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Obamas Aufputschmittel für die Börse: Diese Aktien profitieren

Frank Phillipps, Andreas Deutsch, Sascha Grundmann

Die Gesundheitsreform ist der bislang größte innenpolitische Erfolg von Barack Obama. Und natürlich ist sie auch an der Börse ein großes Thema. DER AKTIONÄR stellt drei Aktien vor, bei denen die Reform wie eine Medizin für den Kurs wirken dürfte.

Auch wenn die US-Gesundheitsreform zu großen Teilen erst ab dem Jahr 2014 wirksam werden soll - da an der Börse bekanntlich die Zukunft ge­han­­delt wird, machen sich die revolu­tio­­nären Änderungen von Präsident Obama bereits zum jetzigen Zeitpunkt in Form von Kurssteigerungen bemerkbar. Und zwar bei den Notierungen von denjenigen Unternehmen, deren Umsätzen die Analysten vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklung die größten Zuwächse zusprechen.

Pfizer - Viagra für den Aktienkurs

Profitieren von einer umfassenderen me­dizinischen Versorgung dürften etwa die Medikamentenhersteller. Sie ge­hören nach Expertenansicht zu den größten Nutznießern der Obama-Initia­tive. Häufigere Arztbesuche ziehen schließlich naturgemäß einen höheren Medikamentenbedarf nach sich. Gute Aussichten also für US-Kon­zer­ne wie Pfizer. Der welt­weite Pharma-Marktführer, der zurzeit an der Börse mit stattlichen 140 Milliarden Dollar bewertet wird und der unter anderem für das Potenz­mit­­tel Viagra bekannt ist, hat bereits im vergangenen Geschäftsjahr Erlöse von 50 Milliarden Dollar verzeichnet. Im laufenden Geschäftsjahr sollen es gar über 68 Milliarden werden. Und wenn die Gesundheitsreform in den USA erst einmal etabliert ist, dürfte dieser Betrag noch deutlich wachsen. Da­neben sprechen momentan aber noch andere Gründe für ein Investment in die Pfizer-Aktie: Das Risiko ist überschaubar, der Pharma-Koloss ist mit einem 2010er-KGV von 8 niedrig bewertet. Und damit ist er immerhin das güns­tigste Unternehmen im gesamten Dow Jones. Das Kursziel für die Aktie des Weltmarktführers taxiert der 17 Euro.



Gilead Sciences - Rückenwind für den Quasi-Monopolisten

Auch die Biotech-Industrie dürfte sich über die Folgen der Gesundheitsreform kaum beschweren. Obamas ursprünglicher Plan, biotechnologisch hergestellte Me­­­dikamente nur fünf Jahre lang patentrechtlich zu schützen, fand am Ende doch nicht den Weg ins Gesetz. Stattdessen währt der Schutz nun zwölf Jahre.
Davon - und dass nun mehr Menschen in den Genuss medizinischer Be­hand­­lung kommen - dürfte auch Gilead Scien­ces profitieren. Das Unternehmen mit Hauptsitz im kalifornischen Foster City ist vor allem für seine Medikamente ge­gen Infektionskrankheiten be­kannt. Im Bereich der HIV-Arzneien ist Gilead Welt­marktführer und eine Art Quasi-Monopolist. Die von den Kali­for­niern ent­wickelten Standardmedikamente Atripla, Emtriva, Truvada und Vi­read werden in der Regel zu Cocktails kom­biniert. Mit ihrer Hilfe hat sich die HIV-In­fektion in den letzten Jahren vom To­desurteil in eine Art chronische Er­­kran­­kung gewandelt. Nutznießer davon sollte künftig nicht nur eine steigende Zahl von Patienten sein, deren Kran­kenkasse für die Behandlung aufkommt, sondern auch das Unternehmen selbst.
Die Aktie ist bei Kursen um 46 Dollar und einem sich daraus ergebenden Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 angesichts der Marktstellung für das lau­fen­­de Jahr viel zu günstig. Dies ist offenbar auch die Ansicht des Managements, das Ende Januar ankündigte, in den nächsten zwölf Monaten eigene Ak­tien im Wert von einer Milliarde Dol­lar zurückkaufen zu wollen. Anleger sollten dem Beispiel der Unternehmenslenker folgen und sich einige Stücke ins Depot legen. Kursziel: 45 Euro.



Tenet Healthcare - Hier liegen Pa­tienten und Anleger richtig

Barack Obamas Gesundheitsreform er­möglicht Millionen Menschen eine Be­handlung im Krankenhaus. Folglich wird das Geschäft der Kran­ken­haus­be­trei­­ber stark wachsen. Eine der Top-Adressen in der Branche ist Tenet Healthcare aus Texas. Das Unternehmen betreibt 49 Krankenhäuser und 57 am­bulante Praxen im ganzen Land. Der­zeit stehen Tenet insgesamt 13.600 Betten zur Verfügung.

Der Clou bei Tenet: Die Gesellschaft ist auch stark in Staaten aktiv, in denen die Rate der bis­lang Unversicherten am höchsten ist - nämlich in Florida, Texas und Kalifor­nien. Somit ist auch der derzeitige Aufschlag der Aktie im Branchenvergleich ge­rechtfertigt. Das 2010er-KGV lautet aktuell 28, allerdings beträgt das Ge­winn­­wachstum stolze 25 Prozent. Darüber hinaus stehen 9,42 Milliarden Dol­lar Umsatz lediglich 2,81 Milliarden Dollar Börsenwert gegenüber. Noch hängt die Aktie in einem Seitwärts­trend fest. der aktionär rechnet al­ler­­dings damit, dass der Titel bald nach oben ausbricht. Das Kursziel mit Sicht auf zwölf Monate lautet sechs Euro.


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