Groupon: Aktie stürzt 17 Prozent in die Tiefe
Zum Wochenauftakt haben die US-Anleger Groupon unangespitzt in den Boden gerammt. Zuvor hatte das Schnäppchen-Portal seine Q4-Zahlen nach unten korrigieren müssen. Und es könnte noch schlimmer kommen.
Gemessen am ersten Kurs notiert die Groupon-Aktie nun bereits mit 50 Prozent im Minus. Und auch, wenn die Prügel, die das Papier am Montag an der Wall Street bezogen hat, übertrieben erscheint – längerfristig dürfte der Kurs weiter in Richtung Süden laufen. Anleger sollten das Papier unbedingt meiden, oder short gehen.
Q4-Zahlen revidiert
Groupon hat den Umsatz für das Abschlussquartal 2011 um rund 14 Millionen Dollar nach unten korrigiert, der Gewinn reduzierte sich um 22,6 Millionen Dollar.
Gemessen am Umfang der Korrektur, erscheint der Kursabsturz vom Montag übertrieben. Insgesamt gingen rund 1,65 Milliarden Dollar an Börsenwert in Rauch auf.
Eröffnet der Kursrutsch jetzt etwa eine Kaufchance? Eher nicht. Das Problem bei Groupon besteht darin, dass die Anleger das Vertrauen in das einstige Wunderkind verloren haben.
Mehrere Änderungen im Börsenprospekt haben schon vor dem Börsengang ein schlechtes Licht auf das Management geworfen. Die Ankündigung vom letzten Freitag hat das Fass nun offenbar zum Überlaufen gebracht.
Wie geht es weiter?
Immer mehr Analysten bringen sich gegen Groupon in Stellung und das dürfte zusätzlichen Druck auf den Kurs erzeugen. Es ist offensichtlich, dass Groupon keine langfristige Geschäftsstrategie besitzt. Ebenso offensichtlich ist, dass die US-Firma viel zu früh an die Börse gebracht wurde - mit einer viel zu hohen Bewertung.
Die offensichtliche Inkompetenz in der Führungsetage könnte zudem noch ein Nachspiel haben. Wie das Wall Street Journal am Vorabend berichtete, soll sich bereits die amerikanische Wertpapieraufsicht SEC mit den revidierten Q4-Zahlen befassen.
Die Short-Empfehlung des AKTIONÄR liegt nun bereits 20 Prozent im Plus. Das Kursziel für die Aktie verbleibt bei zehn Euro, der Stopp wird auf 16 Euro angehoben.
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