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Marc Faber: "Viele Banken sind eigentlich pleite"

Andreas Deutsch

Wenn "Dr. Doom" Marc Faber spricht, wird manchem Anleger Angst und Bange. Sieht der Vermögensverwalter etwa Anzeichen für einen baldigen Crash? Im Interview mit dem AKTIONÄR war Faber relativ entspannt. Seiner Einschätzung nach haben die Banken zwar viele Probleme. Andere Unternehmen stehen aber gut da.

Marc Faber, seit vielen Jahren erfolgreicher Vermögensverwalter, ist der Pessimist unter den Börsengurus. Sein Gespür für Ungemach an den Finanzmärkten ist legendär. Mehrere Crashs sagte er voraus: die Japan-Baisse, den Börsenkrach von 1987, die Asienkrise und das Platzen der Technologie-Blase 2000. Wer also auf Faber hört, kann sich hohe Verluste ersparen. Allerdings verpasste der Herausgeber des Börsenbriefs Gloom, Boom & Doom Reports auch die eine oder andere Börsenrallye.

DER AKTIONÄR: Herr Faber, was haben Sie Ihren Lieben zu Weihnachten geschenkt? Ich tippe auf Goldmünzen.

MARC FABER: (lacht) ... Sie kennen mich gut. Stimmt, ich habe meiner Frau und meiner Tochter unter anderem eine Goldmünze geschenkt. Das tue ich übrigens jedes Jahr.

Wie geht es mit dem Goldpreis weiter?

Die Korrekturphase, die wir im Moment sehen, könnte durchaus noch eine Weile anhalten. Vielleicht noch einige Monate. In dieser Zeit dürfte der Goldpreis zwischen 1.400 und 1.700 Dollar schwanken.
Längerfristig allerdings, davon bin ich überzeugt, sollte der Goldpreis steigen. Das hat einen einfachen Grund: Die Notenbanken sorgen mit ihrer Gelddruckerei dafür, dass die Kaufkraft des Geldes zunehmend zurückgeht. Deswegen rate ich jedem, einen Teil seines Vermögens in Gold zu investieren. Wie viel Gold es sein soll, muss jeder selbst wissen. Ich persönlich habe knapp 25 Prozent meines Vermögens in Gold investiert.

Wie geht es am Aktienmarkt weiter?

Die große Liquidität im Markt spricht für steigende Aktienkurse. Wie lange es hoch gehen wird, kann ich nicht sagen. Positiv ist, dass es mehrere Titel gibt, die relativ günstig bewertet sind. In Amerika fallen mir da Johnson & Johnson und Procter & Gamble ein.

Kann man Bankaktien jetzt wieder kaufen?

Das Problem bei Banken ist die mangelnde Transparenz. Wir haben wenig Informationen über die tatsächliche Finanzlage der Institute. In meinen Augen sind viele Banken derzeit eigentlich insolvent. Das heißt, ihre Eigenkapitalquote ist negativ. Sie müssen von den Staaten gestützt werden.

Welche Titel meiden Sie noch?


Technologieaktien. Ich sehe keinen Grund für eine steigende Nachfrage nach Technologie in der nächsten Zeit.

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