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Genzyme: Höhenflug dank "Icahn-Faktor"

Frank Phillipps

Genzyme hat schwere Zeiten hinter sich. Nun scheint die Trendwende eingeläutet. Und dies nicht zuletzt deshalb, weil ein streitbarer Multi-Milliardär und Großinvestor ordentlich Rabatz macht.

Die letzten Monate kann Genzyme getrost unter dem Motto "Pleiten, Pech und Pannen" abhaken. Produktionsprobleme, Fabrikschließungen, unbefriedigende Ergebnisse aus klinischen Studien, und die Konkurrenz punktet mit guten Testresultaten. Kurzum: Viel schlimmer hätte es für den US-Biotech-Konzern, der sich auf hochmargige Enzym-Medikamente für seltene Stoffwechselkrankheiten spezialisiert hat, kaum kommen können.

Unbeirrter Star-Investor

Doch einen Mann scheinen diese Probleme völlig kalt zu lassen: Großinvestor Carl Icahn. Der streitbare Multi-Milliardär hatte sich bereits im dritten Quartal 2009 mit 1,5 Millionen Aktien bei Genzyme eingekauft, Mitte Februar wurde bekannt, dass Icahn seinen Anteil massiv auf 4,8 Millionen Papiere aufgestockt hat. Inzwischen hat der Großinvestor bereits angekündigt, sich selber und drei seiner Manager in den Aufsichtsrat des Unternehmens wählen lassen zu wollen. Am Markt wird nun darüber spekuliert, dass Icahn seinen Anteil weiter ausbauen könnte mit dem Ziel, das Management auszutauschen und das Unternehmen meistbietend zu verkaufen.

Derartige Coups gelangen dem 74-Jährigen bereits bei den Biotechunternehmen Medimmune und Imclone. Aktionäre konnten sich hier über satte Prämien freuen. Beim Versuch, Biogen Idec zu verkaufen, scheiterte Icahn bisher.

Probleme im Griff

Aus Sicht von Daniel Koller von der Beteiligungsgesellschaft BB Biotech sprechen jedoch auch fundamentale Gründe für ein Investment. "Genzyme hat die wichtigsten Produktionsprobleme wieder unter Kontrolle gebracht und sollte per Sommer 2010 wieder über eine hohe Kapazität als auch über eine verbesserte Qualitätssicherheit verfügen", ist sich der Experte sicher.

Zurück auf den Wachstumspfad

Vorstandschef Henri A. Termeer kündigte für 2010 eine Rückkehr zu alter Wachstumsstärke an. Im laufenden Jahr will Genzyme bei Umsätzen zwischen 5,23 und 5,53 Milliarden Dollar einen Gewinn zwischen 2,80 und 3,20 Dollar je Aktie erzielen. Gegenüber dem enttäuschenden Vorjahr entspräche dies einer Gewinnverdopplung.

Auf die Trendwende setzen

Mit der Genzyme-Aktie spekulieren Anleger auf den operativen Turnaround der Biotechfirma. Den "Icahn-Faktor" gibts gratis dazu. Das Kursziel für den Titel liegt bei 56 Euro, ein Stoppkurs wird bei 32 Euro platziert.

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