prognose für das Geschäftsjahr 2008 gekappt hat, rutschten nicht nur die Aktien von Warner ins Minus. Auch die Papiere der Konkurrenten Walt Disney und News Corp. mussten deutliche Einbußen hinnehmen. Die Meldung reiht sich ein in eine Serie von Negativschlagzeilen, die den Mediensektor bereit seit Wochen beschäftigen. Nun hat sich auch Eric Schmidt zur Zukunft der Branche geäußert. Der Chef des Suchmaschinengiganten Google versprühte dabei nicht gerade Optimismus. Auch die Analysten rudern nun mit ihren Prognosen zurück. Fest steht: 2009 wird kein einfaches Jahr für den Sektor.
Analysten schrauben Prognosen zurück
Als Reaktion auf die Gewinnwarnung von Time Warner haben die Analysten ihre Schätzungen für das New Yorker Unternehmen nach unten geschraubt. Zwischen vier und acht Cent niedriger wird der Gewinn je Aktie im vierten Quartal ihrer Ansicht nach ausfallen. Im Schnitt rechnen sie mit einem Ergebnis von 23 Cent. Weitere Korrekturen nach unten sind nicht unwahrscheinlich. Überdeutlich wird der verhaltene Ausblick bei Betrachtung der Prognosen für das erste Quartal 2009. Durch die Bank rechnen die Analysten mit einem Rückgang.
Gemischtes Bild bei Disney und News Corp.
Ein gemischtes Bild zeigt sich beim Blick auf die Schätzungen zu Walt Disney und News Corp. Während die Analysten beim Micky-Maus-Konzern im Schnitt mit einem Rückgang des Gewinns je Aktie im Bereich von zehn Prozent auf 0,495 Dollar rechnen, erwarten sie bei News Corp. ein stabiles Ergebnis von 0,259 Dollar je Anteilsschein. Zu beachten ist allerdings, dass die Schätzungen größtenteils vor der Veröffentlichung der Gewinnwarnung des Konkurrenten Time Warner geäußert wurden. Entsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit weiterer Revisionen.
Google-Chef Eric Schmidt betrauert und bleibt ratlos
Als wären die jüngsten Prognosen nicht schon düster genug, hat der Chef des Suchmaschinengiganten Google, Eric Schmidt, die Anteilseigner von Medienkonzernen nun weiter verunsichert. Zwar sagte Schmidt, Google sei in der Lage Zeitungen in den USA zu kaufen, das Geld habe man schließlich. Allerdings würde dies die Strukturprobleme der Branche nicht lösen. Als größte Probleme sieht er die schwindenden Werbeerlöse und hohe Vertriebskosten. Zur Rettung beitragen könnte eine stärkere Vernetzung von News im Internet oder die Übernahme von Zeitungsverlagen durch größere Unternehmen. Eine Patent-Lösung habe jedoch selbst er nicht, sagte Schmidt abschließend in einem Interview mit dem US-Magazin Fortune.
Aktionäre müssen sich auf turbulentes Jahr einstellen
Den Anteilseignern von US-Medienkonzernen steht ein turbulentes Jahr ins Haus. Time Warner wird seine Zahlen zum vierten Quartal des zurückliegenden Jahres und zum Gesamtjahr 2008 vorbörslich am 4. Februar veröffentlichen. Einen Tag zuvor legt Walt Disney seine Ergebnisse zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2009 auf den Tisch. Und noch einen Tag früher lässt sich News Corp. in die Bücher schauen. Die dann vorgelegten Zahlen werden einen guten Einblick in die Entwicklung der Medienbranche ermöglichen. Anleger sollten die Termine daher im Hinterkopf behalten, ehe sie eine Investitionsentscheidung treffen.