Microsoft macht Milliardenverlust
Der Softwarekonzern Microsoft verbuchte im abgelaufenen Quartal einen Verlust. Auslöser war eine Abschreibung von über 6,2 Milliarden Dollar auf einen Zukauf im Internetgeschäft. Die Aktie zeigt sich davonunbeeindruckt.
Das Internet-Geschäft hat Microsoft seinen ersten Quartalsverlust beschert. Im vierten Geschäftsquartal gab es ein Minus von 492 Millionen US-Dollar. Auslöser war eine bereits Anfang Juli angekündigte Abschreibung über 6,2 Milliarden Dollar auf die vor fünf Jahren gekaufte Online-Werbefirma Aquantive. Im Vorjahresquartal hatte es noch einen Gewinn von 5,87 Milliarden Dollar gegeben.
Bereinigt um diese Abschreibung und andere Sonderereignisse stieg der Gewinn hingegen im vierten Quartal um 12 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 6,93 Milliarden Dollar. Je Aktie blieben 73 Cent hängen. Analysten hatten hier nur mit 62 Cent gerechnet. Im nachbörslichen Handel kletterten Microsoft-Titel um zweieinhalb Prozent.
Umsatz klettert
Der Umsatz legte in dem Ende Juni beendeten Geschäftsquartal um 3,9 Prozent auf 18,06 Milliarden Dollar (14,7 Mrd Euro) zu. Es war ein Rekordwert, wie Konzernchef Steve Ballmer nach US-Börsenschluss am Donnerstag betonte. Im gesamten Jahr stieg der Umsatz um 5,4 Prozent auf den Bestwert von 73,7 Milliarden Dollar. Der Jahresgewinn fiel um gut ein Viertel auf 16,98 Milliarden Dollar.
Die verlässlichste Geldquelle von Microsoft blieb die Office-Bürosoftware. Die Business-Sparte steuerte im gesamten Geschäftsjahr einen operativen Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar bei, mehr als die 11,46 Milliarden von Windows. Ende Oktober kommt das neue Windows 8 auf den Markt. Der Software-Gigant erhofft sich davon eine Belebung des PC-Marktes, der zuletzt von dem rasanten Wachstum bei Smartphones und Tablets in den Schatten gestellt wurde. Microsoft will mit Windows 8 auch bei Tablet-Computern Fuß fassen. Die Software ist auch auf die Bedienung per Touchscreen ausgelegt.
Im Spiele- und Unterhaltungsbereich mit der Spielekonsole Xbox 360 gab es im Schlussquartal rote Zahlen von 263 Millionen Dollar, im gesamten Geschäftsjahr aber ein operatives Plus von 364 Millionen. Microsoft versucht gerade, die Xbox zu einem Herzstück der Wohnzimmer-Unterhaltung zu machen. Dafür wurde das Angebot von Filmen und Sendungen für die Plattform stark ausgeweitet.

Aktie unbeeindruckt
Mit der Abschreibung auf Aquantive setzt Microsoft einen Schlussstrich unter den Fehlkauf, mit dem man Google Werbemilliarden streitig machen wollte. Die Aktie reagierte auf die bereits im Vorfeld bekannte Tatsache nicht. Entscheidend für die Aktie ist die Widerstandsmarke bei 31 Dollar. Schaffe es das Papier darüber, könnte es auch Richtung 33 Dollar gehen.
(mit Material von dpa-AFX)
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