Research in Motion: Damit hat niemand gerechnet - am wenigsten Apple
Der angeschlagene Blackberry-Hersteller RIM gewinnt immer stärker an Fahrt. Am Mittwoch stieg der Aktienkurs an der Wall Street auf den höchsten Stand seit sieben Monaten. Geht die Rallye weiter?
Seit dem Tief im September 2012 hat sich RIM um mehr als 100 Prozent in die Höhe geschraubt. Auch am Mittwoch ließen die Bullen nicht locker, die Aktie schloss 5,6 Prozent fester bei 13,31 Dollar. Galt RIM (neben Nokia) bis vor Kurzem als einer der größten Verlierer im Kampf gegen Apple und Samsung, breitet sich im Vorfeld der Einführung von Blackberry 10 vorsichtiger Optimismus aus. Diese Hoffnung auf eine Trendwende wird durch die aktuelle Nachrichtenlage zusätzlich geschürt.
Ein alter neuer Kunde
Wie RIM am Vorabend mitteilte, will die US-Einwanderungsbehörde BB10 und die dazugehörigen Smartphones einem Test unterziehen. Anschließend wollen die Ermittler entscheiden, ob sie wie angekündigt zukünftig auf Apples iPhone 5 setzen, oder bei Research in Motion bleiben und die neue Hardware einführen.
Das Pilotprojekt beginnt Anfang 2013.
Ein Erfolg von RIM wäre enorm wichtig, nicht nur weil Thorsten Heins damit Apple eins auswischen könnte. Der Firmenchef von RIM ist auf seine Geschäftskunden angewiesen, will er das Steuer noch herumreißen.

Analysten haben die Erfolgschancen von BB10 zuletzt mit 30 Prozent beziffert - immerhin. Laut Goldman Sachs könnte RIM in den kommenden vier Quartalen beim Umsatz dann um acht Prozent wachsen. Apple- und Samsung-Aktionären mögen bei diesen Aussichten schmunzeln, für die Kanadier wäre es aber der erste Zuwachs seit mehr als einem Jahr.
Für das zweite Fiskalquartal hatte RIM zuletzt einen Umsatzeinbruch von 31 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar gemeldet und einen Verlust von 235 Millionen Dollar. Insgesamt verkaufte RIM in der Periode kaum mehr als sieben Millionen Blackberrys.
100 Prozent - und das war erst der Anfang
Die Story bei Research in Motion gewinnt weiter an Fahrt, ebenso die Aktie. Erweist sich BB10 (Einfüührung am 30. Januar 2013) als der erhoffte Heilsbringer, dann waren die 100 Prozent in den letzten Wochen erst der Anfang. DER AKTIONÄR empfiehlt risikofreudigen Anlegern weiter den Einstieg.
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