Leon Müller
News Corp. hat im vergangenen Quartal einen Milliardenverlust erlitten. Abschreibungen in Milliardenhöhe haben das Ergebnis belastet. Nun will der Medienkonzern unter Führung von Rupert Murdoch einen rigorosen Sparkurs fahren und Stellen abbauen.
News Corp. hat im vergangenen Quartal einen Milliardenverlust erlitten. Abschreibungen in Milliardenhöhe haben das Ergebnis belastet. Nun will der Medienkonzern unter Führung von Rupert Murdoch einen rigorosen Sparkurs fahren und Stellen abbauen.
Milliardenabschreibungen, Stellenabbau, Einsparungen. Mit diesen drei Begriffen lässt sich die gegenwärtige Situation beim US-amerikanischen Premiere-Großaktionär News Corp. umschreiben. Der Medienkonzern unter Führung von Rupert Murdoch hat im vergangenen Quartal infolge hoher Abschreibungen einen Milliardenverlust erlitten. Wie das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss in New York mitteilte, belief sich der Fehlbetrag im Berichtszeitraum Oktober bis Dezember auf 6,4 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor hatte die Gesellschaft noch einen Gewinn von 832 Millionen Dollar eingefahren.
Selbst unter Ausklammerung der Abschreibungen, die sich auf das TV- und Zeitungsgeschäft beziehen und auf 8,4 Milliarden Dollar summieren, sind dieses Mal lediglich 320 Millionen Dollar oder 12 Cent je Aktie hängen geblieben. Der Umsatz verringerte sich um mehr als acht Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar.
Erwartungen verfehlt Prognose enttäuscht
News Corp. hat mit den vorgelegten Zahlen die Erwartungen der Marktteilnehmer enttäuscht. Diese hatten mit einem Gewinn je Aktie in Höhe von 0,175 Dollar und Erlösen im Bereich von 8,4 Milliarden Dollar gerechnet. Enttäuschend fiel auch der Ausblick aus, den News-Corp.-Lenker Rupert Murdoch am Abend präsentierte. Er rechnet für das Gesamtjahr mit einem Gewinnrückgang um 30 Prozent, nachdem der Konzern im zurückliegenden Geschäftsjahr zu Ende Juni 2008 operativ noch 5,1 Milliarden Dollar verdiente. Vom Abwärtstrend erfasst wurden laut Murdoch alle Unternehmensbereiche, zu denen unter anderem der Finanzmedienkonzern Dow Jones sowie die Fox-Sender gehören.
Um die Kosten zu senken, will News Corp. Stellen streichen und in Zukunft einen rigorosen Sparkurs fahren. Betroffen sind unter anderem 800 Angestellte der Fox-Gruppe sowie Redakteure bei der renommierten Wirtschaftszeitung Wall Street Journal.
Aktie weiter unter Druck
Das Papier von News Corp. verlor am Donnerstag nachbörslich als Reaktion auf die Ergebnisse 9,1 Prozent auf 6,77 Dollar. Sollte sich diese schwache Entwicklung zur Handelseröffnung am Freitag bestätigen, dürfte die Aktie schnell in Richtung des Novembertiefs bei 5,91 Dollar marschieren, weswegen Anleger das Geschehen zunächst passiv verfolgen sollten.
