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Home Depot: Wo sind die fleißigen Heimwerker?

Markus Bußler

Theorie und Praxis liegen bisweilen weit auseinander. Experten waren lange Zeit der Ansicht, dass vor allem Baumärkte von der Krise profitieren dürften. Die Argumentation lief darauf hinaus, dass Menschen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten lieber selbst zum Werkzeug greifen, statt sich Handwerker ins Haus zu holen. Doch der Ausblick, den die weltgrößte Baumarktkette Home Depot gestern gab, belehrt eines Besseren.

Theorie und Praxis liegen bisweilen weit auseinander. Experten waren lange Zeit der Ansicht, dass vor allem Baumärkte von der Krise profitieren dürften. Die Argumentation lief darauf hinaus, dass Menschen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten lieber selbst zum Werkzeug greifen, statt sich Handwerker ins Haus zu holen. Doch der Ausblick, den die weltgrößte Baumarktkette Home Depot gestern gab, belehrt eines Besseren.

Der US-Konzern meldete für das Schlussquartal (31. Januar) einen Verlust von 54 Millionen Dollar oder 3 Cent je Aktie. Ein Jahr zuvor erwirtschaftete Home Depot noch einen Gewinn von 671 Millionen Dollar. Der Ergebnisrückgang liegt vor allem in Sondereffekten begründet: Unter anderem wurde die Design-Sparte Expo geschlossen, was das Ergebnis mit 387 Millionen Dollar belastete. Betrachtet man das Gesamtgeschäftsjahr, so halbierte sich der Gewinn auf 2,3 Milliarden Dollar. Der Umsatz reduzierte sich um acht Prozent auf 71,3 Milliarden Dollar.

Erwartungen geschlagen

Bereinigt erwirtschaftete Home Depot im vierten Quartal einen Gewinn von 19 Cent je Aktie und schlug damit die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 15 Cent gerechnet hatten. Dies führte gestern in New York auch zu einer kleinen Kursrallye bei dem Baumarktriesen. Allerdings war die Aktie in den vergangenen Tagen und Wochen nach den schlechten Zahlen des Konkurrenten Lowe´s stark unter Druck geraten.


Blake: Noch nicht vorbei

Der Ausblick gibt zunächst keinen Anlass zur Freude: Konzernchef Franz Blake warnte, dass Besserung noch lange nicht in Sicht sei. Blake prognostiziert einen Umsatzrückgang um neun Prozent. Beim Ergebnis je Aktie sollen es sieben Prozent Minus sein. Neben der Immobilienkrise belastet das Unternehmen auch der laufende Stellenabbau.

Am Tropf der Konjunktur

Immobilienkrise, steigende Arbeitslosenzahlen, finanzielle Engpässe bei den Verbrauchern: Das Umfeld für Home Depot ist alles andere als rosig. Dazu ist der Baumarktriese mit einem KGV von 16 für das laufende Geschäftsjahr selbst nach dem Kursrückgang der vergangenen Woche alles andere als günstig bewertet. Für den Marktführer unter den Baumärkten wird es maßgeblich darauf ankommen, wie schnell sich die Konjunktur in den USA wieder erholt.

Zwei Szenarien denkbar

Ein Großteil der Analysten geht im Moment davon aus, dass die Geschäfte bei Home Depot im kommenden Jahr wieder besser laufen werden. Die Hoffnungen gründen sich vor allem darauf, dass sich die Konjunktur bereits im zweiten Halbjahr 2009 langsam erholen wird. Nur wenige glauben hingegen, dass die Kaufzurückhaltung bei den Heimwerkern anhalten wird. Sie gehen von einer länger anhaltenden konjunkturellen Talfahrt aus und raten deshalb dazu, die Aktie von Home Depot zu meiden.

Mittelfristig kaufenswert

DER AKTIONÄR hält die Aktie von Home Depot grundsätzlich für interessant. Die Baumarktkette leidet derzeit massiv unter der Kaufzurückhaltung in den USA. Allerdings sollten Anleger bei ihren Überlegungen beachten, dass an den zahlreichen, derzeit leer stehenden Immobilien über kurz oder lang Instandsetzungsarbeiten fällig werden. Dies dürfte zu einer steigenden Nachfrage bei den Baumärkten führen. Home Depot als Marktführer wird von dieser Nachfrage überproportional profitieren. Dazu wird der Stellenabbau mittelfristig dazu führen, dass das Unternehmen wieder profitabler wird. Mittelfristig orientierte Anleger sollten einen genaueren Blick auf die Aktie von Home Depot werfen. Da im Rahmen des Gesamtmarktes Kursrücksetzer durchaus zu erwarten sind, empfiehlt der AKTIONÄR, ein Abstauberlimit bei 15 Euro in den Markt zu legen und damit eine erste Position aufzubauen.

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