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Cell Therapeutics: Das 250-Prozent-Lebenzeichen

Frank Phillipps

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Die Aktie von Cell Therapeutics legt eine sagenhafte Rallye hin. Seit der AKTIONÄRS-Empfehlung hat der Pennystock um mehr als 250 Prozent zugelegt. Wie geht es jetzt weiter?

Die Aktie von Cell Therapeutics legt eine sagenhafte Rallye hin. Seit der AKTIONÄRS-Empfehlung hat der Pennystock um mehr als 250 Prozent zugelegt. Wie geht es jetzt weiter?

Im Rahmen seiner Titelstory „Die heißesten Aktien für Zocker“ empfahl DER AKTIONÄR Anfang April die Aktie von Cell Therapeutics (CTI) als derzeit heißeste Achterbahn im Biotech-Sektor zum Kauf. Momentan geht die Fahrt steil bergauf.

250 Prozent Plus

Seit Anfang April hat die Aktie schon mehr als 250 Prozent zugelegt. Allein am gestrigen Mittwoch verdoppelte sich das Papier im Wert. Grund für den Höhenflug sind vor allem gute News um das Krebsmedikament Pixantrone. Eigentlich hatte CTI damit gerechnet, dass das Blutkrebsmittel in Europa erst Ende 2010 die Zulassung erhält und verkauft werden darf. Tatsächlich steht die offizielle Zulassung durch die Behörden nach wie vor aus, trotzdem darf CTI Pixantrone wegen dringenden Bedarfs schon jetzt Europa vermarkten. Pixantrone darf ab sofort ausgewählten Patienten, die unter besonders schweren Formen des sogenannten non-Hodgkin-Lymphoms leiden und auf keine andere Therapie mehr ansprechen, verabreicht werden. Auflage ist, dass die Patienten namentlich erfasst werden.

Auch in den USA macht CTI mit Pixantrone Fortschritte. Im Juni will man den Antrag auf Zulassung für den wichtigsten Pharmamarkt der Welt stellen. Mit einer Entscheidung der Behörden rechnen die Verantwortlichen noch bis Jahresende. Anfang 2010 könnte dann der Verkauf in den USA starten.

Tanz auf der Rasierklinge

Bis dahin ist es aber vor allem finanziell für CTI noch ein steiniger Weg. Die Finanzmittel des Unternehmens waren Ende März quasi aufgebraucht. Die Pleite konnte gerade noch durch den Verkauf von Anteilen an einem Joint Venture mit Spectrum Pharmaceuticals und eine weitere Kapitalerhöhung abgewendet werden, 26,5 Millionen Dollar flossen dadurch in CTIs Kasse. Eine weitere Zahlung von Spectrum von 3,5 Millionen Dollar steht noch aus.

Die gerade vorgelegten Zahlen für das erste Quartal belegen zwar, dass CTI schwer am Kostenmanagement arbeitet, trotzdem scheint eine erneute Kapitalerhöhung fast unausweichlich. Bei einer Burn-rate von circa 20 Millionen Dollar pro Quartal dürften die aktuellen Barmittel dürften gerade noch bis Mitte des Jahres reichen.

Ausweg Partnerschaft?

Eine mögliche Alternative für eine erneute Kapitalerhöhung wäre eine Partnerschaft mit einem großen Player der Pharma- oder Biotech-Branche. Und die wird durch den positiven Newsflow rund im Pixantrone immer wahrscheinlicher. Zumal CTI selbst bei einem Zulassungserfolg mit Pixantrone die nötigen Vertriebsstrukturen fehlen. Ein Partner könnte auf einen Schlag das Finanzproblem von CTI lösen.

Auch ein Übernahmeszenario hat durch die letzten Meldungen an Wahrscheinlichkeit gewonnen. Denn selbst nach der jüngsten Kursexplosion ist CTI an der Börse derzeit mit „nur“ knapp 550 Millionen Dollar bewertet. Dies scheint auf der einen Seite teuer für ein Unternehmen, das beinahe pleite ist. Auf der anderen Seite hat CTI mit Pixantrone einen Medikamentenkandidaten, dem Analysten Jahresumsätze von mehr als einer Milliarde Dollar zutrauen. Und viele große Pharmakonzerne würden die 550 Millionen plus Übernahmeprämie aus der Portokasse zahlen.

Anschnallen und mitfahren

Die Achterbahnfahrt bei CTI dürfte die Aktie in den kommenden Wochen weiter in die Höhe treiben. Der Zulassungsantrag in den USA, Übernahmegerüchte und nicht zuletzt eine Präsentation der Pixantrone-Daten beim ASCO-Meeting Anfang Juni dürften das Papier weiter beflügeln. Extrem risikobereite Anleger legen sich einige Stücke ins Depot, schnallen sich an und fahren mit.

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