Leon Müller
Am Mittwoch könnten die Börsen rund um den Globus einen weiteren Schlag erleiden. Der US-Versicherer American International Group (AIG) steht kurz vor dem Aus. Goldman Sachs und JP Morgan arbeiten an einem Notkredit. Mit Unterstützung der US-Notenbank Federal Reserve wollen sie AIG bis zu 75 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen.
Am Mittwoch könnten die Börsen rund um den Globus einen weiteren Schlag erleiden. Der US-Versicherer American International Group (AIG) steht kurz vor dem Aus. Goldman Sachs und JP Morgan arbeiten an einem Notkredit. Mit Unterstützung der US-Notenbank Federal Reserve wollen sie AIG bis zu 75 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen.
Die Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers ist noch nicht verdaut, da droht schon neues Ungemach. Der weltweit zweitgrößte Versicherungskonzern American International Group (AIG) steckt in einer bedrohlichen Lage und benötigt dringend frisches Kapital. Die Situation ist dermaßen zugespitzt, dass der Staat New York sich in einem außergewöhnlichen Schritt gezwungen sah, der Assekuranz zu erlauben, Vermögen von Tochterunternehmen in Höhe von rund 20 Milliarden Dollar als Sicherheiten zu verwenden. Dies wurde unter anderem notwendig, weil die Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch dem Versicherer eine schlechtere Bonität bescheinigten als zuvor und dadurch den Kapitalbedarf weiter anheizten. Allein die Bonitätsherabstufung hat zur Folge, dass AIG zusätzliche 14,5 Milliarden Dollar benötigt, um seine Schulden abzusichern.
Fieberhafte Suche nach frischem Kapital
AIG steht unter massivem Zeitdruck. Presseberichten zufolge muss der Versicherer bereits am Mittwoch den Gang zum Insolvenzrichter antreten, wenn er nicht über Nacht frisches Kapital auftreiben kann. Goldman Sachs und JP Morgen sollen fieberhaft an der Ausarbeitung eines Notkredites arbeiten. Sie wollen AIG mit Unterstützung der US-Notenbank Federal Reserve bis zu 75 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen. Sollte das Vorhaben scheitern, könnte das Schicksal des Versicherungsriesen besiegelt sein und schlimmstenfalls an den Börsen rund um den Globus heftige Turbulenzen auslösen. AIG nimmt eine gewichtige Stellung bei der Risikoabsicherung innerhalb der Finanzbranche ein und ist daher eng mit anderen Geldinstituten verbunden.
AIG-Papiere ziehen Gesamtmarkt nach unten
Die Nachrichten über eine bevorstehende Pleite von AIG haben das Papier des Versicherungskonzerns deutlich unter Druck gebracht. Am Montag führte es die Liste der Verlierer im Dow Jones Index mit deutlichem Abstand an. Auch in den nächsten Tagen dürften extreme Kursbewegungen zu beobachten sein. Anleger sind gut beraten, die Entwicklung bei AIG von der Seitenlinie aus zu verfolgen. Im Falle einer Pleite des Versicherungsmultis dürften die Börsen ein weiteres Mal erzittern.