Facebook-Börsengang: Aktien kommen zu 28 bis 35 Dollar
Jetzt wird es ernst: Das soziale Netzwerk Facebook hat die Preisspanne für seinen Mitte Mai angepeilten Börsengang bekannt gegeben. Am oberen Ende des Zielkorridors könnte der Internetriese 6,3 Milliarden Dollar einsammeln und wäre fast 75 Milliarden Dollar schwer.
Lange wurde spekuliert, am Donnerstag hat der US-Konzern die Katze aus dem Sack gelassen und die Details zu seinem bevorstehenden Börsengang veröffentlicht. Was kaum überrascht: Der Rahmen für das Going Public sprengt mit bis zu 6,3 Milliarden Dollar (exkl. Altaktionäre und Greenshoe) alle bekannten Dimensionen. Das letzte größere IPO im amerikanischen Tech-Sektor datiert von 2004 und hieß Google. Der Suchmaschinenriese platzierte damals 1,9 Milliarden Dollar.
Börsendebüt am 18. Mai
Den offiziellen Dokumenten zufolge wird der endgültige Preis für die 337 Millionen angebotenen Aktien - 180 Millionen vom Unternehmen, der Rest von Altaktionären, u.a CEO Mark Zuckerberg - am 17. Mai festgesetzt. Für den darauffolgenden Tag ist die Notierungsaufnahme geplant.
Sollte der Greenshoe, also die Mehrzuteilungsoption ausgeübt werden (und das wird er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit), könnte Facebook weitere 50 Millionen Anteile platzieren. Nach dem IPO werden insgesamt 2,14 Milliarden Facebook-Aktien im Umlauf sein. Am oberen Ende der Preisspanne entspricht das vom Start weg einem Börsenwert von 75 Milliarden Dollar.
Hält die Euphorie um das soziale Netzwerk mit seinen 850 Millionen Nutzern an, sind zudem Kursgewinne von 30 bis 50 Prozent am ersten Handelstag denkbar. In diesem Fall würde sich die Marktkapitalisierung auf bis zu 113 Milliarden Dollar erhöhen.
Auf diesem Niveau wäre Facebook dann nicht nur eines der wertvollsten Technologie-Unternehmen der Welt, sondern in seiner Klasse auch eines der am höchsten bewerteten. Der Konzern hat 2011 rund drei Milliarden umgesetzt und dabei eine Milliarde Dollar verdient. Daraus errechnen sich Multiple von 37 beim Umsatz und 113 beim Gewinn.
Zum Vergleich: Google bringt es auf Basis der Schätzungen für 2012 auf Vielfache von 6 beim Umsatz und 15 beim Gewinn.
Fazit: Der IPO von Facebook ist das Börsen-Event des Jahres. Deutsche Anleger dürften indes wenig Chancen haben, noch vor der Notierungsaufnahme an Stücke zu kommen. DER AKTIONÄR empfiehlt deshalb: Zurücklehnen, die Show genießen und auf mögliche Profiteure setzen.
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