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Gilead Sciences: Das Biotech-Momentum-Wunder

Bastian Galuschka

Die Gilead-Aktie strebt unaufhaltsam nach oben. Und die Biotech-Erfolgsstory ist noch lange nicht vorbei. Im Gegenteil, Analysten trauen dem Konzern in den kommenden Jahren überdurchschnittliche Wachstusmsraten zu.

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Der Aufstieg der Biotech-Branche zeigt sich eindrucksvoll am Beispiel Gilead Sciences. Diesem Unternehmen ist es zu verdanken, dass eine Krankheit wie HIV für den Infizierten mittlerweile kein Todesurteil mehr darstellt, sondern als chronische Krankheit behandelt werden kann. Gilead schafft es sogar Jahr für Jahr, seine Medikamente zu verbessern. Mussten HIV-Infizierte anfangs noch einen ganzen Medikamentencocktail einnehmen, reicht inzwischen eine einzige Pille mit Namen Stribild, die vier Wirkstoffe vereint. Eine dieser Komponenten, das Medikament Truvada, wurde vor einigen Wochen sogar als Präventivmaßnahme im Kampf gegen HIV zugelassen. In Studien mit Homosexuellen zeigte sich, dass bei einer regelmäßigen Einnahme von Truvada das HIV-Infektionsrisiko um 73 Prozent sank.

Neuer Markt Hepatitis C

Gilead wird sich in Zukunft aber nicht mehr nur HIV-Erkrankungen widmen. Mit der Übernahme von Pharmasset für elf Milliarden Dollar hat sich Gilead den Medikamentenkandidaten GS-7977 einverleibt. Dieser durchläuft aktuell noch letzte Tests. Sind diese positiv, wäre GS-7977 die erste rein orale Therapie für Hepatitis-C-Infizierte. Gilead würde dann mit einem Schlag Konkurrenten wie Vertex oder Merck & Co überholen und sich die Marktführerschaft auch in diesem Bereich sichern. Die Chancen hierfür sind zuletzt noch einmal gestiegen, denn die Entwicklung des Konkurrenzprodukts BMS-986094 wurde wegen Sicherheitsbedenken auf Eis gelegt.

Analysten optimistisch

Ein Blick auf die Analystenschätzungen zeigt: Die Wachstumsmaschine Gilead läuft weiter auf Hochtouren. Im kommenden Jahr dürfte der Umsatz erstmals die 10-Milliarden-Dollar-Schwelle knacken, 2015 sollen es bereits über 13 Milliarden Dollar sein. Mit Basis 2012 dürfte sich der Gewinn bis dahin noch einmal knapp verdoppeln. Citi-Analyst Yaron Werber sieht Gilead im Rennen um die nächste Hepatitis-C-Standardtherapie weiter deutlich vor Abbott. Resistenzen könnten seiner Meinung nach Abbotts Konkurrenzprodukt Schwierigkeiten bereiten. Geoff Meacham von JP Morgan wiederum ist positiv gestimmt für Gileads neue HIV-Pille Stribild. Er rechnet damit, dass Stribild im Jahr 2015 einen Umsatz von 2,9 Milliarden Dollar generieren könnte und hob das Kursziel für die Aktie zuletzt auf 75 Dollar an.

Eine Klasse für sich

DER AKTIONÄR hält die Gilead-Aktie für eines der besten US-Investments überhaupt. Anleger sollten die Gewinne bei einem der stärksten US-Werte laufen lassen und den Stopp auf 38 Euro nachziehen. Mit einem KGV von 15 für das kommende Jahr ist die Aktie mit Hinblick auf die Wachstumsperspektiven bei Weitem nicht zu teuer. Rücksetzer in die Kursregion um 60 Dollar bieten auch Neuinteressierten eine günstige Einstiegsgelegenheit.

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