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Fast 2.000 Prozent Gewinn mit Biotech-Aktien

Frank Phillipps

In kaum einer Branche lassen sich mit Aktien derart exorbitante Gewinne erzielen, wie in der Biotechnologie. Gute Daten aus klinischen Studien können Aktienkurse in kürzester Zeit in schwindelerregende Höhen katapultieren. DER AKTIONÄR über die Höhenflieger des Jahres 2009.

Das Börsenjahr 2009 war unter dem Strich ein gutes, in dem sich auch mit Standardwerten gutes Geld verdienen ließ. Der Deutsche Aktienindex legte seit Jahresbeginn um 22 Prozent zu. Vom Tief im März gerechnet schnellte der DAX sogar um mehr als 60 Prozent in die Höhe.

Mit Titeln wie Deutsche Bank (+85 Prozent seit Jahresbeginn), Henkel (+65 Prozent) oder BASF (+60 Prozent) ließen sich hohe zweistellige Gewinne einfahren. Den Vogel schoss jedoch die Aktie von Infineon ab. Das Papier des gebeutelten Chip-Konzerns kann im bisherigen Jahresverlauf eine Performance von 345 Prozent vorweisen.

Vanda ist die Nummer 1

Doch selbst über diese erstaunliche Wertentwicklung können Anleger, die zum Anfang des Jahres 2009 in die Aktie von Vanda Pharmaceuticals investiert haben, nur müde lächeln. Das Papier der US-Biotech-Schmiede verteuerte sich in den vergangenen zwölf Monaten um sagenhafte 1.940 Prozent. Grund für die Kursexplosion: Anfang Mai bekam Vanda überraschend grünes Licht für die Vermarktung seines Medikaments Fanapt. Ein Jahr zuvor hatte die US-Gesundheitsbehörde die Zulassung noch verweigert und zusätzliche Daten aus klinischen Studien gefordert.

Human Genome mit Überraschung

Eine faustdicke Überraschung war es auch, die der Aktie von Human Genome Sciences (HGS) einen satten Kurssprung bescherte. Seit mehr als 50 Jahren wurde kein neues Medikament zur Behandlung der Autoimmunerkrankung Lupus zugelassen. Dies könnte sich 2010 ändern, denn HGS hat 2009 die klinischen Tests mit dem potenziellen Lupus-Mittel Benlysta erfolgreich abgeschlossen. Schon im kommenden Jahr könnte Benlysta in den USA auf den Markt kommen - und dem Unternehmen Spitzenumsätze von bis zu drei Milliarden Dollar jährlich bescheren. Kein Wunder also, dass die HGS-Aktie mit einem Plus von 1.323 Prozent auf Platz 2 der Gewinnerliste im Branchenbarometer Nasdaq Biotech Index (NBI) rangiert.

Das vom AKTIONÄR ausgegebene Kursziel von 20 Euro wurde mittlerweile übertroffen. Seit der Empfehlung hat sich das Papier damit mehr als verdoppelt. Wer auf Nummer sicher gehen will, streicht durch einen Teilverkauf Gewinne ein und spekuliert mit der Restposition auf einen positiven Zulassungsentscheid. Risikobereite Anleger bleiben mit der ganzen Position dabei. Das Kursziel wird zunächst auf 25 Euro angehoben, der Stoppkurs wird auf 16,50 Euro nachgezogen.

Keine Depressionen bei Targacept-Aktionären

Über einen schönen Sommer konnten sich auch die Aktionäre von Targacept freuen. Im Juli sorgte zunächst Partner AstraZeneca für sonnige Gemüter. Der britisch-schwedische Pharmakonzern entschied, klinische Studien mit einem von Targacept entwickelten Wirkstoff zur Behandlung von Aufmerksamkeitsstörungen durchzuführen, was in einer Meilensteinzahlung von zehn Millionen Dollar an Targacept resultierte.

Noch deutlich wertvoller für Unternehmen und Aktionäre dürften aber die kurz darauf veröffentlichten Daten aus klinischen Phase-IIb-Studien mit einem potenziellen Medikament zur Therapie schwerer Depression gewesen sein. In den klinischen Tests waren alle primären Ziele erreicht worden. Analysten trauen der Arznei, positive Phase-III-Studien und die Zulassung vorausgesetzt, Milliardenumsätze zu. Der Preis: Platz 3 im NBI-Ranking mit einem Wertzuwachs von 494 Prozent seit Jahresanfang.

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