Martin Weiß
Der führende Online-Rabattmakendienst hat mit seinen ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen die Anleger schwer enttäuscht. Die Aktie rauschte im Anschluss an die Meldung in den Keller. Und es könnte noch deutlich weiter nach unten gehen.
Der jüngste Höhenflug der Groupon-Aktie fand am Mittwochabend ein jähes Ende. Das Papier brach nachbörslich um 15,6 Prozent auf 20,75 Dollar ein. Zuvor hatte das Unternehmen, das mit der Vermarktung von Gutscheinen über das Internet sein Geld verdient, zwar einen höher als erwarteten Umsatz für das vierte Quartal 2011 gemeldet, beim Ergebnis aber überraschend einen Verlust präsentiert.
Optimistischer Ausblick
Groupon erlöste in den drei Monaten bis Ende Dezember 506 Millionen Dollar und damit rund 30 Millionen mehr als von Analysten erwartet. Der Verlust von 0,02 Dollar verfehlte die Prognosen um 0,05 Dollar je Aktie (erw.: +0,03).
Für das erste Quartal rechnet Firmenchef Andrew Mason mit einer anhaltend starken Nachfrage nach seinen Produkten und einem Umsatz von 510 bis 550 Millionen Dollar (erw.: 501 Millionen).
Der optimistische Ausblick dürfte die wenigsten Anleger getröstet haben. Im Sog des angekündigten Börsengangs von Facebook war es für Groupon ebenfalls kräftig nach oben gegangen, die Aktie verteuerte sich um etwa 20 Prozent. Jetzt also der empfindliche Dämpfer.
DER AKTIONÄR meint: Der Druck auf den Titel könnte kurzfristig anhalten, denn das dreistellige Plus beim Umsatz (in Prozent, gegenüber Vorjahr) ist längst eingepreist. Wenn Groupon selbst bei Erlösen von einer halben Milliarde Dollar keinen Gewinn erzielt, läuft irgendetwas schief. Meiden!