Starbucks serviert im ersten Quartal eine bittere Brühe. Nach einem dramatischen Gewinneinbruch plant die weltgrößte Kaffeehauskette drastische Einschnitte. Firmenchef Howard Schultz hat sein Gehalt bereits auf Niedriglohn-Niveau gekürzt.
Starbucks serviert im ersten Quartal eine bittere Brühe. Nach einem dramatischen Gewinneinbruch plant die weltgrößte Kaffeehauskette drastische Einschnitte. Sogar Firmenchef Howard Schultz hat sein Gehalt jetzt auf Niedriglohn-Niveau gekürzt.
Die Konsumflaute hat die Kaffeehauskette Starbucks in eine tiefe Krise gestürzt. Nach einem desaströsen Auftaktquartal muss der Konzern nun sein Sparprogramm weiter verschärfen. Im traditionell sehr starken Zeitraum von Oktober bis Dezember brach der Gewinn um fast 70 Prozent auf 64 Millionen Dollar ein, während der Umsatz um sechs Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar zurückgegangen ist. Ohne Restrukturierungskosten erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 15 Cent je Aktie. Analysten hatten mit 17 Cent gerechnet. Starbucks forciert nun seinen Umstrukturierungsprozess. Neben den bereits avisierten 600 Läden sollen weitere 300 schlecht laufende Filialen geschlossen werden. Hiervon sind rund 6.000 Mitarbeiter betroffen. Zusätzliche 700 Stellen sollen im übrigen Konzern abgebaut werden. Insgesamt sollen im laufenden Jahr 500 Millionen Dollar eingespart werden.
Starbucks muss schnell abspecken
Firmenchef Schultz verzichtet auf viel Lohn
Durch die Wachstumsorgie der vergangenen Jahre hat sich Starbucks in eine missliche Situation manövriert. Erst mit der Rückkehr von Mitgründer Howard Schultz an die Unternehmensspitze vor rund einem Jahr hat sich der Konzern eine strikte Schlankheitskur verpasst. Laut Schultz gehe es nicht mehr nur darum, einen Sturm zu überstehen, Starbucks müsse schlanker werden. Zuletzt beschäftigte der Konzern weltweit immer noch rund 170.000 Mitarbeiter in mehr als 16.800 Filialen (etwa 120 davon in Deutschland). Die Wirtschaftskrise aber auch schwindende Marktanteile aufgrund der starken Konkurrenz (z.B. McCafé von McDonalds) machen weitere Maßnahmen dringend notwendig. So werde man auch deutlich weniger Läden eröffnen als ursprünglich geplant: In den USA sollen nur noch 140 statt der zuletzt bereits gekürzten Planung von 200 Läden gestartet werden, in den restlichen Regionen 170 anstelle von 270 Filialen. Firmenlenker Schultz geht unterdessen mit gutem Beispiel voran: Sein eigenes jährliches Grundgehalt ließ er von zuletzt 1,2 Millionen Dollar auf 10.000 Dollar zusammenstreichen.
Unternehmen schrumpft sich fit
Starbucks befindet sich derzeit in einem sehr schwierigen Fahrwasser. Allerdings hat der Konzern aus Seattle die Warnzeichen schon frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen. Der umfassende Konzernumbau unter Sanierer Howard Schultz dürfte die Bilanz aufpolieren und die Margen nach oben treiben. Angesichts der angespannten Konjunkturlage ist zunächst von weiteren schlechte Nachrichten auszugehen, die größtenteils aber schon eingepreist sein dürften. Risikobereite Anleger können aber schon jetzt bei Kursen um sieben Euro eine Anfangsposition wagen.
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